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Michael Madsen über Quentin Tarantino und The Hateful Eight

Michael Madsen

Michael Madsen beehrt einen weiteren Quentin-Tarantino-Film: “The Hateful Eight” © Universum Film

Michael Madsen ist einer der emsigsten Darsteller unserer Zeit. Bekannt sind allerdings nur die wenigsten seiner Arbeiten. Vor allem seine Kollaborationen mit Quentin Tarantino stechen deutlich aus dem Wust an TV-Serien und Videopremieren heraus. Doch auch Blockbuster wie „Free Willy“, „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ oder „Species“ hat er auf seinem Kerbholz.

Den Actionhelden gab er vornehmlich im Direct-to-Video-Sektor, wo er sich immer ultracool inszenieren ließ. Wir stellen den Mimen vor und berichten von unserer Begegnung mit ihm auf dem 2015er „Weekend of Hell“, wo er vor allem über „The Hateful Eight“, seine neueste Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino, sprach.

Michael Madsen auf dem „Weekend of Hell“

Beim „Weekend of Hell“ vom 6. auf den 8. November hatte sich großer Besuch angekündigt. Michael Jai White, Scott Adkins, Eric Roberts und Michael Madsen hatten ihr Kommen zugesagt, am Ende schaffte es nur Michael Madsen auf die Horror-Convention. Und damit die coolste Sau von allen. Michael wirkte deutlich fitter als in seinen letzten Filmen, hatte sichtlich abgenommen und amüsierte sich köstlich über die von mir zum Signieren vorgelegte DVD von „The Stuntdriver“, den er durchaus positiv in Erinnerung zu haben schien.

Dass der Mime vor allem aufgrund seiner Zusammenarbeiten mit Quentin Tarantino bei den Leuten bekannt ist, wurde dann bei der Q&A-Runde offensichtlich. Hier spielten Fragen zu „The Hateful Eight“ und Quentin Tarantino definitiv die Hauptrolle, doch der sonst so coole Madsen ließ teilweise auch erstaunlich tief in sein Inneres blicken. Doch nicht nur seine Antworten waren ein kleines Erlebnis für sich, auch seine unverkennbare, unfassbar tiefe Reibeisen-Stimme sorgte für die eine oder andere Gänsehaut im Publikum.

Michael Madsen

Michael Madsen mit freemans Stuntdriver-DVD.

Michael Madsen spricht über „The Hateful Eight“

Kannst du uns etwas über deinen neuesten Film, den du gemeinsam mit Quentin Tarantino gedreht hast, erzählen?

Nun, zunächst einmal ist es schwer, den Film zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten. Wenn ihr den Trailer gesehen habt, werdet ihr vielleicht denken, dass ihr wisst, worum es in dem Film gehen wird. So funktionieren heutzutage Filmtrailer. Sie versuchen dir schon die gesamte Geschichte zu erzählen. ABER, es war nicht Quentin Tarantino, der den Trailer erstellt hat. Im Grunde wisst ihr also gar nichts über den Film. *lacht* Denn es passiert noch viel viel mehr in „The Hateful Eight“. Vieles davon würdet ihr niemals in einem Film wie diesem erwarten. Versteht mich nicht falsch: Der Trailer ist gut, aber er ist auf eine gewisse Art und Weise sehr trügerisch. Im Grunde dreht sich alles um Leute auf der Suche nach der Wahrheit. Der Film ist ziemlich kompliziert.

Und er enthält viele Bezugnahmen zu früheren Tarantino-Filmen. Etwa zu „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und „Django Unchained“. Man muss nur genau hinschauen, dann findet man diese Referenzen. Mein Charakter ist für mich die beste Rolle, die ich je gespielt habe. Ich hatte riesigen Spaß bei den Dreharbeiten. Wisst ihr, ich hatte vergessen, was es für Spaß machen kann, Filme zu drehen. Ich bin ziemlich faul geworden in den letzten Jahren. Diesen Film zu drehen, hat mich meine Liebe fürs Schauspielen wieder entdecken lassen.

Michael Madsen

Michaels ganz persönliches “The Hateful Eight”-Poster. © Universum Film

Hat Quentin die Rolle direkt für dich geschrieben oder ist ihm, als sie fertig entwickelt war, aufgefallen, dass niemand anderes als du die Rolle spielen könnte?

