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7eventy 5ive

Originaltitel: 7eventy 5ive__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Brian Hooks / Deon Taylor__Darsteller: Rutger Hauer, Brian Hooks, Antwon Tanner, Cherie Johnson, Wil Horneff, Germán Legarreta, Aimee Garcia, Jud Tylor, Jonathan Chase, Austin Basis u.a.
7eventy 5ive

Rutger Hauer als ermittelnder Cop in “7eventy 5ive”

Auf einer Party vertreiben sich die gelangweilten Kinder des partywütigen Elternvolkes ihre Zeit mit einem seltsamen Spiel. 75 nennen sie es. Die Regeln: Irgendeine Telefonnummer muss gewählt werden. Wird abgehoben, muss der Spieler versuchen, das abnehmende Gegenüber für 75 Sekunden an der anderen Hörmuschel zu halten, ohne dass es lacht oder auflegt bzw. den Anruf in irgendeiner Weise nicht für voll nimmt. Dabei geraten die Kinder leider an den Falschen. Der sieht sich gleich einmal dermaßen von dem Anruf belästigt, dass er mit einer Axt auf der Party auftaucht und bis auf die Kinder wirklich alle Besucher ins Nirvana befördert! Zehn Jahre später ist der ermittelnde Detective Criton immer noch an diesem mysteriösem Massaker interessiert, denn auf einmal sterben die Kinder, die das ja Gemetzel überlebt hatten, wie die Fliegen! Und mittlerweile sind nur noch alarmierend wenige übrig. Diese versammeln sich gerade mit diversen anderen Studienkommilitonen in einer Blockhütte und geben sich Drogen, Sex und Alkohol in rauen Mengen hin. Bis wieder wer auf die Idee kommt, 75 zu spielen. Und wieder steht auf einmal ein Typ mit einer Axt vor der Tür …

Und schon geht das Gehacke los … und der versierte Horrorfan ahnt es bereits: “7eventy 5ive” ist ein Teenieslasher, wie er im Buche steht. Klischees satt, dumme Figuren, dämliche Dialoge, eine oder besser zwei pseudokluge Überraschungen (wobei die eine seit “Scream” schon SOOOOO nen Bart hat und sich die Regisseure bei der Zweiten offensichtlich selber nicht so sicher waren, so dass sie sie ganz schnell – bevor der Zuschauer zu lange drüber nachdenken kann – wieder fallen lassen), null Charakterentwicklung und eine teils doch arg abstruse Geschichte. Alleine schon die sehr seltsame Idee um das 75 Spiel schießt den Vogel ab und man fragt sich schon, inwiefern denn Teens an derartigen Telefonstreichen wirklich noch Gefallen finden können. Aber is ja nur n’ Film. Einer mit seltsamen Löchern in der Handlung, bei der soeben noch lebende Figuren auf einmal tot in einer Ecke liegen und man sich wundert, ob man gerade ein Kapitel auf der DVD übersprungen hat oder was da sonst gerade Phase war. Auch die Tatsache, dass man den Storyteil um Ermittler Criton nicht so recht in den Film implementiert bekommt und der Storystrang ein wenig angepappt wirkt, so als habe man Rutger Hauer auf den letzten Drücker casten und zu drei, vier Szenen überreden können, trägt nicht unbedingt viel zum Vergnügen des Zuschauers bei. Alleine das finale Auftauchen von Criton am Schauplatz des neuerlichen Gemetzels bildet dann die Grundlage für ein Logikloch von der Größe des Mariannengrabens.

Dennoch wird man von “7eventy 5ive” ganz annehmbar unterhalten. Der atmosphärisch inszenierte Einstieg macht ordentlich Laune, die folgende Stunde leidet ein wenig unter den unterfütterten Charakteren und dem recht belanglosen, gerade erwähnten Rutger Hauer Subplot. Doch in der letzten halben Stunde drücken die Regisseure Brian Hooks und Deon Taylor mächtig auf die Tube und lassen ihren Killer wie einen Berserker wirken. Und dieser hat sichtlich Spaß an seiner Profession, schwingt er das Hackebeilchen doch sehr beherzt und spritzt der rote Lebenssaft ordentlich. Dazu ein paar Enthauptungen, unfeine Hackwunden und ein recht ordentlicher Bodycount mit ein paar alles andere als menschenfreundlichen Abgängen und schon wird der Horrorfan blutigerer Kost ganz vernünftig bedient. Auch dürfen die Charaktere durchaus einmal zurückschlagen und dem Killer eine einschwenken, was derartigen Slasherflics immer ganz gut steht.

Zum Killer selber muss ich aber unbedingt erwähnen, dass mich das uninspirierte, von “Düstere Legenden” geklaute Outfit sehr enttäuschte und der Killer doch immer recht bescheuert wirkte, wenn er seine Axt mal wieder in einen Türrahmen versenkt hat und dann Ewigkeiten brauchte, um sie da wieder rauszubekommen, anstelle sich einfach so seinen Opfern zuzuwenden. Darstellerisch braucht man sich von dem in breitem Widescreen erstrahlenden und solide gefilmten “7eventy 5ive” nichts erwarten. Hier und da wird es sogar arg peinlich, was die darstellerischen Leistungen angeht (der Schwule, fast der gesamte weibliche Cast, die Ghettobrüder) und die schwache deutsche Synchro gibt dem Treiben dann oftmals den Rest. Einzig Rutger Hauer (mit ungewohnter, aber stimmiger Synchro) gibt dem Film ein wenig Flair. Leider kommt er nie so recht im Film an und verrichtet eher eine Art Cameo, was vor allem das deutsche Coverart und Rutgers recht präsentes Auftreten auf selbigem ein wenig ad absurdum führt.

Was bleibt ist ein Teenslasher nach allzu bekanntem Strickmuster, der vor allem in der letzten halben Stunde ordentlich zu punkten versteht und hier dann auch einige Schwächen aus den vorhergehenden 60 Minuten ausgleicht. Dennoch ragt der Film nicht um einen Zentimeter aus dem üblichem Teeniehorrorstreifenbrei heraus.

Die deutsche DVD von MIG ist mit einer FSK 18 uncut und kommt mit einem ziemlich coolen Hologrammcover daher. Die Extras halten sich leider in Grenzen und die deutsche Tonspur ist ein wenig arg steril und leblos geraten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: MIG__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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