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America 3000

Originaltitel: America 3000__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1986__Regie: David Engelbach__Darsteller: Chuck Wagner, Laurene Landon, William Wallace, Sue Giosa, Victoria Barrett, Galyn Görg, Shaike Ophir, Camilla Sparv, Karen Sheperd, Ari Sorko-Ram u.a.
America 3000

Die Frauen regieren das Amerika des Jahres 3000. Und ihr dachtet, Trump wäre übel…

„America 3000“. Dank des Filmtitels sind Handlungsort und -zeit nur schwer zu erraten. Also steigen wir direkt in den Film ein. Der präsentiert mal wieder ein total zerstörtes Amerika. Ein Nuklearkrieg besiegelte das Schicksal der glorreichen Nation. Die, die daran Schuld waren, also die Kerle (wer auch sonst), entwickelten sich seit diesem Zwischenfall zurück zu Neandertalern. Die Frauen derweil nahmen endlich die Geschicke des Landes in ihre Hände.

Und sie gehen mit dem vermeintlich starken Geschlecht wenig zimperlich um. Verflogen und jagen die Männer, um sie als Spielzeuge zu missbrauchen, zu versklaven und umzubringen oder als Besamer bis auf den letzten Tropfen Sacksahne auszusaugen. Bei einem ihrer Raubzüge gehen ihnen zwei Jünglinge durch die Lappen. Die beschließen daraufhin, den Frauen fortan die Stirn zu bieten.

Der Mann muss ihrer Meinung nach von der Tyrannei der Frauen befreit werden. Viel Glück Jungs!

Der Trailer wider die Herrschaft der Frauen

„America 3000“, ein Vehikel aus der großartigen Cannon-Group-Filmschmiede, beginnt, als hätte dieser herrliche Gaga-Trash tatsächlich ein Drehbuch. Eine Off-Stimme salbadert eine gefühlte Ewigkeit, um die Grundsituation des Filmes zu etablieren. Sogar eine Art eigene Sprache wird vorgestellt, denn unsere üblichen Vokabeln wurden über die Jahre offensichtlich um großartige Begriff wie „WOGGO“ erweitert. Was das heißt? Tja, findet es gerne selbst heraus.

Zu eurem Glück wird der Begriff früh im Film erklärt. Da dürftet ihr noch wach sein. Denn leider gibt es schon zu Beginn, bei dem ewigen Gelaber, keinerlei hektischere Entsprechung auf der Mattscheibe. Es passiert nix. „America 3000“ mäandert einfach vor sich hin. Deutet an, dass die Männer sich befreien wollen. Zelebriert die Frauen mit ihren irren 3-Wetter-Taft-Frisuren und wird immer trashiger.

Das absolute Highlight dahingehend stellt die Einführung eines riesigen Bigfootdings dar, das sich, da ebenfalls männlich, auch von den Frauen ärgern lassen muss und diese zu deren Initiation zur echten Frau entweder totschlägt, begattet oder davonkommen lässt. Und „America 3000“ nutzt das Viech nicht nur einmal für einen dämlichen Gag. In so gut wie jeder Szene springt der wandelnde Zottelteppich durchs Bild, schmeißt mit Gegenständen um sich oder hört Musik aus einem Radiorecorder.

Apropos: Dieser stammt aus dem mitten im Film zufällig gefundenen Atomschutzbunker des ehemaligen amerikanischen Präsidenten. Hier biegt der Film dann vollends in Trashrichtung ab. Lässt einen Charakter ab sofort nur noch mit Wärmeschutzdecke durch die Steinwüste reiten und einen Aufstand gegen die Frauen anzetteln. Das Actionhighlight des Filmes. Bei dem kleinere Explosionen steigen, ein paar der Frauen beeindruckend um sich kicken und Männer im „Ugah, Ugah“-Modus Frauenkörper zerstören. Was ein herrlicher Schwachsinn.

Der von einem Finale voller Fremdscham-Momente sogar noch getoppt wird! Unglaublich, aber wahr. Dann wird noch der Zottel-Bigfoot mitten im Jubelsprung eingefroren und der Abspann rollt an. Tja ja, so sah Videothekengülle einst aus. Was vermisse ich diese Zeit…

Gedreht wurde „Amerika 3000“ in Israel. Ausstattung und Kostümierung entsprechen den damals so beliebten Fantasy-Endzeit-Filmen aus dem Steinbruch um die Ecke und entwerfen halbwegs glaubwürdig eine zerstörte Zivilisation. Interessant ist, dass die Kostüme der Frauen schon recht schlüpfrig angelegt sind, sich aber nicht eine einzige nackte Hupe in den Film verirrt. Zudem scheint das meiste Geld für Unmengen an Haarspray draufgegangen zu sein. Was die Frauen hier für Fönfrisuren auftragen, muss man gesehen haben, um es glauben zu können. Und die Dinger halten!!!

Optisch ist der Film wenig ansprechend geraten. Die Bebilderung ist größtenteils arg dröge und langweilig. Action und Tempo kommen sehr selten auf. Dafür schlägt der unfreiwillige Humor häufiger Purzelbaum. Alleine die Vertonung der Miniarmbrüste ist einfach zu derb. Der Score zum Film kommt aus einem Kleinkind-Keybord und malträtiert die Ohren gar köstlich. Gewalttätigkeiten hat es wenige, der Bodycount bewegt sich im arg zahmen Rahmen.

Kurzum: Aufregend geht anders! „America 3000“ ist keine Perle längst vergangener Jahre, die es neu zu entdecken gilt. Aber zumindest ist der Film teilweise so radebrechend dämlich und ja, seltsam, dass man ihm ein unterhaltendes Potential in keinster Weise absprechen kann. Doch dabei muss man auch einige arg zerdehnte Abschnitte in Kauf nehmen. Und Schauspieler, die nicht für einen Cent schauspielern können.

4 von 10

Der Film erschien am 19. Mai 2017 in Deutschland erstmals von dem Leben Indigo auf DVD. Als Master dürfte ein minimal bearbeitetes VHS-Band gedient haben. Leider wirkt die Tonspur (Effekte) in den ersten Minuten asynchron.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Indigo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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