Nun, er rief mich eines Tages an und meinte, er habe da eine Rolle für mich und ich solle zu seinem Haus kommen, um das Drehbuch zu lesen. In der Tat hatte er die Rolle für mich geschrieben. Das ist echt schmeichelhaft, wenn jemand so etwas für einen tut. Und es ist ja nun das vierte Mal, dass wir zusammen arbeiten.

Seine Energie für das Filmemachen ist etwas Besonderes. Viele andere Filmemacher lehnen sich irgendwann zurück und genießen ihren Erfolg. Aber Quentin ist da ganz anders. Er ist viel zu enthusiastisch, was Filme angeht.

Kannst du schon etwas über deinen Charakter in „The Hateful Eight“ erzählen?

Letzten Endes ist meine Figur ein Bösewicht. Aber ich mag den Gedanken, dass er nicht der Bösewicht ist. Natürlich ist ein Bösewicht eine unverzichtbare Figur in einem Film wie diesem.

Der Trailer zu The Hateful Eight

Am Set mit Quentin Tarantino

Hat euch Quentin am Set irgendwie in Stimmung gebracht für die Dreharbeiten?

Quentin und ich, wir mögen einfach die gleichen Cowboy-Filme: „Rio Bravo“, „Die glorreichen Sieben“, „Hängt ihn höher“, „Todeszug nach Yuma“, „Um Kopf und Kragen“, „Big Jake“. Bei den Dreharbeiten ließ er also viel Musik aus „Rio Bravo“ und anderen bekannten Western laufen. In meiner Garderobe hatte ich zudem die Möglichkeit, TV zu schauen. Ich nutzte die Zeit und habe vermutlich jede Folge von „Bonanza“ und „Big Valley“ geschaut. Einfach um mich in Stimmung zu bringen. Als wir die Fotoshootings für die Poster usw. machten, ließ Quentin einen Song aus „Rio Bravo“ laufen. Einen Song, den Dean Martin in dem Film singt und damit einen sehr emotionalen Moment unterstreicht. Irgendwie bewegte mich das bei dem Fotoshooting sehr, dass ich gerade einen Western drehte und zu genau dem Song posierte…

Wie hat sich die Arbeit mit Quentin über die Jahre verändert und hat es dich gefreut, bei den „Hateful Eight“ dabei sein zu können?

Michael Madsen

Michael in “The Hateful Eight”. © Universum Film

Als wir „Reservoir Dogs“ drehten, war ich noch grün hinter den Ohren. Ich erinnere mich noch daran, dass meine Hosen viel zu eng waren. Und der einzige Grund, warum ich in dem Film Cowboystiefel trage, ist, weil ich einfach keine schwarzen Schuhe passend zu meinem Anzug besaß. Und Steve Buscemi, der besaß nicht einmal eine schwarze Anzughose. Deshalb trägt er als einziger schwarze Jeans! Das war wirklich Low Budget.

„The Hateful Eight“ hatte ein ungleich größeres Budget. Wir sprechen hier von 65 Millionen Dollar. Das ist schon ein echter Unterschied. Und natürlich freue ich mich, bei „The Hateful Eight“ dabei sein zu dürfen. Wisst ihr, Quentin hatte für mich eine Rolle in „Django Unchained“ geschrieben. Aber ich war zu der Zeit bereits komplett verplant und habe in Rumänien einen Film gedreht. Ich denke, er war deshalb durchaus angesäuert und irgendwie befürchtete ich, dass er nicht mehr mit mir würde zusammenarbeiten wollen. Deshalb hat es mich sehr positiv überrascht, dass er bei den „The Hateful Eight“ wieder eine Rolle für mich hatte.

Wie ist es, mit Quentin Tarantino zu arbeiten?

Was ich total interessant finde, ist, dass wenn du mit ihm arbeitest, du nie den Gedanken hast, der Film könnte irgendwie eine Enttäuschung werden. Du weißt einfach, dass der Film gut sein wird. Ich kann nicht einmal erklären, warum das so ist. Man hat an seinem Set einfach nicht Gedanken wie: „Das könne nicht funktionieren!“ oder „Das sollte lieber anders gemacht werden!“ Das ist wirklich entscheidend. Er weiß einfach, was er da macht. Man muss sich darum keine Sorgen machen. Und das ist einfach ein echtes Vergnügen.

