Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Peelers

Originaltitel: Peelers__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Sevé Schelenz__Darsteller: Wren Walker, Caz Odin Darko, Madison J. Loos, Cameron Dent, Al Dales, Momona Komagata, Kirsty Peters, Nikki Wallin, Victoria Gomez, Rafael Mateo u.a.
Peelers Zombies Stripperinnen Splatter Cover

Stripperinnen gegen Zombies! Mehr muss man hierzu eigentlich nicht sagen: “Peelers”

Blue Jeans Lebenslauf ist definitiv besonders. Denn die Wandlung vom Cop zur Besitzerin eines Stripclubs namens „Titty Balls“ ist nun nicht zwingend die nächstliegendste Entwicklung. Doch Blue Jean liebt ihren Stripclub und die tagtäglichen kleinen Geschichten, die sich hier abspielen. Doch das ist nun vorbei. Denn Blue Jean muss sich von ihrem „Titty Balls“ trennen. Der Verkauf ist bereits in die Wege geleitet und die heutige Nacht ist die letzte des Clubs. Die Planierraupen stehen schon bereit, um das Etablissement platt zu walzen.

Doch der letzte Abend soll ein ganz besonderer werden. Dafür sorgen ein paar Latinos, die im „Titty Balls“ einkehren. Die machen zunächst einen liebenswert verpeilten Eindruck, doch das wird sich schnell ändern. Die Minenarbeiter sind bei ihrem Job nämlich mit etwas in Berührung gekommen, das sie verändert. Alsbald verwandeln sie sich in wild wütende Kreaturen, die alles und jedem nach dem Leben trachten.

Blue Jean und ihre Stripperladys müssen nun alles daran setzen, dass der letzte Abend des „Titty Balls“ nicht auch ihr letzter wird…

Schaut in die Zombie-Sause „Peelers“ hinein:

Stripperinnen und Zombies… Das hatten wir schon (beispielsweise in „Zombie Strippers“). Aber hey, welches Männerherz schlägt bei derartigen Paarungen nicht höher? Gore für den Bauch und nackte Tatsachen für die offene Hose. Wobei es das „Zombie“ für den gemeinen Kerl gar nicht brauchen würde. Hauptsache Stripperinnen. Stripperinnen und Werwölfe wären genauso gerne gesehen. Oder Stripperinnen und Vampire. Stripperinnen und Mumien (ja, Tom Cruise, so wäre „Die Mumie“ zu retten gewesen“). Oder Stripperinnen und Stripperinnen. In „Peelers“ sind es nun also die nicht tot zu kriegenden untoten Schlurfer, Allerdings mit einem kleinen Twist:

Denn die Zombies in „Peelers“ lassen sich nicht wie gewohnt um die Ecke bringen. Ein Kopfschuss reicht hier nicht aus. Was auch dringend notwendig ist, sonst wäre „Peelers“ nämlich schnell vorbei. Im Gegensatz zu den üblichen Zombiefilmen setzt „Peelers“ nämlich nicht auf eine übermächtige Zombie-Armee. Vielmehr bleibt es bei zirka sechs Infizierten. Wie diese sich infizieren ist auch eher ungewöhnlich und hat viel damit zu tun, wie man sie letzten Endes dann doch um die Ecke bringen kann.

Von diesen Variationen abgesehen, bietet „Peelers“ die altbekannte Kost: Menschen werden zu Untoten und trachten den Lebenden nach dem Leben. All das wird ein wenig unvorteilhaft auf den Schauplatz des „Titty Balls“ beschränkt. „Peelers“ kommt mit dieser räumlichen Beschränkung nicht wirklich zurecht. Wirkt wenig abwechslungsreich, was seine Settings angeht. Weil er ebenjene auch nicht sonderlich innovativ in Szene setzt.

Peelers Zombies Stripperinnen Heldenpartie

Blue Jean (li.) und ihre Mädels erleben eine höllische letzte Nacht in ihrem Stripclub.

Zumindest kommt der Film schnell zur Sache und verfügt über durchaus sympathisches Charaktere, die hier um ihr Leben kämpfen. Vor allem die taffe Blue Jean weiß als Puffmutter mit Herz absolut zu überzeugen. Und auch ihre Girls sind angenehm eigenständige und individuell geskriptete Figuren, die zum Unterhaltungsfaktor des Filmes viel beitragen. Herrlich auch, wie der Film ihre „Spezialfähigkeiten“ für wundervoll schräge Gags nutzt. Rollennamen wie „Baby“ und „Thundercunt“ liefern dem einen oder anderen vielleicht schon einen kleinen Hinweis…

Gelungen ist auch die konsequent düstere Umsetzung des Filmes. Zunächst ins Schummerlicht des Stripclubs getaucht, wird es auch im weiteren Verlauf nur selten heller im „Titty Balls“. Die eine oder andere interessante Perspektive sorgt für Abwechslung. Das Düstere kommt vor allem den ziemlich rabiat wütenden Zombies entgegen. Deren Auftritte haben durchaus Druck und führen zu ein paar derben Splattereinlagen. Da werden Gesichter abgeschält und Köpfe abgetrennt, eine Kettensäge kommt zum Einsatz, Schwangere werden zerlegt und Ausweidungen müssen freilich auch sein.

In diesen Momenten kennt „Peelers“ kein Erbarmen mit seinen Figuren. Nimmt einige ziemlich überraschend aus dem Spiel und sorgt so durchaus für die spannende Frage, wer den Abend wohl überleben wird. Die Zombies selbst sind ganz ansprechend umgesetzt. Hier geht es weniger um Verfall. Den Zombies läuft aus allen Körperöffnungen eine klebrige Substanz, was im rechten Licht echt übel ausschaut. Hier und da werden auch mal die Augen komplett ausgespart, so dass man nur in schwarze, tote Augenhöhlen starrt. Auch das ist sehr wirksam.

Peelers Stripperinnen Zombies Make-up

Dein Kajal macht mir echt Sorgen…

Schade ist, dass Regisseur Sevé Schelenz („Skew“) nicht vollends auf seine handgemachten Effekte vertraute, sondern auch CGI-“Künstler“ an „Peelers“ heranließ. Und die versauen einem in manchen Szenen schon gehörig den Spaß.

Was am Ende bleibt, ist ein Film, dem mehr Stripperinnen (hihihi) und mehr Zombies gut getan hätten. Ab und an lahmt „Peelers“ nämlich. Weil er eben nie konsequent zum großen Schlachtfest werden darf. Dann hätte die Sause ein allzu schnelles Ende. Spannung an und für sich sollte man auch nicht erwarten und erst recht keine nachvollziehbare Dramaturgie. Zudem schaut „Peelers“ immer mal wieder recht preisgünstig aus, vor allem in Bezug auf sein Setting. Irgendwie fehlt dem Club einfach das Abgeranzte, das Speckige, das Echte. Dafür gefallen die Figuren, die Variationen zum gängigen Zombiefilm nimmt man gerne zur Kenntnis, die Splattereinlagen haben Rumms und die Zombies gehen gut nach vorne. Und das derart, dass man mehrere Male im Film nicht wirklich weiß, ob der Film nun Funsplatter oder doch eher ein ernster Vertreter seiner Art sein will. Diese Unentschlossenheit sorgt für einen letztlich nicht vollends befriedigenden, allerdings gut wegschaubaren Mischmasch aus derberem Gekröse und nicht immer gelungenen Anflügen von schwarzem Humor.

6 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film mit schnuffigen Coverartwork erscheint am 2. November 2017 von SchröderMedia und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: SchröderMedia__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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