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Brain Smasher – Der Rausschmeißer!

Originaltitel: Brain Smasher… A Love Story__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1993__Regie: Albert Pyun__Darsteller: Andrew Dice Clay, Teri Hatcher, Yuji Okumoto, Deborah Van Valkenburgh, Brion James, Tim Thomerson, Charles Rocket, Nicholas Guest, Lin Shaye u.a.
Brain Smasher

Eine durchgeknallte Actionkomödie von Albert Pyun mit Andrew Dice Clay auf den Spuren von „Big Trouble in Little China“: „Brain Smasher“

Es ist schon eine eigenwillige Combo, die sich da für „Brain Smasher“ zusammengefunden hat: B-Spezi Albert Pyun („Cyborg Warriors“) als Regisseur und Brachialkomiker Andrew Dice Clay als Hauptdarsteller – doch das Ergebnis funktioniert an sich recht gut.

Ed Malloy (Andrew Dice Clay) ist Rausschmeißer in Portland in Oregon, hat den Spitznamen Brain Smasher weg und trägt diesen auch in silbernen Lettern auf seine Jacke gestickt. Das ist Andrew Dice Clay so Macho wie man ihn mag und tatsächlich darf er direkt in einer ganz amüsanten Telefonszene ganz nett vom Leder ziehen, auch wenn schnell klar wird, dass „Brain Smasher“ nicht die Ruppigkeit von „Ford Fairlane“ besitzt.

Derweil erhält das Supermodel Samantha ‘Sam’ Crain (Teri Hatcher) eine seltsame Paketsendung vom Schwesterherz, die nach Portland gebracht werden soll. Sam will ihrer Schwester natürlich den Gefallen tun, guckt aber vorher in das Paket, das eine Lotusblüte enthält. Die Sache kommt ihr spanisch vor, weshalb sie das Paket vor der Übergabe lieber versteckt – und tatsächlich: Ihre Schwester wird von Shaolinmönchen bedroht, welche die Blüte haben wollen. Hier hat sich Albert wohl entschlossen, Filme wie John Carpenters „Big Trouble in Little China“ zu beklauen, aber der Mann kann ja auch aus geklauten Plots nette B-Ware zimmern.

Das Verstecken der Blüte hilft, kann die chinesischen Klerikalschläger natürlich nur kurz ablenken und so befinden sich die Schwestern bald auf der Flucht vor den Shaolin, welche die Blüte unbedingt haben wollen. Sie müssen sich trennen, wobei Sam ausgerechnet Ed in die Arme läuft…

Brain Smasher

Der Rausschmeisser und die Lady: Ed Malloy (Andrew Dice Clay) und Samantha ‘Sam’ Crain (Teri Hatcher)

Man merkt schnell, dass Albert hier einen flotten Film gedreht hat, aber keine größeren Ambitionen hatte – was sowohl Vor- als auch Nachteil des Films ist. Vorteil sicherlich deshalb, weil Albert auf große, pseudophilosophische Schwafelarien verzichtet und den Plot auf das Nötigste zusammenstreicht. So läuft der Film auch nur etwas mehr als 80 Minuten, Längen gibt es keine und schon kurz nach der Einführung bekommt man, wie man es von Pyun ja gewohnt ist, eine reine Dauerverfolgungsjagd vorgesetzt. Überraschungen oder Hochspannung darf man natürlich nicht erwarten, aber hey, wir sind hier bei Albert.

Das Fehlen von wirklich originellen Ideen macht Albert dann durch reichlich Fressegeballertes wett. In hoher Frequenz reihen sich hier die Prügeleien aneinander, wobei Andrew Dice Clay leicht unbeweglich durch die Kämpfe stapft. Dafür haben seine Gegner aber einiges drauf und zeigen einige spektakuläre Moves, die Clay dann mit der Eleganz eines Kneipenschlägers beantwortet. Doch der Clash der beiden Kampfstile funktioniert und die hohe Menge an Fights macht das Fehlen von wirklich spektakulären Actioneinlagen wieder wett.