Wenn du einen Film machst, nachdem du mit ihm gearbeitet hast, gehst du an das neue Set, schaust dich um und bemerkst: Oh, das wird nicht so toll, wie die Arbeit mit Quentin. Man kann das gar nicht miteinander vergleichen. Es ist bei ihm einfach das Gesamtpaket. Man spürt die Kameradschaft an Quentins Sets und er kennt mich einfach so gut. Beispielsweise darf ich bei den Dreharbeiten Sachen abziehen, die Quentin anderen Darstellern nicht durchgehen ließe. Wir haben da eine seltsame Symbiose… Andere Darsteller brauchen bei ihm auch immer wieder mal sehr viele Takes für eine Szene. Bei mir ist nach der dritten Szene meist alles im Kasten. Dann ertönt ein „Ok, Great“ und fertig.

Als Regisseur ist er auch deshalb anders als viele andere, weil er dir immer direkt gegenübersteht und mit dir arbeitet. Er schaut nicht die ganze Zeit auf irgendwelche Kontrollmonitore. Das eint ihn mit den Großen der alten Tage wie Alfred Hitchcock oder George Stevens. So sehe ich immer sofort, ob ich nun gut war oder nicht.

Ist bei den Dreharbeiten auch etwas Lustiges passiert?

Michael Madsen

Cooler ist keiner! © Universum Film

Ich erinnere mich eher an Momente, bei denen wir Schauspieler Quentins Temperament zu spüren bekamen. Auch ich hatte einen Moment, bei dem ich „Q“ richtig sauer gemacht habe. Dabei hatte ich einen Tisch zerbrochen, der dafür noch gar nicht vorgesehen war. Ich wollte einfach sehen, wie schwer der Tisch war. Ich sollte ihn nämlich durch die Gegend schleudern und dabei sollte er an einem ganz speziellen Punkt landen – und mehr oder weniger ganz bleiben!

Nun, wir drehten auf 70 mm Film, da will man nicht allzu viel Ausschuss produzieren. Deshalb sollte möglichst alles schnell auf den Punkt funktionieren. Doch ich stand da herum und dachte nur bei mir: Mann, das Ding ist echt schwer und ich soll ihn halbwegs unversehrt da rüber schmeißen? Wie soll das funktionieren? Deshalb fragte ich Quentin, ob ich den Wurf einmal proben könnte. Und er meinte nur, er wolle, dass ich einfach loslege, weil er gleich filmen wolle. Doch er hatte noch etwas zu erledigen, was ich als Gelegenheit ansah, doch einmal den Wurf zu testen. Ich schnappte mir also den Tisch, warf ihn und er zerbrach in zig Stücke. Da war er mal richtig sauer auf mich.

Und wie hast du dich dann bei ihm entschuldigt?

Nun, sie hatten noch einen speziell vorbereiteten Tisch, den ich direkt beim zweiten Anlauf perfekt an seinen neuen Standort befördern konnte. Quentin ging daraufhin vom Set, als sei nie etwas passiert. Er kann über solche Momente sehr schnell hinwegsehen.

Michael Madsen und seine Beziehung zu seinem „Kill Bill“-Co-Star David Caradine

Michael Madsen

Michaels dunkle Reibeisenstimme geht durch Mark und Bein!

Wir haben auch viele „Kill Bill“-Fans hier im Publikum. Welches ist deine Lieblingsszene im Film?

All meine Szenen mit dem leider verstorbenen David Carradine. Er war so eine Naturgewalt. Wir sind am Set so etwas wie Brüder geworden. Wir standen uns am Ende der Dreharbeiten ziemlich nahe. Es fällt mir darum schwer, den Film anzusehen und nicht an die Momente zwischen ihm und mir zu denken. Dabei vor allem jene Szene, wenn er zu mir in den Wohnwagen kommt, um mich zu warnen, dass Uma auf dem Weg sei, mich umzubringen. Wir unterhalten uns über sie und was passieren wird. Wir haben da beide sehr tolle Dialogzeilen. Ich vermisse ihn wirklich sehr.

