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Alien³

Originaltitel: Alien³__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: David Fincher__Produktion: Walter Hill u.a.__Darsteller: Sigourney Weaver, Charles S. Dutton, Charles Dance, Paul McGann, Brian Glover, Ralph Brown, Danny Webb, Christopher John Fields, Holt McCallany, Lance Henriksen, Christopher Fairbank, Carl Chase, Pete Postlethwaite u.a.
Alien 3

An alten Bekannten ist in „Alien 3“ neben Hauptdarstellerin Sigourney Weaver auch Lance Henriksen wieder an Bord

Nachdem Teil 2 der „Alien“-Saga vor allem auf Action setzte, geht es mit „Alien 3“ zurück auf die ruhigere Schiene des Sci-Fi-Horror.

Ellen Ripley (Sigourney Weaver) verschlägt es dieses Mal in eine Kolonie von Strafgefangenen als das Schiff aus dem zweiten Teil eine Bruchlandung hinlegt. Dabei werden die restlichen Überlebenden weggeputzt, denn auch Teil 3 ist auf Ripley als einzige Heldin fixiert, wo sich schon das erste Problem von „Alien 3“ offenbart: Trotz der ganzen Innovationen, die „Aliens – Die Rückkehr“ mit sich brachte, versucht man hier dem ersten Teil im Rezept nachzueifern und kopiert dabei sehr arg.

Interessant ist die Gefangenenkolonie am Arsch des Universums jedoch auf jeden Fall: An sich hat man den Planeten bereits aufgegeben, doch ein Haufen religiös gewordener Gefangener ackert immer noch mit lediglich zwei Aufsehern dort, da sie die Kolonie als ihr Heim ansehen und nicht fortwollen. Ripley als einzige Frau unter den Gefangenen ist aus offensichtlichen Gründen unerwünscht und der Chef will sie auf der Krankenstation unter Verschluss halten, doch unsere propere Heldin will lieber sichergehen, dass kein Alien durch die Gänge schleicht.

Doch genau die Chose passiert, denn ein Facehugger fällt über ein Tier her (Hund oder Kuh, je nachdem, ob man Kinoversion oder Langfassung sieht), legt ein Alien in dessen Bauch ab und sorgt dafür, dass bald ein Biest durch die Gänge huscht. Doch davon ahnt noch niemand etwas, selbst Ripley ist beruhigt als man feststellt, dass die Leichen ihrer Kumpane nicht als Wirtskörper dienten…

Alien 3

Ellen Ripley (Sigourney Weaver) und die Strafgefangenen müssen mit dem Xenomorph fertig werden

„Alien 3“ ist klar schwächer als die beiden Vorgänger, wobei der Qualitätsunterschied zusätzlich noch stark davon beeinflusst wird, ob man Kinoversion oder Langfassung sieht. In beiden Fassungen kann der Film jedoch mit einer düsteren Bildsprache und einem stimmungsvollen Szenario aufwarten. Die religiöse Komponente dient zwar als Kulisse, aber stimmig ist die Gefangenengemeinschaft mit ihrer klerikalen Struktur doch in Szene gesetzt worden. Auch die Fabriklandschaft mit dem glühenden Schmelzöfen unterscheidet sich etwas von den noch düsteren Vorgängern, aber Fincher kann optisch trotzdem eine Brücke zu den Filmen schlagen, ohne seinen eigenen Stil zu vernachlässigen.

Im Bereich Spannungsaufbau sind sowohl Kinoversion als auch Langfassung ordentlich, aber keinesfalls überragend: Langsam wird die Bedrohung durch das Alien eingeführt, das hier allerdings erst auch hier nicht zu früh zum Einsatz kommt. Anschließend kopiert man recht brav den ersten Teil, denn das Vieh beginnt erstmal in aller Gemütsruhe Gefangene wegzuknurpsen, ehe man dann gegen Schluss zur Entsorgung der Bestie schreitet. Hier wird es etwas origineller, denn ausnahmsweise muss Ripley mal nicht alleine ran, sondern erhält tatkräftige Unterstützung. Vor allem die Hetzjagd des Aliens durch die Gänge (schön aus der Ego-Perspektive gefilmt) macht deutlich was her, auch wenn die Szene ein wenig zu ausgewalzt und gleichförmig verläuft.

