Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Antibody

Originaltitel: Antibody__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Christian McIntire__Darsteller: Lance Henriksen, Robin Givens, William Zabka, Gastón Pauls, Teodora Ivanova, Stella Ivanova, Kathleen Lambert, Velizar Binev, Julian Vergov u.a.
Antibody mit Lance Henriksen Cover

In “Antibody” fährt Lance Henriksen in einem Mini-U-Boot durch einen halbtoten Russen.

FBI Agent Gaines wird eines Tages zur russischen Botschaft in Washington gerufen. Eine Bombe befinde sich im Haus. Gaines erkundet gerade die Beschaffenheit der Bombe, als bei ihm ein Anruf eingeht: Man habe den Bombenbastler gefunden und er stehe mit Zünder und Waffe vor den Polizisten.

Gaines ordnet an, den Mann zu erschießen, so dass er nicht den Zünder betätigen kann. Scheinbar klappt das auch, aber die Bombe geht dennoch hoch. Das FBI sucht nun nach einem Sündenbock, kamen bei der Explosion doch sechs Menschen ums Leben. Klar, dass Gaines den Kopf hinhalten muss.

— OK… —

Ein Jahr später betreibt der in Deutschland einen Sicherheitsdienst und soll einen Technologie-Kongress sichern. Doch kaum hat jener begonnen, übernehmen ein paar Halunken die Konferenz, meucheln!!! den deutschen Kanzler (LOL) und verkünden, dass sie einen Nuklearsprengkopf irgendwo in München versteckt haben, gegen den Hiroshima Krabbelgruppe Kindergarten sei! Den Zünder für die Bombe trage der Oberbäddie obendrein in Form eines Nanosprengzünders in sich! Dieser lässt die Bombe explodieren, wenn man den Kameraden tötet.

— Wie bitte? —

Die Lage aussichtslos zu nennen, wäre also schwer geprahlt, zumal die Forderungen der Terroristen schlicht unerfüllbar sind! Also geht man den harten Weg, schaltet alle Männer des Oberbäddies in einem Husarenstreich aus und setzt den Anführer fest. Dieser wird allerdings lebensgefährlich verletzt und droht zu sterben. Damit dies nicht passiert, bevor man den Sprengkopf gefunden und entschärft hat, hält man den Bäddie künstlich am Leben und wagt Unglaubliches: Die Bergung des Zünders aus seinem Körper. Per Nano-Mini-U-Boot!!! Die fantastische Reise kann beginnen …

— Muhar har har —

Schaut in den lachhaften “Antibody” mit Lance Henriksen hinein

Machen wir es kurz: Die Story von “Antibody” ist tatsächlich so hirnrissig, wie sie klingt. Obendrein wird sie mit einer ungesunden Portion Ernst dargeboten, die so gar nicht zu dem komplett bekloppten Treiben des Filmes passen will und die filminhärente Logik auch eher behindert, als sie plausibel zu machen. Obendrein haben das Budget und damit die Effekte Probleme, mit der abstrusen Story mitzuhalten. Zwar schafft es Produzent Phillip J. Roth (produzierte beispielsweise auch “Red Faction“) dem Film ein paar nette Effektshots angedeihen zu lassen, wirklich überzeugend geraten diese aber nicht.

Obendrein werden sie sehr selten präsentiert, dominieren doch aus Budgetgründen Bilder von der Kommandobrücke, wo die Darsteller in Rüttelsesseln hocken und ernst oder besorgt – meistens beides, denke ich, es lässt sich ab und an schwer entschlüsseln, was in den Figuren vorgeht – dreinblicken. Permanent angestrahlt mit Rotlicht, werden nicht nur sie langsam immer müder – dem Zuschauer geht es bald ähnlich.

Obendrein ist “Antibody” auch noch im langweiligen Ostblocklook gehalten. Sowohl bei der fantastischen Reise (immerhin ist der Bäddie, durch den man fährt, ein russischer Darsteller *hihihi*) als auch in den Realszenen, wo Ostblockgebäude und sehr eingeschränkte Kamerawinkel einerseits Washington und andererseits München darstellen sollen.

Die durch die Kulissen schlafwandelnden Gesichtsbaracken machen dann aber schnell klar, wo man sich wirklich befindet. Sehr witzig geraten dabei dann die kolportierten Deutschlandklischees. Insbesondere die deutsche Polizei kommt dann doch recht – sagen wir – gestrrrrrrig rrrrrübäääär.

Darstellerisch verleiht zumindest Lance Henriksen („Harte Ziele“) dem Streifen so etwas wie Flair, schafft er es doch als einziger, dem Film einige ironische Untertöne zu verpassen. So merkt man schnell, dass zumindest er den hanebüchenen Unsinn mit der notwendigen Lockerheit angeht. Wirklich dringend hat er eine Gurke wie “Antibody” in seiner Filmografie aber nicht gebraucht. Naja, vermutlich gab’s zumindest einen netten Gehaltscheck.

Dagegen sieht es dann um den immer verlässlichen Lance Henriksen ziemlich finster aus, nehmen die anderen Knallchargen den Streifen doch viel zu ernst. Pathetische und unfreiwillig komische Heldentode inklusive. Insbesondere Robin Givens („Wieder ein Mord im Weißen Haus“) blamiert sich in jeder Minute Screentime selbst. Dagegen macht zumindest die musikalische Untermalung einigermaßen Spaß, insbesondere das Maintheme – wirklich hübscher Techno – weiß sehr gut zu gefallen.

Letzten Endes ist “Antibody” ein von der Idee her herrlich bekloppter, fantasylastiger Streifen, der aber – abgesehen von einem locker aufspielenden Lance Henriksen – von allen Beteiligten mit deutlich zu viel Ernst angegangen wird und so sein durchaus vorhandenes Unterhaltungspotential leichtfertig opfert. Vor allem die Vorbilder „Die fantastische Reise“ oder „Die Reise ins Ich“ werden von “Antibody” zu keiner Sekunde in irgendeiner Weise erreicht.

3 von 10

Die deutsche DVD des zwangsläufig ultrablutigen Streifens (immerhin fährt man durch die Blutbahnen eines Russen – so, jetzt isser toterklärt) ist mit einer FSK 16 uncut und kommt von dem Label EMS.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: EMS__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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