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American Fighter 4 – Die Vernichtung

Originaltitel: American Ninja 4: The Annihilation__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1990__Regie: Cedric Sundstrom__Darsteller: Michael Dudikoff, David Bradley, James Booth, Dwayne Alexandre, Ken Gampu, Robin Stille, Franz Dobrowsky u.a.
American Fighter 4

Michael Dudikoff und David Bradley kämpfen in “American Fighter 4” gemeinsam gegen bunte Ninjas.

Zu Beginn dieses kleinen Hauers wird eine Gruppe GI’s von einer Übermacht Ninjas gemeuchelt. Einige geraten dabei in Gefangenschaft, weshalb man die Agenten Karl und Sean von Karls Hochzeit abkommandiert. Sie sollen den afrikanischen Bad Ass festsetzen, der nicht nur die GI’s als Geiseln festhält, sondern obendrein eine Miniaturnuklearwaffe gebastelt hat, die überall zum Einsatz kommen könnte, vor allem in den verhassten USA.

Kaum in Afrika gelandet, bekommen Sean und Karl von diversen Kontaktmännern gesteckt, wo der Bad Ass mit Namen Mugrow residiert. Sean Davidson sammelt daraufhin noch schnell eine potthässliche Post80erJahre Hässlette sowie einen nervigen Kiddieführer auf und beginnt einen Plan zu schmieden, wie er Mugrow fertig machen kann. Doch das Fort vom Bad Ass erreicht er erst gar nicht, denn mitten in einem Wald verrät ihm ein Ziehen in der Harnröhre: Wir sind nicht allein! Nach derbem Posing im Wald (Bogen zusammenbauen, Spagatsitz usw.) darf Sean loslegen und einige Ninjas nett choreographiert zu ihren Ahnen schicken. Doch obwohl sich Sean hervorragend schlägt (und dabei noch Zeit für diverse Poser-Moves hat) werden er und seine Kumpel bis auf den jugendlichen Führer gefangen genommen.

David Bradley („American Fighter 3“), der wirklich gut kämpfen kann, agierte bis zu diesem Moment wie ein Stein und so sehnt man sich den zweiten Shakespeare-Mimen dieser Produktion geradezu herbei. Und wirklich, er kommt: Mittlerweile Mitglied des Friedenschors kann Joe Armstrong nicht untätig Däumchen drehen, während sein guter Kumpel Sean und sein Land – die USA – bedroht werden. Also setzt uns Dudi seinen bösen Blick auf und bricht auf gen Bad Ass, um da mal ordentlich durchzufegen. Und Heidewitzka, das tut er: Da werden Pfeile gefangen (mit dem Mund), Ninjasterne geworfen und Schwerter geschwungen wie zu guten alten Zeiten. Neue Story-Aspekte kommen freilich nicht hinzu, es geht nur noch darum, schnellstmöglich zum Showdown zu kommen…

American Fighter 4

Sean Davidson dominiert die erste Hälfte des Filmes…

Leider scheint bei „American Fighter 4“ nicht mehr allzu viel Geld da gewesen zu sein. Optisch kann der Film infolgedessen nicht mehr überzeugen. Er vermag es nicht einmal, ein wenig Lokalkolorit des afrikanischen Kontinents einzubeziehen. Auch die Explosionen zündeln auf Sparflamme (Grandios ist etwa die Helikopter-Explosion am Ende des Filmes: Ein schlechtes Modell wird mit einem Böller hochgejagt und auch noch in der falschen Geschwindigkeit abgefilmt!) und für Blutbeutel reichte es vorne und hinten nicht. So fehlt irgendwie alles, das aufwändig gewesen wäre.

Abgesehen von dem „Mad Max 2“-Gedächtnis-Fort namens Silver City, in dem lauter grobschlächtige Kerle leben, die im Grunde nichts anderes zu tun haben, als Kanonenfutter zu liefern. Grandios schlecht. Genau wie die Tatsache, dass man bereits bei diesem Film eine Art Farbenflash bekommen könnte, wenn man sich die Ninjas anschaut. Da tummeln sich gelbe, blaue, schwarze, rote und weiße Vermummte…

American Fighter 4

… Joe Armstrong reißt dann Hälfte zwei an sich.

Michael Dudikoff, Star aus Teil 1 und 2, der bei Teil 3 keinen Bock mehr auf die ewig gleiche Leier hatte, so dass David Bradley übernehmen durfte, beherrscht den Film mühelos. Sein Auftritt ist es, den man von Minute eins an herbeisehnt und der zunächst einfach nicht kommen will. Doch wenn die qualvollen ersten 45 Minuten dann erstmal überstanden sind, verschwendet man keine Zeit mehr und lanciert auch gar nicht erst irgendwelche Handlungsszenen mit Dudikoff. Kicken soll er und das macht er denn auch.

Innerhalb der „American Fighter“-Reihe ist der Vierte definitiv der gewaltgeilste überhaupt. Soviel gekickt, gefoltert, erhängt, mit den Weichteilen in Glasscherben gefallen und gestorben wie hier wird in keinem der Vorgänger. Und wenn der Bodycount so erfrischend hoch gehalten wird wie hier, macht man sich recht schnell gar nicht mehr die Mühe, nach Sinn und Unsinn dieser Schlachtplatte zu fragen. Und das ist wohl auch gut so, denn würde man sich ernsthaft die Mühe machen und versuchen, den Film zu hinterfragen, würde man wohl 5 Minuten nach Filmbeginn einer Frau gleich konstatieren: „Was für eine Scheiße.“

Und was soll man zu einem Actionböller, der mit einem gen Horizont entschwindenden Dudikoff endet und ihn die Weisheit „Du findest mich in der Schule!“ verkünden lässt, anderes sagen als: Hirn raus, Bier auf, Sessel in eine aufrechte Position gebracht und mitgefeiert? Nicht der beste Film der Reihe, aber allemal hirnverbrannt gute Unterhaltung.

Die deutsche DVD zum Film ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten und kommt von dem Label Studiocanal. Die bringen das Ninja-Fest am 23. Juni 2016 auch auf Blu-ray raus!

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Studiocanal__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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