Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Full Impact

Originaltitel: Full Impact aka American Streetfighter 2 – The Full Impact__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: David Huey__Darsteller: Gary Daniels, Kent Ducanon, Linda Bennett, Richard Rabago, Rod Kei, Gerald Okamura, Graciella Casillas, Mailee Daniels, Shane Daniels, Atta Worick u.a.
Full Impact

Wo Gary Daniels hinhaut, gibt es einen “Full Impact”. Ganz klar!

Erster Schauplatz des Actionepos’ „Full Impact“: Ein Lagerhaus. Anscheinend der Umschlagplatz für einen Drogenhoschie. Er hat ein Bewerbungsgespräch mit einem knapp 6-jährigen Jungen und verspricht ihm 1000 Dollar pro Job. Da ertönt eine Stimme und ein blonder Traumkerl baut sich in der Tür auf. Der Junge scheint ihn zu kennen und es entspinnt sich ein selten dämlicher Dialog. Ist dieser ausgestanden, kickt der Typ alle Drogenhoschies um, killt die Fische des Drogenhoschies (kein Scheiß!), fährt sich durchs Haar und will mit dem Jungen aufbrechen, der ihn erst mal richtig disst:

„Lass mich nur zufrieden du Möchtegern Chuck Norris!“

Full Impact

Der psychopathisch guckende Fischmörder!

Full Impact

Das unglaubliche Lagerhaussetting.

Nach dieser kleinen Tour de Force des Schwachsinnes wechseln wir den Schauplatz und betrachten die ersten Schläuche des Filmes. Fleischig, prall und rund sind sie und wogen über einem eingerittenen Typen auf und ab. Während also da ein Typ seinen Spaß hat, wird unser blondgelockter Held, Jared sein Name, nur noch mehr von dem Kid beleidigt. Ein „Schneid dir die Haare Shirley Temple!“, trifft den blonden Typ dabei gar hart. Also geht es ab zu einer Psychologin. Hier hat Jared tolle Flasbacks von sich mit Mütze.

Full Impact

Vergangenheitsflashbacks, nur echt mit Basecap!

Die Ärztin kann ihm bei seinem Problem nicht helfen (wäre ja auch eher nen Job fürn Friseur …), also geht Jared erst mal in ein Gym. Hier wird er von Exkollegen gedisst, macht sich aber nichts draus und wir erfahren, dass Jared ein Kopfgeldjäger ist. Als sich Jared ausgetobt hat, macht er sich auf dem Heimweg.

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Kick, kick, kick

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Kickerdiekick!

Hier lernen wir noch mehr über sein Leben. Eine Muschiekatze hat er daheim.

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Die Mietz!

Und einen Ferrari-Aufkleber am Kühlschrank. Außerdem kippt er sich erst das Müsli in den Rachen, um dann mit Milch nachzuspülen … voll männlich.

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Erst das Müsli…

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Dann die Milch! Frühstück für Helden!

Kurz nach diesem Frühstück für echte Kerle kommt ihm eine Zeitung unter die Augen, die verkündet: „Death touches again“. Schwuppdiwupps ist Jared bei den Cops. Er will den sogenannten Todesengel hinter diesem Mord fassen! Blöderweise wird er auch auf dem Revier nur gedisst. Wobei… Revier? Wohnklo mit Tisch in der Mitte, der als Schreibtisch für den Captain und ALL seine Untergebenen dient, trifft es wohl eher. Doch egal, wir wissen nun was Phase ist: Die Moppenische vom Beginn wurde gekillt, indem man ihren Kopf wiederholt an die plane Fläche eines Spiegels anzupassen versuchte.

Dies scheint eine Mordserie von vor ein paar Jahren fortzusetzen. Zu dieser Zeit war Jared schon einmal hinter dem Killer her und zudem noch festangestellt bei der Polizei. Doch bei dem Versuch, den Killer zu schnappen, geriet einst Jareds Familie in die Schusslinie. Ihr ahnt es: Die Mützenflashbacks! Dabei fand Jareds Sohn fast den Tod. Aber nur fast. Egal, Jared will den Killer nun fassen. Um über den Fall nachzudenken, geht Jared erstmal… nein, nicht ficken, sondern… kicken.

