Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Resort to Kill

Originaltitel: Immortal Combat__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Daniel Neira__Darsteller: Roddy Piper, Sonny Chiba, Kim Morgan Greene, Meg Foster, Deron McBee, Tommy ‘Tiny’ Lister, Woon Young Park, Lara Steinick, Roger Cudney, Art Barr, Kerry Knowlton u.a.
Resort to Kill Cover der deutschen DVD

Sonny Chiba und Roddy Piper checken im “Resort to Kill” ein.

Keller und sein Partner J.J. besuchen als Teil einer großangelegten Unvdercover-Mission eine heiße Party mit ordentlich Koks und Nutten. Doch irgendwann läuft der Einsatz vollkommen aus dem Ruder. Am Ende diverser Keiler- und Ballereien ist eine Kollegin der beiden Cops tot und J.J. schwer verletzt. Keller hadert aufgrund des Gewaltexzesses schwer mit sich. Als er obendrein erfährt, dass seine Kollegin auf der Party von einem Killer namens irrer Schlitzer umgebracht wurde, der aktuell die Medien beherrscht, beschließt er, die Verhältnisse wieder gerade zu rücken. Eine erste, schnell aufgetane Spur führt in die Karibik.

Bis hierhin ist „Resort to Kill“ erstaunlich schlitzohrig ausgefallen. Ein kurzer Spoiler dahingehend, was uns im weiteren Verlauf eigentlich erwartet, wird gefolgt von einem Verhör Kellers und seiner Kollegen, die sich bezüglich der Ereignisse des Vorabends um Kopf und Kragen lügen, während die Regie gegenschneidet, was wirklich passiert ist. So kann man ein wenig schmunzeln und fühlt sich als Actionfan aufgrund der solide umgesetzten Action in den Rückblenden verstanden.

Doch kaum kommt Keller auf der Karibikinsel an, fällt der Film in ein Wachkoma. Keller stolpert durch Ruinen, frotzelt sich mit einer Reporterin an, labert viel Schnulli und stolpert wieder über irgendeinen Schauplatz auf der Insel. Action hat es keine mehr. Stattdessen wird es nun richtig geil abstrus. Denn wie wir erfahren, treiben auf der Insel ein paar Lumpen ihr Unwesen, die zum einen gerne Menschenjagden veranstalten, um zum anderen ihren Opfern im Augenblick des Todes eine Substanz zu spritzen und sie damit unsterblich zu machen. Wieso auch immer. J.J. kämpft derweil daheim mit Kerzen und imaginären Ninja-Gegnern. Kurzum: Es wird ganz schön schräg.

Doch obwohl man die Themen Menschenjagd und Unsterblichkeit im Drehbuch verbuchen kann, kommt „Resort to Kill“ nicht zu Potte. Zudem fällt auf, wie schmucklos der Film seinen exotischen Schauplatz darstellt. Vielleicht hatte ja auch das Master der DVD keine Farbinformationen weiter gespeichert, aber die Karibikinsel kommt schon extrem mausgrau daher. Die Pappmaché-Ruinen verbessern diesen ersten Eindruck nicht wirklich.

Schaut in den preiswerten, aber unterhaltsamen „Resort to Kill“ rein:

Nach gefühlten Ewigkeiten schaut dann endlich auch mal J.J. auf der Insel vorbei und sofort geht die Actionschlagzahl nach oben. Allerdings kommen auch viele Fragen auf: Woher weiß J.J., wo Keller ist? Der ist ja heimlich losgezogen. Und woher weiß er, dass die Kerle, die in der ersten Szene des Wiedersehens um Keller herumstehen, Fieswichte sind, die man einfach so umbringen darf? Auch ganz groß: Irgendwann klauen J.J. und Keller einen Jeep. Die beiden werden getrennt. Weshalb sich J.J. in seine Ninjakluft schmeißt. Die aus irgendeinem seltsamen Grund in dem geklauten Auto herumliegt. Vermutlich hat der vorherige Autohalter die Ausrüstung von J.J. geklaut, so dass es im Nachhinein fast schon gerecht anmutet, dass J.J. und Keller dem Kerl die Karre klauten…

Kurzum: Die Logik war kein Reisepartner bei diesem Trip. Doch ich will nicht meckern, denn „Resort to Kill“ macht nun endlich wieder das, was er am besten kann: Action. Dabei wird vornehmlich Japans Actionstar Sonny Chiba („Sushi Girl“) als J.J. von der Leine gelassen. Der war direkt mit einem eigenen Stuntteam aus Japan angereist und das lässt ihn richtig gut aussehen. Ob er von Bäumen springt, Saltos schlägt oder Lumpen die Ninjasterne in die Gesichtsfontanelle dübelt, Chiba hat Spaß und der Zuschauer auch.

