Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

New World Disorder

Originaltitel: New World Disorder__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1999__Regie: Richard Spence__Darsteller: Tara Fitzgerald, Rutger Hauer, Andrew McCarthy, Hari Dhillon, John Bondi, Robert L. Hall u.a.
New World Disorder

Rutger Hauer auf der Jagd nach Cyberterroristen in “New World Disorder”

Dynaphase Systems, eine Firma zur Herstellung von Computerchips, wird von einer Gruppe vermummter Gestalten überfallen und um einige Mikrochips erleichtert. Gleichzeitig schließen zwei Entwickler in der Firma die Entwicklung eines Programms ab, das ihnen 100 Millionen auf die Konten spülen soll. Gerade laden sie es auf den Hauptrechner der Firma, als das Überfallkommando ihren Weg kreuzt. Das endet für einen der Entwickler mit einer Bleivergiftung, der andere kann entkommen.

Marx, Detective des Morddezernats, wird hinzugezogen, bzw. zieht sich selber hinzu, da ihm das Vorgehen der Räuber an einen früheren Mordfall erinnert, welcher ihn schon seit fünf Jahren beschäftigt. Unterdessen knacken die Chipräuber die Daten des Firmenhauptrechners, die sie vorsichtshalber downgeloadet haben, man weiß ja nie, was man finden könnte. Und wirklich, sie finden Rosetta, das Programm der beiden Entwickler vom Anfang. Es ist eine Sicherheitssoftware, die auf einen Schlag alle Hacker aussterben lassen würde, da sie mit alternierenden Verschlüsselungssystemen absolut unhackbar sein soll (LOL). Die Chipdiebe haben allerdings nur einen Teil der Software in ihrem Besitz, da die beiden Entwickler einzelne Teile im Handgemenge löschen konnten. Ergo macht man sich auf die Suche nach dem zweiten Entwickler. Diesen haben sie zeitgleich mit der Polizei am Arsch. Das daraus entstehende kugelverseuchte Tohuwabohu kann er nutzen und mit der Original Rosettadiskette fliehen. Kurze Zeit später geht der Gute allerdings in Rauch auf … und die Diskette wechselt nun im Minutentakt den Besitzer: Chipdiebe, Polizei, Chipdiebe, nur Marx, Chipdiebe usw.

New World Disorder

Rutger Hauer als Relikt alter Zeiten im “modernen” Actionthriller

Wie sich Tara Fitzgerald (“Brassed Off”) in diesen Film verirrt hat, fragt man sich mehr als nur einmal. Sie spielt zwar insgesamt nicht schlecht, wirkt aber in jeder Sekunde ihrer Leinwandpräsenz absolut unterfordert. Peinlich wird es immer dann, wenn ihr das Drehbuch Phrasen in den Mund legt, die sie als firm mit Computerzeugs darstellen sollen, aber immer am Rande der Peinlichkeit lavieren: “Quake ist cooler als Doom”. Derartiges spricht für Fachkenntnis ohne Gleichen … Allerdings scheint ihr auch bewusst zu sein, dass sie nicht in diesen Film gehört, schaut sie doch beständig zum Boden, so als würde sie sich schämen, hier mitzuwirken. Und dafür hat sie allen Grund … Genauso verloren wirkt Andrew McCarthy. Noch nie als Schauspieler von Format aufgefallen, verleiht er seinen Charakteren zumindest immer eine gewisse Grundsympathie. Doch hier darf er nicht einmal das, spielt er doch den Bad Ass. Und was für einen coolen! Mit Piercings und Tattoos … uuuuh böse!