Brain Smasher

Die fiesen Ninjas, ähh, Shaolin-Mönche

Leider hat „Brain Smasher“ auch so seine Schönheitsfehler. Zum einen hält sich Andrew Dice Clay enttäuschenderweise sehr zurück, was freche Sprüche angeht (nur am Anfang darf die Kodderschnauze ein wenig böser sein). Ein paar amüsante Witze bietet „Brain Smasher“ dann doch (u.a. ein Spiel mit dem Klischee des dummen Models und der Running Gag, dass jeder die chinesischen Shaolin für japanische Ninja hält), nur leider lockern die Gags die eher drögen Handlungsparts zwischen den Kloppereien nur teilweise auf. Zum anderen ist Alberts Budget hier mal wieder etwas knapp, sodass einige Schauplätze mal wieder nur mit wenigen Requisiten bestückte Lagerhallen sind.

Allerdings erweist sich Andrew Dice Clay als gute Besetzung für den titelgebenden Brain Smasher. Auch wenn er etwas zu zahm rüberkommt, so ist er doch weitaus besser als viele andere Dumpfbacken, die unter Alberts Fuchtel Hauptrollen spielen durften. Teri Hatcher („Tango & Cash“) ist auch eine Klasse besser als die meisten anderen Darstellerinnen über die Albert sonst verfügt, alte Pyun-Spezis wie Brion James („Red Scorpion“), Nicholas Guest („Hetzjagd in St. Lucas“) und (natürlich) Tim Thomerson („Fade to Black“) turnen in Nebenrollen rum. Den Fiesling gibt Yuji Okumoto („Mean Guns“) überzeugend, mit dem Albert ja auch öfter mal drehte.

„Brain Smasher“ ist sicher keiner von Alberts herausragenden Filmen wie z.B. „Cyborg“, doch eine flotte B-Actionkomödie mit reichlich Kloppe und ohne größere Längen ist trotzdem draus geworden. Und das ist mehr als man von vielen anderen Pyun-Werken sagen kann…

© Nils Bothmann (McClane)



Brain Smasher

Ein Schurke bedroht Sam

Dass Albert Pyun wahrlich nicht zu den talentiertesten Regisseuren der Filmbranche zählt hat er oft genug bewiesen. Zumindest in Ausnahmefällen wie „Cyborg“ oder „Nemesis“ erwies er sich als durchaus brauchbarer B-Action Filmer. Sein Schnellschuss „Brain Smasher“ jedoch kann, wenn überhaupt, nur mit seinem Hauptdarsteller Andrew Dice Clay überzeugen. Kenner von „Ford Fairlane“ werden gleich hellhörig, und werden sich unweigerlich den Streifen, in der Hoffnung ein neues Sprücheklopfer Fiasko zu erleben, ansehen.

Der Film fängt auch tatsächlich sehr vielversprechend an, wenn wir einen lässigen Andrew Dice Clay zu sehen bekommen, der ein recht belangloses, und dadurch witziges Gespräch an einer Telefonzelle führt, und im Anschluss sofort in die Kamera guckt um den Zuschauern eine Geschichte zu erzählen; „a Love Story“ wie es uns der Untertitel weismachen will. Ernüchterung stellt sich aber schon ziemlich bald ein, wenn der Film (zugegeben ziemlich schnell) in Fahrt kommt, und schließlich endet ohne konsequent das fortgeführt zu haben, was anfangs Lust auf mehr machte.

Andrew Dice Clay entpuppt sich als nicht einmal halb so redegewandt und frech wie in seiner Fairlaneschen Paraderolle, und die Tatsache, dass seine Figur Ed Malloy lediglich zu Beginn des Filmes in einem Monolog über die vorgefallenen (im Film nun folgenden) Ereignisse Revue passieren lässt, jener Erzählstil dann plötzlich völlig vom Fisch fällt, und am Ende nicht einmal an jene Anfangsszene anschließt, zeugt von einem schlampigen Drehbuch.

