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Killing Ground

Originaltitel: Killing Ground__Herstellungsland: Australien__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Damien Power__Darsteller: Stephen Hunter, Aaron Pedersen, Tiarnie Coupland, Harriet Dyer, Maya Stange, Mitzi Ruhlmann, Ian Meadows, Aaron Glenane, Airlie Dodds, Julian Garner u.a.
Killing Ground Deutsches Cover

Ein Camping-Ausflug wird zum puren Horror in “Killing Ground”.

Ian und seine Freundin Samantha sind auf einem Silvester-Campingtrip. Sie wollen das neue Jahr an dem See begrüßen, an dem Ian mit seinem Vater immer viel Zeit verbrachte. Nach einigen Irrungen und Wirrungen finden die beiden den See auch wieder. Doch zu ihrem Bedauern sind sie nicht allein. Auf dem nahegelegenen Parkplatz steht bereits ein Geländewagen und am Strand des Sees ein großes Zelt.

Doch die beiden beschließen, sich davon ihre gemeinsame Zeit nicht vermiesen zu lassen. Zumal die Besitzer des Autos und des Zeltes nicht da zu sein scheinen. Zwar kommt es den beiden etwas seltsam vor, dass die anderen Camper nicht einmal des Nachts zu ihrem Zelt zurückkehren, um hier den Jahresanfang zu feiern, aber grundlegend stören lassen sich die beiden von diesem Fakt nicht.

Am nächsten Morgen hat Sam genug von der befremdlichen Situation. Zumal sie auch befürchtet, ihren „Nachbarn“ könnte etwas passiert sein. Also beschließt sie, nach dem Rechten zu schauen. Sie findet ein komplett durchwühltes Zelt vor und hat plötzlich eine böse Ahnung. Sie will sofort mit Ian in die nächstgelegene Stadt fahren, um hier Hilfe zu holen und nach den Campern suchen zu lassen. Da taucht urplötzlich ein Kleinkind aus dem Unterholz auf und bricht vor Sam zusammen.

Ein platter Reifen verhindert, dass Ian und Sam den Jungen in ein Krankenhaus schaffen können. Wie durch ein Wunder taucht auf einmal ein Jäger auf. Der verhält sich zwar ein wenig seltsam, verspricht aber zu helfen. Um das restliche Tageslicht auszunutzen, schlägt er vor, noch dringend eine beliebte Wanderroute abzulaufen und hier nach den Eltern des Jungen zu suchen. Kurzentschlossen begleitet Ian den Jäger und lässt Sam mit dem Jungen zurück.

Die bekommt alsbald Besuch von einem weiteren Mann, der sie direkt mit einer Waffe bedroht. Und auch Ian muss schneller um sein Leben rennen, als ihm das lieb sein kann…

Schaut in den Survival-Terror-Streifen „Killing Ground“ hinein

„Killing Ground“ lässt mal wieder ein paar besonders widerwärtige Vertreter der Spezies Mensch auf den Zuschauer los. Das gestaltet sich allerdings nicht so geradlinig, wie ich es soeben beschrieben habe. Denn „Killing Ground“ montiert sehr geschickt zwei Handlungsstränge nebeneinander. Zum einen begleiten wir Sam und Ian bei ihrem Ausflug. Hier nutzt Langfilm-Regie-Debütant Damien Power diverse Klischees des Horrorgenres, um mittels Jump Scares und unheilvoll musikalisch untermalten Momenten Verunsicherung beim Zuschauer zu streuen.

In Handlungsstrang zwei erleben wir, was den Campern im Nachbarzelt von Sam und Ian widerfahren ist. Hier geht Power erstaunlich sachlich und nüchtern zu Werke. Es gibt keine huschenden Schatten, keine Schreckmomente. Der pure Horror bricht unvorhergesehen und absolut eindrücklich über die Familie herein und verlangt ihr und dem Zuschauer einiges ab. Zwar überlässt „Killing Ground“ die derbsten Momente der Fantasie des Zuschauers, an den Nerven zerrt die Unmenschlichkeit der Protagonisten dennoch extrem.

In der Folge weiß man weit vor Sam und Ian, was hier vorgeht. Der Effekt ist enorm. Beständig will man „Nein!“ schreien. Bei jeder Entscheidung, die Sam und Ian in der Folge treffen. Kurzum: Der Zuschauer wird voll involviert. Ist trotz oder gerade wegen dem relativ ruhigen und auch ein wenig zu langen Einstieg voll im Film drin. Und fiebert mit. Hofft mit der Camperfamilie, dass sie ihren Malträtieren entkommen mag. Und hofft mit Sam und Ian.

Die bleiben immer angenehm menschlich. Werden nie zu Kampfmaschinen, die eiskalt zurückschlagen. Ganz im Gegenteil, sie dürfen sogar feige sein und wenig heroische Entscheidungen fällen. Dadurch bleibt die gesamte Situation immer nachvollziehbar. Erstaunlich sind zudem auch einige unvorhergesehene Entscheidungen des Skripts, die durchaus interessante Auswirkungen auf die Dynamik des gesamten Filmes haben.

Dazu gesellen sich intensiv aufspielende Hauptdarsteller, die zum einen glaubwürdige Helden und zum anderen absolut verabscheuungswürdige Lumpen entwerfen dürfen. Der reduzierte Score und die schmucklosen Bilder verstärken die Wirkung von „Killing Grounds“ zusätzlich.

Das Ergebnis ist ein kompromissloser Survival-Trip, der den Zuschauer gehörig mitnimmt. Nicht weil er Grenzen in Sachen Gewaltdarstellung einreißt, sondern weil er psychisch sehr bedrückend geraten ist. Und weil er gar nicht erst versucht, Motive für das schrecklich empathielose Tun seiner Killer zu liefern. Starke Darsteller, eine reduzierte Inszenierung, der zurückhaltende Score und das intelligente Verweben zweier Handlungsstränge ziehen den Zuschauer unmittelbar in „Killing Ground“ hinein. Leider bleiben am Ende des Filmes ein paar Fragen offen. Zudem, man muss es so platt sagen, wird der Bauch, in dem sich einige Wut angestaut hat, im etwas hektisch wirkenden Finale nicht so richtig zufriedengestellt. Mehr zu kritteln gibt es an diesem wirkungsvollen australischen Beitrag zum Terrorkino nicht.

7 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray von „Killing Ground“ kommt von der Busch Media Group und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Leider mutet die Synchronisation nicht immer sattelfest an.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Busch Media Group__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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