Woran ich mich auch noch sehr lebhaft erinnern kann, ist dieser verdammte Hut, den ich im Film trage. Dieser weiße Stetson. „Q“ wollte nicht, dass ich den Hut im Film trage. Doch ich kam zu den Proben direkt von einem Set in Mexiko, wo ich einen Western gedreht und immer den Hut auf hatte. So auch dann bei den Proben zu „Kill Bill“. Und „Q“ meinte nur zu mir: Willst du den Hut auch bei den Dreharbeiten tragen? Worauf ich entgegnete: Ja, sehr gerne. Doch er sagte: Du kannst diesen Hut echt nicht bei den Dreharbeiten tragen. Ich sagte ihm, dass ich den Hut sehr mochte, aber mit seinem Einwand einverstanden war. Dann kam Quentin auf einmal auf mich zu und meinte so zu mir: Weißt du, ich kann dich jetzt nicht mehr ohne den Hut aufnehmen. Du trägst ihn jetzt schon die ganze Zeit und ich kann mir dich jetzt gar nicht mehr ohne vorstellen. Bitte trage doch den Hut. Das hat mich echt sehr gefreut.

Kurz darauf folgten dann die Dreharbeiten zu einer Szene im Stripclub, wo Bud arbeitet. Kurz vorher kam Quentin zu mir an den Wohnwagen, händigte mir ein paar handschriftliche Seiten aus und meinte: Das drehen wir heute. Ich nahm es, schloss die Tür und begann es zu lesen. Es war eine Szene, in der Larry Bishop als mein Chef Larry Gomez mir befahl, ich solle meinen Hut abnehmen. Quentin wusste ja, wie gerne ich den Hut trage. Und er wusste, wie desorientierend es für mich sein würde, wenn mein Charakter dazu gezwungen wird, den Hut abzunehmen. Denn tatsächlich zwingt Quentin in der Szene ja mich den Hut abzunehmen. Und es fiel mir tatsächlich sehr schwer, diesen Befehl auszuführen. Und genau das merkt man eben nun auch Bud in der Szene an. Quentin hat mich da auf eine ziemlich intelligente Art und Weise manipuliert und es zeigt, was wir für ein Verhältnis haben.

Michael Madsen von innen…

Michael Madsen

Michael Madsen bei dem “Weekend of Hell” Q&A.

Was für eine Beziehung hast du zu Quentin Tarantino? Ist die rein professionell oder verbringt ihr auch privat Zeit miteinander? Und hat diese Beziehung sich mit der Zeit verändert?

Nun, Quentin ist nicht der geselligste Typ auf der Welt. Er hängt nicht mit anderen ab. So ist er nicht. Aber wir sehen einander und machen auch Sachen zusammen abseits der Arbeit. Ich denke, er ist klüger, ich bin klüger, wir sind inzwischen beide älter als zu den Zeiten der „Reservoir Dogs“ und so wuchs auch unsere Beziehung. Sie wurde größer und stärker. Er nahm mich als jungen Kerl, der bei den „Reservoir Dogs“ nicht wirklich wusste, was er tat, schickte mich auf einen Höllenritt mit „Kill Bill I und II“ und baute nun mit „The Hateful Eight“ meinen Glauben ins Filmemachen wieder auf.

Er ist eben wie eine Naturgewalt in meinem Leben. Und er ist verrückt nach Filmen. Er hat nicht einmal ein Handy. Ich glaube, dass er immerhin einen Facebook-Account hat, den er vor wenigen Monaten angelegt hat. Er hat ein Kino in seinem Haus. Und seine Idee von einer Party ist, Leute einzuladen, um mit ihnen Filme zu schauen. Er mag es nicht, in Clubs oder Discos zu gehen. Genauso wie ich. Ich glaube, auch darum mögen wir einander.

Wie gefällt es dir auf dem „Weekend of Hell“?

