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Alien Trespass

Originaltitel: Alien Trespass__Herstellungsland: Kanada, USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: R.W. Goodwin__Darsteller: Eric McCormack, Jenni Baird, Dan Lauria, Robert Patrick, Jody Thompson, Aaron Brooks, Sarah Smyth, Andrew Dunbar, Sage Brocklebank, Tom McBeath u.a.
Alien Trespass

Robert Patrick ist in der Sci-Fi-Hommage “Alien Trespass” dabei.

1957 passierte Spektakuläres! Ein großes Filmstudio der Hollywood-Traumfabrik stampfte wegen Vertragsquerelen mit dem Star des nächsten Big-Budget-Sci-Fi-Horror-Movies „Alien Trespass“ alle Kopien des Filmes ein. Jahrzehnte später wird eine Kopie des Filmes wiedergefunden und in die Kinos gebracht (in unserem Fall in die Pantoffelkinos). Endlich dürfen wir dieses Meisterwerk genießen…

Selbiges erzählt von einem beschaulichen Dorf irgendwo am Arsch von Amerika. Hier stürzt ein Raumschiff ab und zwei Außerirdische entsteigen der fliegenden Untertasse. Ein Wesen, das aussieht wie ein unförmiger Dildo mit Dreadlocks und einem gigantischen Auge, der Gotha, bricht unversehens auf, um die Bevölkerung des Dorfes empfindlich auszudünnen. Der andere Außerirdische fährt in einen herbeigeeilten neugierigen Astronomen und macht in dessen körperlicher Hülle Jagd auf den Gotha, bevor dieser sich teilen und die ganze Erde wie ein Parasit befallen kann…

Im Grunde genommen kann man „Alien Trespass“ mit den heute wieder so angesagten „Grindhouse-Produktionen“ vergleichen. Hier wie dort nahm man die Regeln eines bekannten Filmgenres her und erschuf einen neuen Film, der den Konventionen des Genres folgend mit modernen Mitteln dessen Look und Feel imitierte und es ironisch brach, ohne sich darüber lustig zu machen.

Nur dass bei „Alien Trespass“ eben nicht das Grindhouse-Kino im Mittelpunkt steht, sondern man eine Hommage an den kultigen B-Horror der 50er Jahre im Sinn hatte. Also einen Film, in dem naiv gezeichnete, aufrechte Amerikaner auf ebenso naiv gezeichnete und liebenswert schlecht getrickste Bösewichte trafen, die ihrerseits alles verkörperten, was die Amerikaner in den 50ern fürchteten: Die Invasion durch die Russen. Die Angst, dass der Kalte zum Heißen Krieg werden könnte und natürlich die Angst vor der nuklearen Bedrohung. All diese Motive verarbeitet auch „Alien Trespass“ und erzählt ganz nebenher einfach eine simple Story um zwei einander jagende Außerirdische, die das Leben eines langweiligen Provinznestes gehörig durcheinanderwirbeln.

Dabei wird sich großflächig bei „Krieg der Welten“, „Der Blob“, „Gefahr aus dem Weltall“ und „Der Tag an dem die Erde still stand“ bedient. Figurentechnisch bekommt man alle typischen Klischees des 50er Jahre B-Filmes zu sehen: Rebellische Teenager, verkopfte, steife Wissenschaftler, aufmüpfige und dennoch nur von ihrem Traumprinz gefunden werden wollende Dorfschönheiten, der sonderliche Außenseiter mit Hund, die immer zu spät kommende Staatsgewalt in Form fetter, unfähiger und vor allem nichts glaubender Sheriffs,… Die spielfreudigen Darsteller (allen voran Eric McCormack („Will & Grace“), Jenni Baird („4400“) und Robert Patrick („Safe House“)) erwecken ihre Charaktere überzeugend zum Leben und sind einer der wichtigsten Garanten, dass „Alien Trespass“ durchaus funktioniert.

Der imitiert in technischer Hinsicht perfekt die Filme jener Zeit: Knallige Farben, eine bedächtige Kameraarbeit, lange Einstellungen, ein stimmiger Score und auf mies getrimmte Special Effects (vor allem Gotha ist mal so richtig wundervoll misslungen) lassen wirklich glauben, einen Film aus den 50ern vor sich zu haben. Leider gilt das auch für das Tempo der Geschichte. Hier hätte ein Update wahrlich gut getan. Lange Zeit will einfach gar nichts passieren und gegen Ende geht dann leider alles ein wenig zu schnell.

Und Update ist ein gutes Stichwort: „Alien Trespass“ hätten neben einem „modernerem“ Tempo auch eine dichtere und präsentere Story und vor allem ein Spiel mit den Genre-Regeln wirklich gut getan. Gerade in der Szene, in der Gotha eine Kino-Vorstellung vom „Blob“ mit Steve McQueen zerlegt, blitzt ganz kurz das auf, was man sich für den ganzen Film gewünscht hätte: Spaß! Es mag für Fans des Genres sicher toll sein, den liebevoll gemachten „Alien Trespass“ zu bewundern und sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt zu fühlen. Aber ganz ehrlich: Das hätte man dank überall zugänglicher DVDs auch mit einem tatsächlichen Klassiker aus jenen Zeiten machen können. Da brauchte es eigentlich keinen neuen Vertreter, der das Genre eben nicht bricht und es damit versäumt, ein neues Publikum an diese Filmklassiker heranzuführen. Und so ist die von den Machern lancierte Hintergrundgeschichte von „Alien Trespass“, die in dem tollen Making Of zum Film noch mehr vertieft wird, besser als der eigentliche Film. Der mag eine nett gemeinte Hommage an ein tolles Genre sein, keine Frage, aber hier war viel mehr drin als nur ein „nett“.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt in toller Bildqualität und mit ordentlicher Synchronisation von dem Label dtp entertainment/Great Movies und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: dtp entertainment/Great Movies__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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