Was dazwischen inhaltlich passiert, ist aber auch nicht unbedingt besser. Eine an den Haaren herbeigezogene Hanebüchen-Story um das Topmodel Samantha Crain (Teri Hatcher), welche eine geheimnisvolle Lotusblüte vor einer fiesen, chinesischen Sekte, der „Roten Lotusblüte“ versteckt und auf ihrer Flucht auf den Rausschmeißer Ed Malloy trifft und sich in ihn schließlich verliebt, soll 84min lang bei Laune halten.

Laune macht dieses kleine Abenteuer durch seine Kurzweiligkeit sicher, ist aber auch mehr als nur substanzlos. Alle Charaktere werden schnurstracks in die Handlung hineingeworfen. Schon sehr bald wird Samantha von den bösen Mönchen verfolgt, und da bekommt man auch schon Andrew Dice Clay in seiner neuen, vermeintlichen Paraderolle als Türsteher zu sehen. Eine dicke Aufschrift mit dem Inhalt „Brain Smasher“ schmückt den Rücken-Teil seiner Jacke, und genau Selbiges stellt er auch mit den ersten, nicht vorschriftsmäßig gekleideten Besuchern an, die an ihm vorbei in den Club wollen: Es gibt dick auf die Fresse. Herrlich, so muss ein Türsteher sein: Nicht quatschen, sondern gleich drauf hauen!! Nun denn, die von den Mönchen verfolgte Samantha fällt in Ed’s Arme, und schon steckt der lässige Türsteher mitten in der Scheiße, denn was sich der Sektenführer von der Lotus Blüte erhofft ist „grenzenlose Macht“, die ihn zum Herrscher der Welt machen würde….

Brain Smasher

Sam bittet Ed, den Brain Smasher, um Hilfe

Auweija, der Plot ist arm…wirklich arm… Nicht nur, dass er von vornherein jegliche Innovationen entbehrt, nein er holt nicht einmal ansatzweise irgend etwas daraus heraus. Warum diese Blüte nun eigentlich solch geheimnisvolle Kräfte verleiht, die bloße Fantasie in pure Realität umwandeln können sollen, verrät der Film nie; es ist halt so. Und Gebrauch von dieser (nicht neu) erfundenen Fantasy-Eigenschaft wird auch nicht gemacht. Es bleibt beim Gerede um den heißen Brei, wirklich zu Nutze werden sich die angeblichen Kräfte dieser Superblüte nicht gemacht; dementsprechend bleiben auch großartige Überraschungen und Wendungen aus.

Stattdessen beschränkt sich der Film auf rohe Gewalt. Da sind zum einen die Kung-Fu (welcher Stil auch immer) kundigen, lächerlich maskierten Mönche, die mit ihrem offenkundigen Martial Arts Talent und dem daraus resultierenden, peinlichen Gepose schnell jedes Klischee erfüllen. Man kennt dieses Getue samt peinlichem Kriegsgeschreie ja; wirklich gut sieht das ganze aber nur selten aus, denn der Schnitt verdirbt oft eine halbwegs anschauliche Choreographie, und die Kamera will auch nicht so recht hingucken, wenn es gilt kompliziertere Einlagen vorzuführen.

