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A Good Man – Gegen alle Regeln

Originaltitel: A Good Man__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Keoni Waxman__Darsteller: Steven Seagal, Victor Webster, Tzi Ma, Massimo Dobrovic, Ron Balicki, Iulia Verdes u.a.
A Good Man

Steven Seagal holt in “A Good Man” mal wieder die Keule raus.

Alexander ist im Ostblock unterwegs, um ein Treffen zwischen einem internationalen Waffenhändler aus China und einem Top Terroristen zu unterbinden. Seine Aufgabe besteht darin, die Ziele zu verifizieren und zum Abschuss durch eine Drohne freizugeben. Doch die Übelwichte haben sich abgesichert und sich mit menschlichen Schutzschilden in Form von Frauen und Kindern umgeben. Zwar gelingt es Alexander, einigen Goons und dem Top Terroristen die Hammelbeine lang zu ziehen, doch seine Bitte, die weitere Mission wegen den lebenden Schutzschilden abzu- brechen, wird nicht erhört. Seine Vorgesetzten krümmen den virtuellen Zeigefinger und lassen die Drohne ihre tödliche Fracht auf den Treffpunkt der Superbösewichte abwerfen. Alexander entkommt nur knapp, doch das Chaos in Form diverser Kollateralschäden ist angerichtet…

Jahre später lebt Alexander in Bukarest, Rumänien. Genau hier hat der einst geflohene chinesische Waffenhändler seine Zelte aufgeschlagen und regiert die Unterwelt der Stadt, und dabei vor allem die Russenmafia, mit eiserner Hand. Doch seit einiger Zeit werden seine russischen „Angestellten“ empfindlich ausgedünnt. Offenbar von einem chinesischen Killer, werden die Russen doch nach alten Ritualen der Triaden hingerichtet. Inmitten dieser Entwicklungen versucht Lena mit ihrer kleinen Schwester Mya halbwegs über die Runden zu kommen. Unterstützung erhalten sie nur von Halbbruder Sasha und… Alexander.

Es gibt keine Finsternis ohne Licht, dennoch existiert Licht ohne Finsternis. Ich habe beides in mir…

A Good Man

Seagal bei der Arbeit…

Wer in dem Film der geheimnisvolle Killer ist, dürfte jeder an einer Hand abzuzählen vermögen. Doch das ist gar nicht weiter schlimm, macht der Film doch gar keinen Hehl daraus, eher geradlinig und wenig verschwurbelt daherzukommen. So wirkt der eher langsam und bedächtig erzählte „A good Man“ einerseits sehr vorhersehbar, anderseits aber auch deutlich schlüssiger und logischer als so manch älteres Seagal-Vehikel. Ganz allmählich wird man in die Funktionsweisen des Filmes eingeführt und Schicht um Schicht wird aufgedröselt, in welchen Beziehungen die Figuren zueinander stehen. Derweil präsentieren die Interaktionen Alexanders mit seinen Nachbarinnen Lena und Mya mal eine richtig nett wirkende Seite Seagals.

Immer wenn es dann zu langsam zu werden droht, schickt Keoni Waxman („Force of Execution“) seine Figuren Alexander oder Sasha in die Spur. Beide liefern über den Film verteilt einige kurze, aber sehr konsequente Scharmützel ab. Steven Seagal („Maximum Conviction“) darf dabei die Einstiegsszene befeuern und mit großkalibriger Waffe und Kurzschwert blutspritzend unter ein paar Terror-Goons aufräumen. Auch ein paar harte Tritte darf er verteilen und macht sichtlich alles selbst. Kurze Zeit später folgt eine typische Szene für Seagal, in der er einfach mit drei Lumpen die Straßen von Bukarest wischt. Dann darf Sasha-Darsteller Victor Webster („Scorpion King 3“) bei einem Fight rund um eine Telefonzelle kurz andeuten, was er drauf hat. Danach schickt Seagal wieder ein paar Lumpen in einem Hausflur schlafen und zeigt sich seit langem mal wieder von seiner beweglicheren Seite. In einer Stripclub-Prügelei darf dann wieder Webster ran, um in der darauffolgenden richtig langen Actionszene diverse Russen kaltstellen zu dürfen.

