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Silent Rage – Das stumme Ungeheuer

Originaltitel: Silent Rage__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1982__Regie: Michael Miller__Darsteller: Chuck Norris, Ron Silver, Steven Keats, Toni Kalem, William Finley, Brian Libby, Stephen Furst, Stephanie Dunnam, Joyce Ingle u.a.
Silent Rage - Das stumme Ungeheuer DVD Cover

In “Silent Rage – Das stumme Ungeheuer” jagt Chuck Norris einen nahezu unsterblichen Killer.

In einem amerikanischen Kleinstädtchen drehen die Kinder einer leicht überfordert wirkenden Mutter mal wieder voll am Rad und schreien die gesamte Nachbarschaft zusammen. Da bahnt sich ein etwas deplatziert wirkender Mann, der wohl als Untermieter in dem Haus wohnt, seinen Weg durch das Chaos zum Telefon und spricht mit einem Doktor. Seine Medikamente würden nicht mehr wirken. Kurz darauf greift sich der Mann eine Axt und sorgt für Ruhe im Haus…

Der herbeigerufene Sheriff Stevens findet nur noch die Leichen von den Eltern der Kinder (Eltern haften nunmal für ihre Kinder, fragt die Baustellen der Republik!) und kann den bebeilten Hünen zumindest außer Gefecht setzen. Dieser zerreißt daraufhin seine Handschellen und geht erneut auf die Cops los. Für diese Verfehlung wird er von Kugeln durchsiebt und landet im örtlichen Krankenhaus. Hier sind Halbgötter in Weiß tätig, die sich selbst für echte Götter halten und sich in der genetischen Manipulation des menschlichen Erbgutes üben.

Als der Hüne in ihrem Operationssaal verstirbt, beschließen sie, ihn ins Leben zurückzuholen. Dazu spritzt man dem Hünen eine seltsame Substanz, die ihn nicht nur wieder lebendig, sondern auch noch unverwundbar macht.

Schaut in “Silent Rage – Das stumme Ungeheuer” mit Chuck Norris hinein

Irgendwie mutet der Streifen “Silent Rage – Das stumme Ungeheuer” im Oeuvre von Chuck Norris („Delta Force 2“) schon ein wenig seltsam an. Es hat mehr Titten als in allen folgenden Chuck-Norris-Streifen insgesamt und so oft wie hier ist man in der Folgezeit nie dabei, wie er diverse willenlose Frauen niederknutscht und mit ihnen durch die Betten turnt. Sehr erstaunlich.

Auch sonst nimmt sich der Film mit seiner Thrillerausrichtung inklusive Frankenstein-Tendenzen (sprich Horrorelementen) recht eigenwillig in Chuck Norris’ Biographie aus und lässt so auch die eigentlichen Qualitäten seines Hauptdarstellers eher eingeschränkt bis gar nicht aufblitzen. Dieser gibt hier einen Kleinstadtsheriff, der sich mehr mit amourösen Anwandlungen und den Komik-Einlagen seines fetten Hilfssheriffs denn mit bösen Lumpen auseinandersetzen muss.

Das liegt aber auch am Aufbau des Filmes. Der steigt extrem enervierend mit den schreienden und krakeelenden Kindern und deren Eltern ein, denen man keine 30 Sekunden nach Beginn des Filmes den Tod förmlich wünscht. Dazu braucht der Film noch fünf nervende Minute mehr, dann ist endlich Ruhe im Karton – und Chuck Norris darf losknutschen.

Derweil wird der Killer genetisch manipuliert und liegt die ganze Zeit scheintot herum, während seine Doktoren – einer von ihnen wird immerhin von einem irre jungen Ron Silver („Blind Side“) gegeben – Schrott labern und sich lustige Grafiken anschauen, die den DNA-Aufbau eines Menschen versinnbildlichen sollen.