Alien 3

Prediger Dillon (Charles S. Dutton) ist der spirituelle Führer der religiösen Häftlinge

Was die eigentliche Handlung angeht, unterscheiden sich Kinoversion und Langfassung auch nicht groß. Was nun als Wirtstier dient, ist egal; die in der Langfassung hinzugefügte Episode mit der Abfallkammer ist noch mal ein kleiner Spannungshöhepunkt vor dem Finale, allerdings ist die Lösung, wie das Vieh daraus wieder entkommt, dermaßen konstruiert, dass man sich nur halb über diese Verlängerung freut. Deutliche Unterschiede gibt es jedoch im Bereich Charakterzeichnung und da hat die Langfassung eindeutig die Nase vorn: Ripleys Dilemma wird viel deutlich, der Arzt Clemens (Charles Dance) und der Prediger Dillon (Charles S. Dutton) gewinnen viel mehr Profil. Dementsprechend mehr Sorge hat um die Charaktere, was auch die Spannung fördert, doch man kann über die Langfassung vor allem eines sagen: Sie wirkt einfach stimmiger und ausgegorener als die Kinoversion.

Der Actionfan muss dieses Mal allerdings in die Röhre gucken, denn Teil 3 kopiert den ersten Teil der Serie sehr: Wieder muss erst ein Weg zur Alienbekämpfung gefunden werden und da man spätestens seit Teil 2 quasi alles über die Biester weiß, gibt es hier die etwas konstruierte Situation, dass man keine Waffen hat und Rettungstruppen den Planeten erst in einigen Tagen erreichen. Dieses Kopieren des ersten Teils nervt ein wenig, denn teilweise denkt „Alien 3“ die Geschichte sehr sinnvoll weiter, vor allem im dramatischen Finale, in dem mal wieder die Gier der ominösen Firma, Weyland-Yutani, deutlich wird, welche in den Aliens neue Kriegswaffen sieht.

Alien 3

Auch Lance Henriksen tauch wieder auf

Sigourney Weaver („The Cold Light of Day“) schlägt sich in ihrer Paraderolle gewohnt gut und beweist mit rasiertem Kopf Mut zu ungewohntem Auftreten, auch wenn ihre Auftritte in den Vorgängern noch etwas stärker wirkten. Charles S. Dutton („Surviving the Game“) als bäriger Prediger bietet hier allerdings die beste Leistung und verweist sogar Frau Weaver auf die Plätze, Lance Henriksen („Phantom“) hat zwei ordentliche Auftritte. Der Rest der Besetzung ist auch ganz ordentlich, wobei vor allem noch Charles Dance („The Contractor“) als Knastarzt mit Geheimnis noch heraussticht, während Charakterkopf Pete Postlethwaite („Split Second“) überraschend wenig Akzente setzen kann.

„Alien 3“ ist recht spannend, kopiert aber den ersten Teil der Saga teilweise etwas zu innovationslos. Gelungene Gruselunterhaltung bietet der Film jedoch trotzdem noch, wobei der Film in der Langfassung deutlich besser wirkt, dank der stimmigereren Charakterzeichnung.

Knappe:

Bei 20th Century Fox ist der Film in diversen Auflagen auf DVD und Blu-Ray erschienen. Mit Ausnahme der DVD-Erstauflage hat man bei allen Fassungen die Auswahl zwischen Kinoversion und Langfassung, außerdem je nach Auflage mehr oder minder üppiges Bonusmaterial.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: 20th Century Fox__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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