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Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Originaltitel: Maze Runner: The Scorch Trials__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Wes Ball__Darsteller: Dylan O’Brien, Aidan Gillen, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Barry Pepper, Giancarlo Esposito, Patricia Clarkson, Ki Hong Lee, Rosa Salazar, Lili Taylor, Nathalie Emmanuel, Katherine McNamara, Alan Tudyk, Dexter Darden, Jacob Lofland u.a.
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Im zweiten „Maze Runner“-Film gibt es kein Labyrinth mehr, dafür postapokalyptische Lande und Zombies

War mit dem ersten „Maze Runner“-Film ein potentieller Young-Adult-Franchisestarter mal erfolgreich gewesen (im Gegensatz zu Werken wie „Ich bin Nummer Vier“ oder „Eragon“), so kam dann bereits ein Jahr später das obligatorische Sequel.

Nachdem man Schweinsgalopp-Ende von Teil eins erfahren hatte, dass die Prüfungen der Glader um Thomas (Dylan O’Brien) nur Teil eines Regierungsprogramms waren um Immune bei der Bekämpfung eines Flare genannten, tödlichen Virus zu finden, startet der zweite Teil damit, dass Thomas und die anderen überlebenden Glader, Newt (Thomas Brodie-Sangster), Teresa (Kaya Scodelario), Minho (Ki Hong Li), Frypan (Dexter Darden) und Winston (Alexander Floris) von dem Erwachsenen Janson (Aidan Gillen) und seine Leuten in ihre Basis gebracht werden. Drumherum ist die große Brandwüste, durch welche die zombieartigen vom Flare-Virus Infizierten wandern, womit das ungewöhnliche Dystopieszenario des Erstlings hier bekannteren Postapokalypse-Welten weicht.

Dort treffen sie auf die Überlebenden anderer Testgruppen, darunter Aris (Jacob Lofland), der sich durch seine besondere Neugier auszeichnet und dem Braten nicht traut. Und gemäß der Regeln, dass Erwachsene, Regierungen, Konzerne und Erwachsene im Auftrag von Regierungen oder Konzernen im Young-Adult-Film selten etwas Gutes vorhaben, entdecken Thomas und Aris, dass die Überlebenden oft für Experimente benutzt werden und dabei klammheimlich von der Basis verschwinden.

Also organisiert Thomas für sich, seine Getreuen und Aris eine Chance zum Entkommen und flieht mit ihnen die Brandwüste, wo sie nicht nur von den Schergen des WCKD genannten Programms (für World Catastrophe Killzone Department) gejagt werden, sondern sich auch mit den postapokalyptischen Bedrohungen der Zukunft rumschlagen müssen…

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Thomas (Dylan O’Brien) lernt die Gefahren der Brandwüste kennen

Es ist interessant welche andere stilistische Richtung “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” im Vergleich zum Vorgänger einschlägt. Die Charakterstudien werden heruntergefahren, die Simulation einer gänzlich andersartigen Gesellschaftsform und das Spiel mit dem Nichtwissen der Charaktere weicht einer Flucht-und-Verfolgungs-Geschichte, deren Hintergründe kurz übers Knie gebrochen und manchmal leider auch nur begrenzt Sinn machen, auch wenn die grobe Stoßrichtung klar ist: Die skrupellosen WCKD-Leute gehen für das vermeintlich Wohl der Menschheit zur Not auch Leichen, während sich die in der Abgeschiedenheit die obligatorische Widerstandstruppe organisiert hat, zu der man sich irgendwann durchschlagen muss. Dazwischen gibt es dann noch diejenigen, die auf ihre eigene Art als Ganganführer oder Nachtclubbesitzer ein Leben während der Postapokalypse führen und denen die Helden auf ihrer Reise begegnen.

Gleichzeitig ist das allerdings auch eine Stärke von “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste”: Anstatt einfach mehr vom Gleichen zu bieten, geht der Film in eine neue Richtung und macht Hoffnung, dass mit dem anstehenden Trilogieabschluss ein wieder neues stilistisches Kapitel ansteht. Und auch wenn “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” die undankbare Mittelteilrolle zufällt, die weder das Etablieren noch das Abschließen der Geschichte zulässt, so kann der Film mit starken Bildern aufwarten, die hier eine zerstörte Erde zeigen, bei der umgekippte Wolkenkratzer inmitten der Wüste das Landschaftsbild bestimmen, Cranks genannte Infizierte durch frühere Fabrikhallen und Kaufhäuser jagen und sich mörderische infektiösen Pflanzenmonster in den Resten der Zivilisation breitmachen.