Der sich bei der Thematik förmlich aufdrängende philosophische Unterton zur genetischen Manipulation von Menschen wird dabei nicht einmal ansatzweise angerissen. Ist halt ein Chuck-Norris-Film. Nach 50 Minuten beschließt der Killer dann ENDLICH, seine neue Unverwundbarkeit auszutesten und es startet eine ganz nette, wenn auch nicht überraschende bzw. spannende Slasher-Routine.

Irgendwann tritt der Killer natürlich Chuck Norris auf die Füße und es folgt ein nicht enden wollender Showdown… Wie will man auch einen unbesiegbaren Killer besiegen? Ok, diese Frage war nicht ernst gemeint, immerhin haben wir hier Chuck Norris als Helden. Und wie kündet schon das grandiose Artwork der US-DVD:

„Science created him. Now Chuck Norris must destroy him!“

Der sieht im Übrigen total Panne aus – wie immer eigentlich, wenn er nur eine Schenkelbürste auf der Oberlippe trägt und sich beständig durch sein wallendes blondes Haar fährt. Im Zusammenspiel mit seinem fetten Hilfssheriff gelingen Norris dennoch ein paar erstaunlich trockene Humor-Momente. In den Knutschszenen wirkt er eher unbeholfen, dafür macht dann die eigentliche Action wieder mehr Spaß.

Leider kann man hier letzten Endes nur eine ausufernde Kickerei in einer Bikerbar hervorheben, die aber richtig Laune macht. Abgesehen davon bekommt Chuck Norris nur noch einmal im Showdown zu tun und hält sich hier seltsam zurück. Optisch ist “Silent Rage” erstaunlich patent umgesetzt! Vor allem die an „Halloween“ erinnernden First-Person-Kamerafahrten aus Sicht des Killers wissen zu gefallen. Allgemein gibt es noch ein paar schöne Kamerafahrten durch dunkle Korridore zu bestaunen und auch die Ausgestaltung des Mad-Scientist-Labors in den knalligen Komplementärfarben Rot und Grün weiß ebenfalls zu gefallen.

Zum Soundtrack sei erwähnt, dass selbiger die ganze Laufzeit über seltsam vor sich hin blubbert. Wortwörtlich. Dabei erstaunt mal wieder, wie wenig gewinnbringend vor allem die Anfangsstreifen des Actiongenres die Musik zu ihrem Vorteil einzusetzen wussten. Am meisten fällt das im Showdownkick von “Silent Rage” auf, wo nichts zu hören ist, außer den üblichen Kampfgeräuschen – was der Szene ziemlich viel Dynamik nimmt.

“Silent Rage – Das stumme Ungeheuer” ist ein gar nicht mal so verkehrter Streifen, der in seiner ganzen Anlage an den späteren Chuck-Norris-Streifen „Hero“ erinnert. Dieser zeigte dann in so gut wie allen Sparten, wie es besser geht. Der Held ist düsterer, er turnt nicht durch die Betten, er behängt sich nicht mit nervenden Weibern, der Killer ist übermächtig OHNE dämliche Mad-Scientist-Mythologie, die Kills sind druckvoller, die Atmosphäre ist düsterer und alles wirkt eben deutlich zwingender. “Silent Rage” bemüht sich zwar deutlich, sich an die damals gerade durchstartenden Slasher-Streifen anzuhängen, vergisst dabei aber leider die wichtigste Zutat: Spannung. So haben wir hier kaum mehr als einen soliden Krimi mit leicht abgedrehter Note…

4 von 10

Der in Deutschland lange Zeit indizierte Kracher wurde ungeschnitten und mit einer FSK 18 Freigabe auf VHS von Columbia Pictures veröffentlicht. Einer digitalen VÖ haben sich in Deutschland bisher nur Bootleger angenommen. Unser Coverbild im Artikel stammt von der amerikanischen Code 1 Scheibe von dem Label Columbia TriStar Home Video. In den USA gibt es gar eine Blu-ray von dem Label Mill Creek Entertainment.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der US-Veröffentlichung: Columbia TriStar Home Video__Freigabe: Rated R__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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