Ich bereise die verschiedensten Länder und überall kennt und erkennt man mich. Da ist immer irgendeiner in einer Gruppe von Leuten, der flüstert: Michael Madsen. Mich verwundert das immer wieder. Dieses ganze Konzept des Ruhms. Das habe ich nie so wirklich verstanden. Aber es ist ein wirklich schönes Gefühl, dass egal, wo man hinkommt, die Leute einen erkennen und nett zu einem sind. So wie hier. Wisst ihr, mein Vater ist vor etwa zwei Wochen verstorben. Er hätte „The Hateful Eight“ zu gerne gesehen. Wenn ich also an Orte wie diesen komme, mit all den netten Leuten, hoffe ich, dass er mich von da oben beobachtet, das alles sieht und zu sich sagt: Mein Junge hat das gut gemacht…

Michael wankte danach sichtlich bewegt von dem Podium, hatte sich aber wenige Augenblicke später wieder fest im Griff und signierte im Akkord diverse „Kill Bill“ und „Reservoir Dogs“-Mitbringsel der Fans.



Michael Madsen im Kurzportrait

Michael Madsen

Michael Madsen in “The Stuntdriver”. © Eurovideo

Michael Madsen wurde am 25. September 1958 als Michael Søren Madsen in Chicago geboren. Seine Mutter war die Filmemacherin Elaine Madsen, sein Vater der Feuerwehrmann Calvin Madsen. Er hat zwei Schwestern, darunter die Schauspielerin Virginia Madsen, neben der er in dem Actioner „Blue Tiger“ ein Cameo absolvierte. Der rebellische Teenager flüchtete sich schon früh in die Welt alter Filme und Theaterstücke und nutzte die Schauspielerei, um seinen Unmut zu kanalisieren.

Das erste Mal war er für die Steppenwolf Theatre Company in Chicago als Schauspieler tätig. Hier spielte er unter anderem mit John Malkovich zusammen. Der Anfang war gemacht. Es folgte eine lange Phase des sich Ausprobierens mit unzähligen Engagements für TV-Serien und Fernsehfilme. Eine Nebenrolle in „War Games“ (1983) markierte seinen ersten Auftritt in einem erfolgreichem Kinofilm. Weiter ging es mit unzähligen Nebenrollen in Serien und Kinofilmen. „Der Unbeugsame“ (1984), „Kill me again“ (1989) „The Dorrs“ und „Thelma & Louise“ (beide 1991) seien genannt.

1992 gelang es ihm, Teil des Ensembles des billigen Regiedebüts eines Filmverrückten zu werden. Als Folterknecht Mr. Orange wurde der obercoole Madsen auch aufgrund der genialen Textzeilen von Quentin Tarantino von jetzt auf gleich unsterblich. „Reservoir Dogs“ begründete eine innige Freundschaft zwischen Michael und Quentin Tarantino und stieß dem Schauspieler Tür und Tor in Richtung interessanterer Filmprojekte auf.

Michael Madsen

Michaels Durchbruch: “Reservoir Dogs”. © Studiocanal

Mit den „Free Willy“-Filmen (1993 und 95) und „Species“ (1995) erntete er erst einmal die Lorbeeren für seine langjährige harte Arbeit unter dem Radar der großen Filmstudios. In der Folge hatte Michael Madsen häufiger Pech, was seiner Karriere aber erstaunlicherweise nie wirklich abträglich wurde. So musste er die von John Travolta gespielte Figur des Vincent Vega in „Pulp Fiction“ (1994) wegen anderweitiger Verpflichtungen ebenso ausschlagen wie die Rolle des Seth Gecko in „From Dusk Till Dawn“ (1996). Solide laufende Nummern wie „Donnie Brasco“ (1997), „Species 2“ (1998) oder „Wyatt Earp“ (1994) glichen diese „Niederlagen“ wieder aus.

Michael Madsen

Michael in dem schlotzigen “Species”. © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Im neuen Millennium punktete er mit einer erneuten Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino: „Kill Bill“ (2003 & 2004), schaute im James Bond Franchise vorbei („Stirb an einem anderen Tag“ von 2002) und veredelte das großartige Ensemble von „Sin City“ (2005). Und auf einmal rutschte Michael, der in den 90ern schon immer mal B-Luft schnupperte (etwa „The Stuntdriver“) urplötzlich komplett in den DTV-Sektor ab.