Nicht besser ergeht es Rutger Hauer. Er gibt Marx als altes Relikt, dass mit Computern nichts anfangen kann und auch gar nicht will. Also wird seine Rolle als querköpfiger und ewig gestriger Zausel angelegt, der allen beweisen darf, dass alt (veraltet) nicht automatisch schlecht sein muss. Oh weihja! Peinlich wird es, wenn er zum Zeichen seiner altmodischen Haltung die ganze Zeit mit einer dämlichen Fliege sein Outfit abrundet und in Technodiscos mit einem 40er Jahre Anzug rumstolpert! Kurz: Rutger Hauer wirkt traurig fehl am Platz, nicht nur in der Disco, nein, im ganzen Film!

New World Disorder

So sehen Cyberterroristen aus! Pussie!!!

Das liegt dabei nicht einmal an seiner eigentlichen Darstellung, die ist nämlich grundsolide. Nein, er ist eben insofern total verloren, weil alles in dem Film auf Cyberthriller getrimmt ist: Technoclubs, Latex-, Lack- und Lederklamotten, jeder 2. Begriff ist computerinesisch … All das passt einfach nicht zu einem Rutger Hauer. Dieser soll zwar auf altmodisch machen, nur so altmodisch wie er, ist nicht einmal meine Oma! Das funktioniert hinten und vorne nicht. Wie der ganze Film. Dieser hat keinen Stil! Die Optik schreit förmlich: Ich bin eigentlich eine TV Produktion! Obendrein ist alles seltsamerweise auf bunt getrimmt, vermutlich weil bunt für hip steht oder sonst was. Keine Ahnung. Die Figuren des Filmes agieren obendrein alle unglaubwürdig und werden dann auch noch von dem unbeholfenen Skript allein gelassen, um nicht zu sagen verarscht, entpuppen sich doch alle Dialoge als Dumm-Dumm Geschosse. Und wenn dann auch noch die GANZE Belegschaft des Filmes auf einen Schlag für dumm verkauft wird, tut das schon weh …

New World Disorder

Lecker Tara Fitzgerald verabschiedet sich mit dem Film von ihrer Karriere.

Hauer wird da gefragt, wie viele Bits ein Byte hat.
Hauer antwortet: “8”
Darauf macht er weiter, ganz nach der Devise: Ich bin halt doch cool: “Und ein Megabyte hat 144 000 Byte!”
Ähm ja, ich bin nun kein Experte oder so, aber LOL!!! Nun dachte ich mir so: Da die anderen ja alle so cool sind und übelst Ahnung von Computern haben (zumindest werden sie ja so dargestellt) werden die gleich in schallendes Gelächter ausbrechen, denn meine Überschlagsrechnung ergab, dass 144 000 Byte nicht viel mehr als 140 KiloByte sind. ABER: KEINER lachte, sondern alle schauten nur verblüfft … dann zerschnitt doch noch ein Lachen die Luft: Es war meines … So komplett bekloppt hat sich meines Erachtens noch kein anderer Film entzaubert. Und daher: Jungs, die ihr da draußen an euren Drehbüchern sitzt und manchmal meint, es gehe nicht voran oder ihr hättet kein Talent, habt Vertrauen in euer Können, denn hey, der Verzapfer dieses Unsinns hier heißt Ehren Kruger und schaut, wohin der es mittlerweile geschafft hat!

Nun ist das ja alles noch nicht so schlimm, wenn doch wenigstens die Action wuppen würde, ABER: Da ist nicht viel, was wuppen könnte! Es gibt zwar ordentlich Geballer, nur kann dies null begeistern. Keine Choreographie, nichts. Wenigstens sind die Ballereien einigermaßen blutig geraten. Stunts braucht man auch keine zu erwarten … außer natürlich man ist genügsam und gibt sich mit Motorrädern zufrieden, die mal einen Hochstart machen oder durch eine Fensterscheibe fahren …

Ideenlos, geistlos, hoffnungslos … Vollgurke!

Die DVD von VCL Media ist mit einer FSK 18 uncut und bietet den Film in sehr guter Bild- und Tonqualität … ist aber wirklich nur Hauerkomplettisten wie mir zu empfehlen …

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film und wie viele Bits hat ein Byte?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: VCL/Warner Bros.__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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