A Good Man

Victor Webster flankiert Seagal in “A Good Man”

Da kommt er schonmal in Tony Jaa Manier mit dem Knie voran geflogen, macht Goons mit der langen Schraube eines Türscharniers kalt, platziert kaltschnäuzig saftende Kopfschüsse und setzt einige coole Kicks und Tritte. Und von dieser Szene geht es auch fast nahtlos in Richtung Showdown, bei dem dann wieder Meister Seagal die Hosen anhat und ordentlich den Bodycount nach oben treibt. Hier platzen die Bloodpacks, werden Kehlen mit dem Kurzschwert aufgeschlitzt und gehen auch schonmal Körperteile verloren. Leider spielt sich der Showdown nur in einem Zimmer eines herrschaftlichen Hauses ab. Hier hätte man Seagal gerne durch ein paar Räume mehr wüten lassen können.

Doch diese Beschränktheit der Räumlichkeiten zieht sich durch den ganzen Film, der beständig zwischen der Wohnung Seagals, einem Stripclub, einer Kirche und dem Bösewichtdomizil hin und her switcht. Ansonsten hält man sich vornehmlich an den abgerissenen Ecken Bukarests auf und Keoni Waxman schafft es mal wieder nicht, dem Ostblock ein paar Sonnenstrahlen, kräftige Farben und schöne Stadtansichten zu entlocken. Dennoch sieht der Film um einiges wertiger aus als diverse andere Ostblock-Vehikel Seagals.

Das könnte eine lange Nacht der Schmerzen für dich werden…

A Good Man

rattattattaaaaaaaaa

Der wirkt zumindest in der Action ziemlich engagiert und hält sich dieses Mal deutlich mit seinen Fäkalsprech-Dialogen zurück. Was noch dadurch unterstrichen wird, dass er für seinen Gegner Mr. Chen durchaus auch so etwas wie Respekt aufzubringen scheint. Dieser wird von Tzi Ma („Rapid Fire“) gegeben, darf aber nie echte Bedrohlichkeit oder gar Bösartigkeit entwickeln. Letzten Endes ist er gar einer der harmlosesten Gegner, die Seagal je hatte. Was der extrem kurze Finalfight eindeutig belegt. Den coolsten Fight gegen Seagal hat im Grunde Ron Balicki („Sinners and Saints“), der gegen Kurzschwert-Seagal mit einem Riesenjagdmesser antreten darf. Der Rest der Riege ist Fallobst oder Bettgefährte für den nach wie vor stark angedickten Aikido-Meister.

Ja, Seagal lässt es sich mal wieder nicht nehmen, eine ungefähr dreimal so junge Dame anzugraben und in einer peinlichen Schlusseinstellung auch noch zu begatten. Warum ihm oder seinen Regisseuren niemand derartig stussige Szenen ausredet, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Unterm Strich bleibt absolut solide Unterhaltung aus dem Hause Seagal. Der sonst so rüde Trashtalker gibt sich diesmal etwas milder und beschimpft seine Gegner nicht in einer Tour als Wichser und was sonst noch. Und obwohl der Film seine Härten hat und Seagal gewohnt rigoros durch die Russen pflügt, bleiben diesmal sinnlose Kollateralschäden und zu derbe Gewaltexzesse aus. Ebenso wie große Actionszenen mit Explosionen oder Autoverfolgungsjagden. Dadurch zerfällt der Film aber auch nicht so sehr in Einzelszenen. Was durch die diesmal eher bedächtig abgewickelte Geschichte noch unterstrichen wird. Technisch inszeniert Regisseur Keoni Waxman seinen Film sehr bodenständig und großes Stilmittel-Bombardement. Vor allem in der Action arbeitet er sehr sauber und mit Blick für Handgemachtes. Größter Pluspunkt für den Film ist jedoch das Team Up Seagals mit Victor Webster, denn der junge Mime ist sympathisch, spielt sehr einnehmend und macht in der Action eine verdammt gute Figur. Aus ihm könnte sicherlich auch ein guter B-Mime für den Actionsektor erwachsen.

Der Film ist auf DVD und Blu-ray von Splendid Film erschienen und wurde ungeschnitten von der FSK mit einer FSK 18 Freigabe abgesegnet. Als Extras bekommt man bei der Blu-ray eine Folge der „True Justice“ Serie und diverse Trailer zur zweiten Staffel der Seagal-Serie geboten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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