Titel wie „Chasing Ghosts“, „Piranhaconda“, „Terror Trap“ „Sights of Death“ oder „Skin Traffik“ sprechen dahingehend eine deutliche Sprache. Leider spürte man Michael in dieser Phase auch an, dass ihm diese Filme wirklich gar nichts bedeuteten. Vor sich hin nuschelnd schien er vor laufender Kamera Mittagsschläfchen zu halten. Seine Auftritte in TV-Serien wie „24“, „CSI Miami“ und „Hawaii Five-O“ gerieten da deutlich inspirierter, holten ihn aber dennoch nicht aus seinem Formtief heraus. Vielleicht gelingt ihm ein neuerlicher Weckruf an seine Karriere ja mit dem neuesten Quentin Tarantino-Streifen: „The Hateful Eight“. Egal, wie es läuft, man kann nur hoffen, dass er nicht noch einmal an „Big Brother“ teilnehmen muss. So geschehen im Jahre 2012, als er am britischen Celebrity Big Brother partizipierte und Vierter wurde.

Michael war bisher dreimal verheiratet. Aus seiner zweiten Ehe mit Jeannine Bisignano stammt der gemeinsame Sohn Christian, ebenfalls ein Schauspieler. Seit 1996 ist er mit De Anna Morgan verheiratet, mit der er drei Söhne hat. Privat ist Michael großer Lyrik-Fan. Vier Gedichtbände aus seiner Feder kann man inzwischen erstehen. Zudem veröffentlichte der passionierte Fotograf auch einen Bildband, in dem er seine Fotografien mit lyrischen Zeilen aus seiner Feder flankierte.

