Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

The Hunter’s Prayer

Originaltitel: The Hunter’s Prayer__Herstellungsland: Großbritannien, USA__Erscheinungsjahr: 2017__Regie: Jonathan Mostow__Darsteller: Sam Worthington, Odeya Rush, Martin Compston, Amy Landecker, Verónica Echegui, Allen Leech u.a.
The Hunter's Prayer DVD Cover

Sam Worthington weigert sich in “The Hunter’s Prayer” einen Mordauftrag auszuführen und hilft seinem Ziel.

Lucas, ein Auftragskiller, der unter belastenden Ereignissen aus seiner Vergangenheit leidet, wird beauftragt, die junge Ella zu töten. Doch als er sich weigert, den Abzug zu drücken, findet er sich zusammen mit Ella auf der Flucht vor seinem Auftraggeber wieder – quer durch Europa.

Die Filmografie des Regisseurs von „The Hunter’s Prayer“, Jonathan Mostow, weist nicht unbedingt allzu viele Highlights auf. So dürfte sein Thriller „Breakdown“ aus dem Jahr 1997 mit Kurt Russell in der Hauptrolle für viele noch immer seinen besten Film darstellen. Ein klassischer, altmodischer Thriller mit solider Story und guten Darstellerleistungen.

Sein wohl bekanntester Film wiederum, „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“, stellt gerade im Vergleich zu James Camerons Vorgängern eine klare Enttäuschung dar. Immerhin, nach den ebenfalls schwachen Fortsetzungen „Terminator Salvation“ (mit Christian Bale) und „Terminator Genisys“ (wieder mit Arnold Schwarzenegger) steht der Film innerhalb der Franchise für manchen möglicherweise nicht mehr ganz so schlecht da, zumal auch der ironische Ansatz des Films durchaus zu gefallen weiß und einige Actionszenen sehr beeindrucken. Die inhaltlichen Defizite und manche abstruse Ideen bleiben aber dennoch zurück.

Nach „Surrogates – Mein zweites Ich“ (2009), einem etwas unterschätzten und durchaus unterhaltsamen Sci-Fi-Actioner mit Bruce Willis, drehte Mostow nur noch die Pilotfolge für die Fernsehserie „The Last Ship“. Somit stellt „The Hunter’s Prayer“ Mostows ersten Spielfilm seit acht Jahren dar. Allerdings handelt es sich beim vorliegenden Film nicht mehr um einen Blockbuster, sondern eher um einen vergleichsweise kleineren Film, der weitgehend direkt im Heimkino veröffentlicht wurde.

Schaut in den Actionthriller „The Hunter’s Prayer“ hinein

Die Handlung, wie auch einige Dialoge und sehr vorhersehbare Situationen machen dann auch schnell klar, warum der Film es nicht in die Kinos schaffte. So handelt es sich bei diesem Actionthriller eher um ein technisch gut umgesetztes B-Movie, welches in den Kinos sicherlich fehl am Platz wäre.

Das reduzierte Budget schadet zumindest der Optik des Films kaum. Mostow inszeniert den Film gewohnt routiniert und die Schauplätze wissen durchaus zu gefallen, auch wenn man grundsätzlich eher an Orten drehte, die etwas düsterer ausgefallen sind. Allzu sonnendurchflutete Einstellungen sollte man demnach eher nicht erwarten. Verschiedene Drehorte in England und Ungarn müssen dabei einige andere Länder in Europa doubeln, wobei einige Szenen zumindest auch tatsächlich in England spielen.

Die geringen Mittel machen sich wiederum in der Action durchaus bemerkbar. Handwerklich weiß diese durchaus zu gefallen. Gerade die Autojagd zu Beginn und auch einige weitere Schießereien im Verlauf zeigen, dass Mostow in diesem Genre einige Erfahrung aufweisen kann. Insbesondere eine kurze, aber druckvoll inszenierte Schießerei in einem Restaurant überzeugt durchaus. Leider nimmt die Qualität der Action im Verlauf des Films stetig ab. Auch die Menge der Action-Einlagen enttäuscht und der Showdown bleibt auch noch seltsam unspektakulär.

The Hunter's Prayer Sam Worthington in Action

Lucas (Worthington) lässt es gerne krachen.

Die Geschichte an sich, basierend auf einem Buch von Kevin Wignall und aus der Feder der Drehbuchautoren John Brancato und Michael Ferris, welche bereits mehrmals mit dem Regisseur zusammenarbeiteten, bietet im Grunde keinerlei Innovationen. Man hat stets den Eindruck, selbige schon in dutzenden ähnlichen Filmen gesehen zu haben. Hier verlässt sich der Film im Grunde zu sehr auf seine Darsteller. Immerhin, erfreulicherweise wissen diese ihre Rollen durchaus mit Leben zu füllen.

So gibt Allen Leech („Downton Abbey“) einen recht brauchbaren Bösewicht ab, auch wenn ihm zweifellos Spielzeit fehlt, um seine Rolle richtig entfalten zu können. Die beiden Hauptdarsteller Sam Worthington („Hacksaw Ridge“) und Odeya Rush („The Giver – Hüter der Erinnerung“) hingegen können in ihren Rollen ausreichend aufspielen und überzeugen dabei erfreulich gut. Die Dialoge zwischen ihnen wirken stimmig und nie aufgesetzt.

Worthington gibt dabei den gebrochenen und vom Krieg gezeichneten Mann sehr überzeugend und kann den Film überraschend gut tragen. So sind es neben einem grundsätzlich guten Erzähltempo tatsächlich in erster Hinsicht die gelungenen Leistungen der Hauptdarsteller, die es über weite Teile des Films schaffen, den Zuschauer über die wenig innovative Geschichte hinwegsehen zu lassen.

The Hunter's Prayer Odeya Rush als Ella

Ella (Odeya Rush) wird vom Ziel zur Schutzbefohlenen.

Während das Produktionsdesign durchaus brauchbar ausfällt und man sich um Abwechslung bei den Drehorten bemühte (so spielen ein paar Szenen zum Beispiel auch in einem Zug), enttäuscht hingegen die Musik von Komponist Federico Jusid („Kidnap“) – bis auf wenige brauchbare ruhigere Klänge wirkt diese komplett austauschbar und schafft es zu keinem Zeitpunkt, dem Film eine musikalische Identität zu verleihen.

So sind es vor allem die überzeugenden schauspielerischen Leistungen und die routinierte technische Umsetzung, die „The Hunter’s Prayer“ zu einem zu keinem Zeitpunkt innovativen, aber immerhin unterhaltsamen Genre-Beitrag machen, den man sich mit etwas gesenkten Erwartungen durchaus einmal ansehen kann.

6 von 10

Der Film erscheint am 20. Oktober 2017 von Universum Film auf DVD und Blu-ray. Diese sind ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.

© John Woo

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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