Sein Kompagnon Keller wird von WWF-Wrestler Roddy Piper („Sie leben!“) gegeben, der mit seinen grobschlächtigen Schwingern und derben Brawler-Moves den kompletten Kontrapunkt zu dem schneidig und zackig agierenden Chiba setzen darf. Und das ergänzt sich ziemlich gut. Geballert wird auf der Insel nur noch selten, dafür darf Chiba auch die eine oder andere explodierende Ninja-Bombe schmeißen, was in einer Szene für derben Blutverlust sorgt.

Resort to Kill nackte Frau im Borat-Bikini

Dem Verfasser dieser Kritik dünkt es, dass Borat ein großer Fan dieses Filmes sein muss!

Etwas blöd ist, dass der Weg zum Showdown nun trotzdem nicht deutlich stringenter gerät. Es gibt immer noch kleinere Füllszenen, die die Tempoprobleme des Filmes offenbaren. Und auch der Showdown bleibt gefühlt deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wenn Chiba im mittlerweile gewohnten Modus irgendwelches Fallobst killt und Piper mit einem Unsterblichen herumtollt, kommt kaum Spannung auf. Und wirklich begeisternd fällt nur das furiose Feuerfinale aus, das dann aber mit unnötigen Zeitlupensequenzen extrem zerdehnt wird.

Darstellerisch ist bei „Resort to Kill“ nix zu holen. Roddy Piper gibt einfach Roddy Piper und das klappt ganz gut und kommt sehr relaxt rüber. Sonny Chiba hatte derweil sichtlich mehr mit den Dialogen als mit den Actionszenen zu kämpfen (die deutsch untertitelten O-Ton-Abschnitte, in denen Chibas Englisch knapp unter Fantasiesprache rangiert, machen das mehr als deutlich). Meg Foster („31 – A Rob Zombie Film“), die Frau mit den faszinierend kalten Augen, chargiert sich als Bösewicht durch ihre öden Szenen und macht überdeutlich, wie sehr dem Film ein echt cooler Bösewicht fehlt. Insgesamt macht nur Kim Morgan Greene als Reporterin und Keller-Love-Interest einen großartigen Job und rettet mit ihrem lockeren Zusammenspiel mit Piper den Mittelteil des Filmes über manch öde Stelle hinweg.

„Resort to Kill“ hat inklusive der herrlich bescheuerten Handlung eigentlich alle Anlagen für einen spaßigen und kurzweiligen Actionsnack für zwischendurch. Leider macht der Film nix draus. Die schrägen Ideen der Handlung nehmen nie Fahrt auf. Das tolle Setting wirkt durch die öde Inszenierung einfach nur stinklangweilig. Die Action-Haudegen Piper und Chiba dürfen lange Zeit kaum Action machen. Und Fiesfresse Tommy ‘Tiny’ Lister („Men of War“) wird als weinerliches Weichei verheizt, anstelle die leicht gurkig anmutende Lumpenabteilung anzuführen. Das Ergebnis ist alleine schon wegen seinen kruden Ideen kein vollkommener Schlag ins Wasser. Aber mehr als ein finales „naja“ war eben auf jeden Fall drin. Schade.

4 von 10

Die deutsche DVD zum Film erschien am 15. Juni 2017 von MIG und ist mit einer FSK 18 Freigabe uncut. Die alte VHS-Fassung zum Film war, vermutlich um kein Band von über 90 Minuten zu verschwenden, in manchen Handlungsszenen cut. Diese Szenen sind nun wieder – deutsch untertitelt – enthalten. Interessant ist, dass manche Handlungsszenen qualitätsmäßig extrem abfallen. Was vermuten lässt, dass hier aus verschiedenen Quellen die längstmögliche Fassung zusammengestückelt wurde.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: MIG__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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