Die Filmografie von Michael Madsen

1982 Against All Hope
1983 Chefarzt Dr. Westphall (TV-Serie)
Special Bulletin
WarGames – Kriegsspiele
Diner (TV-Kurzfilm)
1984 Die Zeit verrinnt, die Navy ruft
Der Unbeugsame
Cagney & Lacey (TV-Serie)
Miami Vice (TV-Serie)
1985 The Hitchhiker (TV-Serie)
Verfeindet bis aufs Blut (TV-Serie)
1986 Crime Story (TV-Serie)
1987 The Killing Time
1988 Kampf auf der Todesinsel
Shadows in the Storm – Die dunklen Schatten der Leidenschaft
Feuersturm und Asche (TV-Mini-Serie)
1989 Almost Grown (TV-Serie)
Nam – Dienst in Vietnam (TV-Serie)
Jake und McCabe – Durch dick und dünn (TV-Serie)
Blood Red – Stirb für dein Land
Kill me again
Zurück in die Vergangenheit (TV-Serie)
1990 Montana (TV-Film)
The Outsiders (TV-Serie)
The End of Innocence
1991 Chicago Soul (TV-Serie)
The Doors
Thelma & Louise
1992 Reservoir Dogs
Sag’s offen, Shirlee
Biancas Baby (TV-Film)
Fatal Instinct
Cashfire
1993 Harry & Kit – Trouble Bound
Made of Steel – Hart wie Stahl
Free Willy – Ruf der Freiheit
Money for Nothing
Gier nach Vergeltung
1994 Getaway
Blue Tiger
Final Combination
Wyatt Earp – Das Leben einer Legende
Season of Change – Für einen Augenblick von Zärtlichkeit
1995 Species
Free Willy 2 – Freiheit in Gefahr
Man with a Gun
Red Line
1996 Almost Blue
Nach eigenen Regeln
The Winner – Heiße Nächte in Las Vegas
Frankie the Fly
1997 Donnie Brasco
Der Macher
Rache ist süß
Executive Target
Catherine’s Grove
1998 Pakt mit dem Bösen
Fear – Im Angesicht der Angst
Desert War: Hinter feindlichen Linien
Species 2
Paranormal – Im Bann der Aliens
Voodoo Dawn
Detour
Rache nach Plan (TV-Serie)
1999 Im Fadenkreuz des Todes
The Florentine
Ballad of the Nightingale
Flat Out
2000 The Stray
The Inspectors – Zerrissene Beweise
Tod in großen Scheinen
Todeskommando Weißes Haus
Sacrifice – Der Sweetwater-Killer
High Noon (TV-Film)
The Price of Air
L.A. Nights
Ides of March
Bad Guys
2001 Fall
Big Apple (TV-Serie)
The Ghost
Pressure Point
Choke
Michael Jackson: You rock my World (Musikvideo)
Die Todesengel von L.A.
42K (Erzähler)
Grand Theft Auto 3 (Stimme im Videospiel)
Extreme Honor
Outlaw
2002 www.sex.com
James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag
The Real Deal
Welcome to America
2003 Pauly Shore is dead
Where’s Angelo (Kurzfilm)
44 Minutes
Partyalarm – Finger weg von meiner Tochter
Kill Bill: Vol. 1
Vampires Anonymous
True Crime: Streets of LA (Stimme im Videospiel)
2004 Blueberry und der Fluch der Dämonen
Kill Bill: Vol 2
Driv3r (Stimme im Videospiel)
Frankenstein (TV-Film)
Jacked – Pulp Russia
2005 Tilt (TV-Serie)
Narc (Stimme im Videospiel)
Sin City
L.A. Dicks
Muzhskoy sezon. Barkhatnaya revolyutsiya
Chasing Ghosts – Blutige Spuren
BloodRayne
Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia (Stimme von Maugrim)
Ryû ga gotoku (Stimme im Videospiel)
2006 All In: Pokerface
Scary Movie 4
Das Himmelfahrtskommando
Hoboken Hollow
Canes
Reservoir Dogs (Stimme im Videospiel)
UKM: The Ultimate Killing Machine
2007 Machine
Living & Dying
Boarding Gate
Afghan Knights
Strength and Honour
Croc
Tooth and Nail
Cosmic Radio
2008 Hell Ride
Eyes Front
Crash and Burn (TV-Film)
Last Hour
Vice
Break
No Bad Days
45 R.P.M.
Coma (Kurzfilm)
Im Rausch der Höhe
House
2009 You Might as Well Live
Clear Lake, WI
A Way with Murder
Road of no Return
Hired Gun
Shannon’s Rainbow
The Way – Der Weg des Drachen
Outrage
Green Lantern: First Flight (Stimme von Kilowog)
Serbian Scars
Lost in the Woods
Chamaco
Creepshow Raw: Insomnia (Kurzfilm)
Vampirkiller – Untote pflastern ihren Weg
Ligeia
Christmas Crash
Dead Man Running
2010 The Portal
The Killing Jar
Six Days in Paradise
Money to Burn
Let the Game begin
CSI: Miami (TV-Serie)
Der Allergrößte bin ich
24 (als Jim Ricker)
Krach
Terror Trap
Federal
Now Here
Nictophobia – Folter in der Dunkelheit
Kriegssöldner – The Killer War
No Clean Break (TV-Serie)
Corruption.Gov
2011 Joshua Tree
The Forest
Löwe von Judah – Das Lamm, das die Welt rettete
A Cold Day in Hell
Not another not another Movie
Amsterdam Heavy
Dirty Little Trick
Loosies
A Matter of Justice
2012 Eldorado
Cole Younger & The Black Train
Refuge from the Storm
The Devil’s Dozen (Erzähler)
Sins Expiation
Bob’s Burgers (TV-Serie)
Piranhaconda
As pik
Beyond the Trophy
Desperate Endeavors
Blue Bloods (TV-Serie)
Dishonored (Stimme im Videospiel)
Terrible Angels
Infected
Magic Boys
Prince of the City
2013 Day of Redemption
The Mob Doctor (TV-Series)
Madoff: Made Off with America
Along the Roadside
Mob of the Dead (Stimme im Videospiel)
The Sorrow aka Sierra Nevada Gunfighters
Golden Boy (TV-Serie)
ICE Agent
Gabrielle
Nomad the Beginning
Lionhead
Ashley
I’m in Love with a Church Girl
Axe Cop (TV-Serie)
The Walking Dead: The Game – Season 2 (Stimme im Videospiel)
Paulie
63lbs
2014 Hawaii Five-O (TV-Serie)
Skoryy ‘Moskva-Rossiya’
The Ninth Cloud
Water Wars
2047: Sights of Death
Turn around Jake
2015 The whole World at our Feet
Hope Lost
A Turn in the Sun
A Hitman in London aka Skin Traffik
The Just (Kurzfilm)
No Deposit
Big Time in Hollywood, FL (TV-Serie)
Magi
CobraGator
Lady Psycho Killer
Sacred Blood
Lumberjack Man
The Hateful 8
2016 Dirty Dealing 3D
Kidnapped in Romania

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