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Welcome to Willits

Originaltitel: Welcome to Willits__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Trevor Ryan__Darsteller: Dolph Lundgren, Garrett Clayton, Anastasia Baranova, Thomas Dekker, Rory Culkin, Sabina Gadecki, Chris Zylka, Bill Sage, Karrueche Tran, Shad Gaspard u.a.
Welcome to Willits

Der britische Verleih benannte “Welcome to Willits” in “Alien Hunter” um und verarscht seine Käufer mit einem äußerst prominenten Dolph Lundgren auf dem Cover.

Ein „bisschen“ seltsam war Courtneys Onkel Brock ja schon immer. Der Anbau von Gras und die Produktion und das beständige Konsumieren von Meth haben offensichtlich ihre Spuren bei dem Wrack hinterlassen. Doch bei Courtneys aktuellem Besuch fabuliert ihr Onkel auch noch ausgiebig von Außerirdischen, die angeblich ihn und sein besonderes Meth mit sich nehmen wollen.

Natürlich glaubt Courtney kein Wort des Geschwätzes und nimmt es auf die leichte Schulter. Damit unterschätzt sie die Paranoia ihres Onkels aber gewaltig. Plötzlich findet sie sich gefesselt im Wandschrank wieder. Da dringen Geräusche von draußen herein. Hat ihr Onkel vielleicht doch Recht mit seinem Geplapper? Der dreht derweil immer mehr ab und wird zur Gefahr für sich, Courtney und eine Gruppe Jugendlicher, die in der Nähe campen.

„Welcome to Willits“, der auch unter dem Filmtitel „Alien Hunter“ firmiert, beginnt wie ein typischer Teenie-Horrorthriller. Eine Gruppe Jugendlicher reist gen dichten Wald, um hier ein wenig Spaß zu haben und ordentlich einen wegzustecken. Doch schon in diesem Abschnitt wirkt der Film der federführenden Ryan Brüder (Tim verbrach das Drehbuch, Trevor die Regie) total chaotisch.

Der Trailer zu „Welcome to Willits“

Weder gelingt es ihnen, die Protagonisten richtig zu etablieren, noch eine Bedrohungssituation aufzubauen. Stattdessen brubbeln durchweg unsympathische Typen irgendwelchen wild improvisiert wirkenden Schwachsinn und schaffen es, dass einem der Film schon in den ersten zehn Minuten richtig auf die Nerven geht. Das wird mit dem Schauplatzwechsel zu Courtney und ihrem Onkel nicht besser. Denn obschon Bill Sage („We are what we are“) Onkel Brock bei allem Potential zum Overacten angenehm normal anlegt, geht einem die Figur mit ihren endlosen Monologen auch nur auf den Zünder und amüsiert maximal jene Zeitgenossen, die schon kichern müssen, wenn chronisch weg gebombte Dopeheads Schwachsinn verzapfen.

Im Grunde ist an „Welcome to Willits“ nur interessant, ob Brock nun total paranoid ist oder doch immer mal wieder von Aliens besucht und rektal untersucht wird. Dieses „Mysterium“ klärt der Film blöderweise viel zu schnell auf und verlegt sich fortan nur noch auf das Abschlachten der Figuren. Und da die einem total Latte sind und ihr jeweiliges Ableben nicht einmal kreativ oder schön brutal ausfällt, hält sich bis zum Ende das Entertainment-Level auf einem extrem niedrigen Niveau.

Zumindest sehen die Man-in-a-Suit-Effekte rund um die eingebildeten oder realen Aliens ziemlich nett aus. Auch die blutigeren Effekte sind durchweg handgemacht und kommen schön schlotzig rüber. Leider wird man das Gefühl nicht los, dass „Welcome to Willits“ entweder zensurtechnisch ein paar Federn lassen musste oder das Budget so klein war, dass man die eigentlichen Moneyshots gar nicht onscreen in Szene setzen konnte.

Die technische Umsetzung des Filmes ist höchst fantasielos geraten. „Welcome to Willits“ schaut dank langweiliger Optik und wenig dynamischer Bilder durchweg ziemlich erbärmlich aus. Die Sets rekrutieren sich aus Wald- und Wiesenlandschaften und einer Waldhütte. Musik ist zwar vorhanden, bewusst wahrnehmen tut man sie allerdings nicht.

Die Darsteller hinterlassen ebenfalls keinerlei Eindruck. Unter den Feierbiestern findet man beispielsweise Thomas Dekker („Fear Clinic“) und Rory Culkin („Deadly Home“). Courtney wird derweil vom properen „Nation Z“-Schnuckel Anastasia Baranova gegeben und ist so ziemlich die einzige sympathische Figur. Ohne dafür schauspielern zu müssen. Und Dolph Lundgren („The Demon Hunter“)? Nun, der spielt im eigentlichen Sinne gar nicht mit. Vielmehr gibt er den Schauspieler Dolph Lundgren, der in der neuen Serie „Fists of Justice“ einen schlagkräftigen Cop verkörpert und in Trailern für die Serie immer mal über laufende Fernseher in „Welcome to Willits“ flimmert. Zumindest scheinen Dolph diese Szenen viel Spaß gemacht zu haben, denn er absolviert sie samt und sonders mit einem amtlichen Grinsen im Gesicht. Seine Screentime dürfte die drei Minuten Marke nicht überschreiten…

„Welcome to Willits“ erinnert an eines dieser schrecklichen „The Asylum“-Verbrechen, in denen endlose Labertiraden möglichst viel Laufzeit füllen sollen und urplötzlich auftauchende, sekundenkurze Momente mit brauchbaren Ideen und Ansätzen unter sich begraben. In der Folge schafft es sogar der kaum 75 Nettofilmminuten aufweisende „Welcome to Willits“ richtig extrem zu langweilen. Was immer Produzent Uwe Boll („Postal“) und Dolph Lundgren in diesem Film auch gesehen haben mögen, im finalen Produkt ist für den armen Zuschauer davon nichts mehr zu finden.

2 von 10

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir nichts bekannt. In UK kam der Film von dem Label High Fliers unter dem Alternativtitel „Alien Hunter“ und mit einer Freigabe ab 15 in den Handel.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der UK-VÖ: High Fliers__Freigabe: ab 15__Geschnitten: ???__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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