Auf der anderen Seite ist da aber noch Ed Malloy, der sich im krassen Gegensatz als primitiver Boxer entpuppt, aber genau damit auch richtig punkten kann. Seine Schläge sind schnell, hart, und geben ein wenig das Gefühl, man würde wirklich gute Klopper-Action sehen. Eben ganz im Gegensatz zu seinen scheinbar Martial-Arts-kundigen Kollegen. Zum ersten mal macht simples Boxen in einem Film tatsächlich mehr Laune als asiatische Kampfkunst. Damit kann sich Ed auch ziemlich gut zur Wehr setzen, denn in den ständigen Konfrontationen mit den Baddies hat er allseits die Überhand, und kann den Schergen so richtig das Brain wegsmashen. Damit verpufft auch schnell die vermeintlich gefährliche Aura, die die Mönche umgeben soll; wirkliche Bedrohlichkeit strahlen die Baddies ganz und gar nicht aus. Nur Andrew Dice Clay kann mit coolem Auftreten und einer gehörigen Portion Charisma (was er in einer Szene auch selber erwähnt) herausragen, und macht den Film trotz Mangel an Derben Sprüchen und Witzchen einigermaßen spaßig.

Der Humor beschränkt sich hier weitestgehend auf dämliche Runninggags, die im Film immer wieder aufgegriffen werden. Ständig werden die Mönche als Ninjas bezeichnet, was diese wiederum jedes mal wutentbrannt abstreiten, aber den Unterschied zwischen Shaolin Mönch und Ninja, will hier irgendwie keiner verstehen; ob japanisch oder chinesisch, ist ja alles dasselbe… Mehrmals im Film stellen sich verschiedene Charaktere die Frage, welcher Idiot 10.000 Dollar für eine Rolex ausgeben würde, und das „Woo = Who“ Wortspiel hat auch wenig Reiz.

Ebenfalls wenig überzeugend ist die eigentliche Love Story, die sich hier allmählich entwickeln will. Mehr als unglaubwürdig und äußerst schlecht erzählt um ehrlich zu sein. Entweder fliehen Ed und Sam, kloppen sich durch Gegnerscharen, oder wechseln einige, wenige Worte, die zu Annäherungsversuchen führen; und im Finale, noch in derselben Nacht, gesteht Sam natürlich auch schon ihre alles aufopfernde Liebe…aaarrrrgh.

Der Film hat sowohl inhaltlich als auch actiontechnisch mit jeder Menge Unglaubwürdigkeiten zu kämpfen (die Lahmarschigkeit der Mönche möchte ich teilweise nicht abkaufen), das Ganze ist überhaupt sehr schlecht erzählt und inszeniert. Alles läuft irgendwie ganz schnell, locker und selbstverständlich ab, der total uninteressante, ideenlose Plot plätschert vor sich hin, reiht dumpfes (aber manchmal recht gut aussehendes) Gekloppe aneinander, das comichaft eingematschte Gesicht am Ende ist absolut lächerlich und dazu spielt solch langweilige, lustlose eingepflegte Musik, dass die entsprechenden Szenen überhaupt nicht die Wirkung erzielen, wie es sich Albert Pyun vielleicht vorstellte. Zusätzlich sind da noch Logiklöcher hier und da (woher wissen die Mönche, wo Ed wohnt?) sowie technische Schlampereien wie ein eindeutig sichtbares Hilfsseil.

Dennoch sei zum Schluss noch mal die Kurzweiligkeit des Filmes erwähnt. Es gibt Gekloppe satt, der Plot geht flott voran (auch wenn es nicht viel zum vorangehen gibt), und Andrew Dice Clay macht Laune; Teri Hatcher in ihrer Pre-„Desperate Housewives“-Rolle ist auch noch ganz brauchbar. Insgesamt ein blöder, dämlicher, lustlos inszenierter Film, mit viel Gekloppe, und einem charismatischen Hauptdarsteller. Nicht langweilig, aber auch nicht wirklich gut…

© Sir Jay

Die deutsche Videofassung von UFA ist ungekürzt und ab 18, was für den harmlosen Film definitiv zu hoch gegriffen ist. Wer gerne eine DVD haben möchte, der in Großbritannien fündig: Die DVD von 2 entertain hat den deutlich cooleren O-Ton zu bieten, als Bonus den netten Trailer zum Film und ist ebenso ungekürzt.

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