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Anti-Life (mit Videokritik)

Originaltitel: Breach__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: John Suits__Darsteller: Bruce Willis, Cody Kearsley, Callan Mulvey, Johnny Messner, Rachel Nichols, Timothy V. Murphy, Angie Pack, Thomas Jane, Corey Large, Ralf Moeller u.a.

Wir haben „Anti-Life“ mit Bruce Willis gemeinsam mit drei weiteren interessanten Titeln („Jarhead: Law of Return“, „Fabricated City“ und „Cut Throat City“) für euch in einer Videokritik besprochen. Diese könnt ihr fortfolgend genießen. Sie beginnt mit „Anti-Life“. Unter dem Video gibt es die verschriftlichte Version.

Video: Kritik zu „Anti-Life“

Bruce Willis kehrt zurück ins All

Anti-Life alias BReach mit Bruce Willis DVD Cover

Bruce Willis stellt sich in “Anti-Life” einem Alien.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Bruce Willis bringt einen neuen DtV-Streifen auf den Weg, der zum einen nicht von Emmett-Furla-Oasis produziert wurde und der zum anderen nicht einen weiteren x-beliebigen Actionthriller darstellt. „Anti-Life“ (aka „Breach“) heißt der Mix aus Science Fiction und mildem Horror.

Gute 200 Jahre in der Zukunft wütet eine gefährliche Krankheit unter den Menschen. Um der menschlichen Rasse eine Überlebenschance einzuräumen, beschließt man, einige Auserwählte mittels Raumschiff nach einem neuen Planeten suchen zu lassen, den die verbliebenen Menschen kolonialisieren können. Unter den Auserwählten ist die Tochter eines Admirals, die ihren Freund und Vater ihres in ihr heranwachsenden neuen Lebens auf das Schiff schmuggelt.

Während sie in den Cryo-Schlaf versetzt wird, muss ihr Freund Noah Hausmeisterdienste unter Aufsicht des knurrigen Clay verrichten. Doch immerhin ist er nicht von dem Schiff geflogen, da wird er sich ein paar hundert Tage mit seinem Vorgesetzten arrangieren können. Doch Clay ist bei weitem nicht das größte Problem von Noah. Denn auf der Arche befindet sich ein blinder Passagier.

Es handelt sich um einen Parasit, der alsbald unter der Crew des Raumschiffes zu wüten beginnt und sie empfindlich ausdünnt. Dementsprechend gilt es zu verhindern, dass der Parasit sich auch unter den Cryo-Schläfern ausbreitet und so das Fortbestehen der Menschheit gefährdet.

Schaut in den Science-Fiction-Film mit Bruce Willis und Ralf Möller hinein

Die Produzenten von „Anti-Life“ scheinen sich nicht wie EFO-Films damit zufriedengegeben zu haben, dass der größte Name in ihrem Cast sich wie zuletzt gewohnt der Arbeitsverweigerung hingibt. Infolgedessen spielt Bruce Willis („Cosmic Sin“) tatsächlich eine wichtige Rolle in „Anti-Life“ und hat daran sogar sichtlichen Spaß. Wobei ihm seine Rolle des Opportunisten und Mecker-Philipps auch ziemlich auf den Leib geschneidert wirkt.

Die Bruce-Willis-Rolle hat diesmal der neben Willis groß auf dem Artwork prangende Thomas Jane („Standoff“) inne. Der lässt sich nach fünf Minuten Film einfach in den Cryo-Schlaf versetzen und wacht erst im Finale für ein paar Augenblicke wieder auf. Und was wirkt Jane lustlos. Mein lieber Schwede. Ebenfalls nahe am Schauspielkoma agiert Rachel Nichols („Raze“). Hauptdarsteller Cody Kearsley wirkt da als Noah zwar engagierter, ist aber so blass und uncharismatisch, dass einem relativ schnell Wumpe ist, ob er nun den Aggressor besiegt oder nicht.

Ebenfalls bei „Anti-Life“ dabei sind Johnny Messner („Beyond the Law“) und Ralf Möller („Universal Soldier“). Während Messner als Crewmitglied ein paar starke Momente kredenzt bekommt und viel zur Eskalation der Grundsituation beitragen darf, hat unser Ralle vielleicht eine Minute Screentime, in der er immerhin eine Zeile unterbringen darf. Schon eine kleine Enttäuschung.