Einen saftigen Kick und diverse ausgespuckte Zähne später hat Jared ein paar Infos aus seinem Sparringpartner heraus geprügelt und macht sich auf in Richtung eines Clubs, in dem illegale Kampfsportwettkämpfe ausgetragen werden sollen. Der Clubleiter stünde wohl im Verdacht, der Killer zu sein. Eine Keilerei später haben Jared und Kumpel Bill den Clubleiter Louis eingesackt und bringen ihn aufs Revier. Hier soll eine Frau bei einer Gegenüberstellung den Typ als Todesengel identifizieren. Immerhin ist sie erst vor einer Nacht dem Todesengel entkommen! Doch sie kann Louis nicht eindeutig identifizieren.

Zeit also mal wieder für Schuld-Flashbacks bei Jared, in die seine Ex hineinplatzt. Und na ja, da alleine den Frust abschütteln blind machen soll, begattet Jared erstmal seine Ex. Zu schöner Schmusemucke wird ordentlich Klarschiff gemacht.

Full Impact

Normalerweise hängen ja bei so was die Haare der Frau im Gesicht des Mannes… normalerweise…

Nach diesem bewusstseinserweiternden Fick ist es mal wieder Zeit für die Psychiaterin. Also rein platonisch. Helfen soll sie Jared. Akten durchwühlen. Irgendwie scheint der Todesengel zu ahnen, dass ihm die Cops schon ganz nahe sind (Verfolgungswahn, imo). Also ruft er die Cops an. Sie sollen die Ermittlungen einstellen. Er wolle doch gerne in Zukunft ungestört morden. Und um diese Übereinkunft zu prüfen, gibt es gleich die nächsten Schläuche. Nicht unbedingt die Hübschesten, aber na ja. Hauptsache nackt. Kurz darauf is die Dame hinüber. Unterdessen findet die Psychotrulla Ungereimtheiten in den früheren Ermittlungen heraus und zieht mit Jared los, um jenen auf den Grund zu gehen. Dabei wird die Ische gleich mal angeschossen. Scheiß Feldforschung. Nune is Jared böse und liefert sich einen hitzigen Zeigefingerdialog mit seinem Kumpel Bill.

Full Impact

Ich kann mir das stundenlang angucken…

Dann schwenkt er ihm eine ein und macht sich auf, die Bäd Asses hinter den Morden kalt zu stellen. Wer nun der Täter ist? Also Leute, ihr kennt mich, ich verrate doch nicht die größte Überraschung des Filmes. Ok, es ist eigentlich nur für die eine Überraschung, die vorher ob der Qualität des Streifens beide Hände geflissentlich vorm Gesicht zusammengeschlagen haben. Aber na ja. „Full Impact“ hat’s wenigstens versucht. *hust, hust*

Genug nun! Kommen wir zum Wesentlichsten an „Full Impact“

1. Die Handlung ist vorhersehbar, dumm, tausendfach besser gesehen und wann immer sie nicht mehr weiter weiß, greift …

2. die Action. Diese kommt alle zwei Minuten auf und präsentiert Gary Daniels („Forced to Fight“) bei dem, was er am besten kann: Kicken wie ein junger Gott. Dabei geht der Action jede choreographische Finesse ab (und das, wo er sie selber choreographiert hat!!!) und wirkt es, als habe er sich vor jedem Kampf einfach gesagt: Und dann pumpste den um, dann den, dann den. Härten hat es keine, Blut fehlt völlig, geballert wird gleich gar nicht und ein mühsam eingebundener Abschnitt um ein Auto, was wohl als Stunt-Highlight geplant war, geht vollkommen vor den Baum. Zumindest sind Garys Kickereinlagen gewohnt spektakulär geraten und einigermaßen hübsch anzuschauen. Das gilt definitiv nicht für…