Diese zahlreichen Bedrohungen bilden die Grundlage für einen flotten, ausgesprochen actionreichen Young-Adult-Film, in dem man fast immer vor irgendwas oder irgendwem flüchten muss, sich gelegentlich auch mal zur Wehr setzt, meistens aber die Beine in die Hand nimmt. Das sorgt für einige einprägsame Szene, vor allem die Flucht vor Cranks über den zerbrechlichen Grund der Fensterfassade eines umgestürzten Wolkenkratzers brennt sich ein. Dabei ist “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” überraschend wenig zimperlich, weder in der Verwendung seiner Action- und Horrorelemente, noch in der Darstellung der Verluste, auch wenn das Ganze natürlich immer noch auf PG-13-Niveau bleibt – aber auf härterem PG-13-Niveau.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Thomas und seine Getreuen, darunter Newt (Thomas Brodie-Sangster), Teresa (Kaya Scodelario) und Minho (Ki Hong Li)

Wie im Vorgänger wird das Grüppchen dabei recht konsequent dezimiert, was auch den einen oder anderen Sympathieträger nicht vor dem Exitus bewahrt. Und noch dazu kann der Film im Schlussteil dann tatsächlich noch mit einer handfesten Überraschung aufwarten, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Schade nur, dass das neue Personal – mit Ausnahme von Brenda (Rosa Salazar) – in erster Linie als Stichwortgeber fungiert und sich in bekannte Gut-Böse-Schemata einreiht. Gerade bei den Figuren vermisst man dann leider die Sorgfalt, die der Vorgänger walten ließ.

Darstellerisch hat sich seit dem Vorgänger wenig getan: Dylan O’Brien („American Assassin“), Kaya Scodelario („Fluch der Karibik 5“), Thomas Brodie-Sangster („The Baytown Outlaws“) und Ki Hong Lee („Wish Upon“) überzeugen in den bekannten Rollen ohne zu glänzen, während gestandene Erwachsenenmimen wie Aidan Gillen („King Arthur: Legend of the Sword“), Lily Taylor („Brooklyn’s Finest“), Giancarlo Esposito („Poker Night“), Patrica Clarkson („Das Versprechen“), Barry Pepper („Snitch“) und Alan Tudyk („Transformers 3“) nicht überfordert werden, ihren Rollen aber durchaus gelungen Leben einhauchen. Bei den jugendlichen Neuzugängen tritt nach Brodie-Sangster und Gillen mit Nathalie Emmanuel ein weiteres „Games of Thrones“-Gesicht auf den Plan, hat aber wenig zu vermelden, während Rosa Salazar („Die Bestimmung – Insurgent“) zwar erst spät in den Film auftaucht, sich aber dafür gut behaupten kann.

“Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” bietet nicht einfach nur mehr vom Gleichen, was grundsätzlich lobenswert ist, vernachlässigt aber die Charakterzeichnung des Vorgängers und dessen Was-wäre-wenn-Szenario für einen Young-Adult-Reißer mit vielen Action-, Horror- und Abenteuerelementen. Das ist kurzweilig anzusehen und hat seine Schauwerte, auch wenn die Offenlegungen in Sachen Hintergrundgeschichte etwas mau bleiben. Dem Vorgänger somit unterlegen, aber immer noch ziemlich unterhaltsam.

Knappe:

Nachdem der Film im Kino nur gekürzt lief, weil man anscheinend Schnitte für eine 12er-Freigabe befürchtete, brachte 20th Century Fox hat den Film auf DVD und Blu-Ray ungekürzt ab 12 heraus. DVD und Blu-Ray enthalten entfallene Szenen und eine Featurette über Spaß am Set im Bonusmaterial, die Blu-Ray außerdem noch ein paar weitere Making Ofs, eine Bildergalerie und einen Audiokommentar von Regisseur Wes Ball, Drehbuchautor T.S. Nowlin, Cutter Dan Zimmerman und Produzent Joe Hartwick Jr.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: 20th Century Fox__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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