Die Story von „Anti-Life“ bietet das aus „Alien“ und Co. hinreichend bekannte Schema um eine unbekannte Lebensform, die mittels menschlicher Wirte ihr Überleben zu sichern gedenkt. Neue Ideen sind dabei Mangelware. Einzig, dass die in Besitz genommenen Menschlein sich alsbald wie rasende Besessene oder wieselflinke Zombies gerieren, macht durchaus Laune. Leider dauert es ganz schön lange, bis der Parasit loslegt. Und leider hat „Anti-Life“ den größten Teil seines Budgets offensichtlich in seine Stars gesteckt. Denn wie der Parasit macht, was er macht, wird so gut wie nie visualisiert.

Besonders spektakulär gedachte Kills geschehen Off-Screen und erst wenige Minuten vor Schluss lassen die Macher auch mal Blicke auf eine spätere Erscheinungsform des Wesens zu. Dass Design der Kreatur ist allerdings eine ziemliche Lachnummer. Klobig und seltsam unförmig passt der Kamerad kaum noch durch die Gänge des Raumschiffs. Und weil kein Geld für einen fetten Showdown da war, wird das Viech auch niemals richtig bekämpft. Kurzum: Eine Enttäuschung reiht sich hier an die nächste.

Apropos: Zur Bebilderung des Weltraums war offensichtlich auch kein Geld da. So spielt der Film ausschließlich in dunklen Räumen und ewig gleich aussehenden Gängen, was den Geldmangel der Produktion eindrucksvoll unterstreicht. Die billige Optik und der egale Score des Filmes können ebenfalls keinerlei Abwechslung von dem drögen Einerlei bieten.

Wo der Film immer mal wieder richtig Druck macht, ist, wenn irgendwelche Charaktere mit normalen Schusswaffen auf die Besessenen feuern. Da fliegen Fetzen von den Getroffenen, das Blut spritzt und die Besessenen tanzen den Tanz des Todes. Peinlich hingegen sind die „Feuer-“ und „Schmelzeffekte“ über die Bilder kopiert, wenn sich Clay und Noah im Finish durch die „Besessenen“ metzeln.

Allgemein fehlt es der Action an Wucht und das Gelaber zwischen den alles andere als zahlreichen „Highlight-Szenen“ bremst „Anti-Life“ immer wieder empfindlich aus. Viel Leerlauf ist die Folge, zumal dem Drehbuch zum Film des Regisseurs John Suits („The Scribbler“) außer sattsam bekannten und schlecht wiedergekäuten Motiven besserer Vorbilder nichts Neues einfällt, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Hinsichtlich der Lebendigkeit des Filmes bekommt so der Filmtitel eine beinahe ironische Doppeldeutigkeit.

„Anti-Life“ hat außer Bruce Willis nichts zu bieten

Schon „Survive the Night“ hat gezeigt, dass ein engagierter oder zumindest präsenter wirkender Bruce Willis einer kleinen Produktion durchaus zu helfen vermag. Und als sprichwörtlicher Pain in the Ass der Hauptfigur Noah macht Willis eine Menge Spaß. Hier und da meint man zwar, dass Willis sich einfach nur selber spielt, aber selbst das reicht, damit „Anti-Life“ nicht vollkommen abkackt.

Der Film hat es nämlich nicht wirklich leicht, sich beim Zuschauer einzuschmeicheln. Dazu ist seine Story zu altbekannt, ist sein Budget sichtlich zu schmal bemessen, sind seine Darsteller teils kräftig demotiviert unterwegs, geraten seine Charaktere zu flach und nichtssagend, geriert sich die Action höchst unspektakulär und will sein eigentlicher Star – die Kreatur – irgendwie nie so recht loslegen.

Und ist es dann endlich so weit, steht auch schon das Finale von „Anti-Life“ an, das es sich wahrlich ein wenig zu einfach macht. Und seinen Schlussgag nimmt man dem Film fast ein wenig übel. Wenn da plötzlich mit Gigantismus geprotzt wird, nur um gleich darauf den Rollladen runterzuziehen, kommt man sich schon verarscht vor. Was bleibt, ist ein Gefühl von Leere, Langeweile und Enttäuschung. Aber zumindest Bruce Willis liefert ab.

03 von 10

Eine deutsche Veröffentlichung hat das relativ frische Label Dolphin Medien für Herbst 2021 angekündigt. In Großbritannien kann man den Streifen von dem Label Signature längst erstehen. Uncut mit einer Freigabe ab 15.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

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