3. die Darsteller. Diese sind zumeist tophässlich und bar jedes Talentes. Insbesondere die immer wieder einmal blank ziehenden Ischen sind nun nicht wirklich Girls, bei denen man sich derartige Szenen wünschen würde. Zumindest bringen sie das, was sie spielen sollen, noch am besten rüber: Nackt in der Gegend rumstehen und sich befummeln lassen… Das klappt ganz gut. GANZ anders dagegen die schauspielerischen Bemühungen des Rests vom Cast. Schmierentheater wäre noch geprahlt. Auch und vor allem der Gary wirkt heillos überfordert, sobald er nicht kicken darf. Er spuckt dann meist ein paar Dialogzeilen aus und guckt danach herrlich betröppelt in alle Richtungen der Sets… Tja, und…

4. diese sind einfach nur arm geraten. Mittels schlechter Ausleuchtung versucht man zu verbergen, dass man in den wildesten Hinterhöfen und den derbsten Wohnklos des ganzen Landes gefilmt zu haben scheint. Mittendrin steht meist ein Möbelstück, um den Raum halbwegs zu verorten, in anderen ist es dann durchaus mal nur eine Kerze. Für die wohnliche Atmosphäre. Dieses grauenhafte Bild setzt sich in der…

5. Techniksparte unisono fort und es wird zumeist ganz arm. Die Optik erstarrt förmlich in langweiliger, bewegungsloser Pornooptik ohne jedwede halbwegs originelle Idee. In den Actionszenen steht die einzige Kamera zumeist so dämlich, dass diverse Schläge eindeutig als vorher abgebremst oder meilenweit am Ziel vorbeigehend enttarnt werden. In der Postproduction hat man obendrein anscheinend die Schlaggeräusche vergessen. Dies bessert sich zwar im Laufe des Filmes, zu Beginn entsteht aber häufiger der Eindruck, einer der Gegner vom Gary sei wegen zu hohem Windaufkommens umgekippt.

„Full Impact“ aka Gewaltporno Deluxe

Machen wir es kurz: „Full Impact“ ist einer dieser von mir abgöttisch geliebten Gewaltpornos, bei denen man immer dann schlecht zur Sache kommt, wenn niemand mehr weiter weiß. Das mag grenzdebil wirken. Das wird vielen anderen Actionfans obendrein einfach nur unerträglich langweilig erscheinen (und das bei DEM Actionaufkommen, das wahrlich beachtlich ist). Und last but not least wird es bei diversen Arte-Guckern für die eine oder andere sich ablösende Hirnrinde sorgen. Ich kann mich bei solchem Müll aber immer halb totlachen. Auch und vor allem dann, wenn sich die dumme deutsche Synchro auch noch absolut auf das Niveau des Filmes herablässt und den armen Gary Daniels wegen seinen Haaren mit Chuck Norris, Shirley Temple und Tarzan gleichsetzt. Subjektiv eine echte Granate, objektiv aber mit 2/10 Punkten noch gut bedient! Im Übrigen hat der gute Gary Daniels zwei seiner Kiddies (Mailee und Shane) in dem Film mit untergebracht!

2 von 10

Die deutschen DVDs waren bisher immer cut. Dabei mussten offensichtlich das Ende vom Bäddie und die Mordszenen der Tittenischen dran glauben. Das Gekicke wirkte durchgehend unangetastet. WMM legt nun eine ungeprüfte uncut Veröffentlichung nach. Endlich?

In diesem Sinne:
freeman

PS.: Falls sich wer fragt, wie die ganze Chose ausgeht:

Full Impact

Häbbie Ending!

Darunter tönt Jared Folgendes: „Man sagt, du lernst das Leben erst richtig schätzen, wenn du dem Tod begegnet bist. Endlich ist der Albtraum vorbei. Anstatt vom Tod zu träumen, träume ich jetzt vom Leben.“

Wer sich jetzt noch fragt, ob ich dem Film eventuell Unrecht tue, dem kann ich leider auch net mehr helfen … aber vielleicht Jareds Psychiaterin?

Habe fertig!

Was meint ihr zu dem Film?
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