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Back to Back – American Yakuza 2

Originaltitel: Back to Back__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: Roger Nygard__Darsteller: Michael Rooker, Ryô Ishibashi, Danielle Harris, John Laughlin, Koh Tagasugi, Bobcat Goldthwait, Vincent Schiavelli, Stephen Furst, Tim Thomerson, Fred Willard, Frank D’Amico, Leland Orser u.a.
Back to Back

In “Back to Back” müssen Cop Michael Rooker und Yakuza Ryo Ishibashi zusammenarbeiten

„Back to Back“ ist eine unterhaltsame B-Actionkomödie, auch wenn sie an sich keinen einzigen Bezug zum nominellen Vorgänger „American Yakuza“ besitzt.

Bob Malone (Michael Rooker) ist ein typischer Cop fürs B-Actiongenre: Suspendiert, in finanziellen Nöten und geschieden. Lediglich seine Tochter Chelsea (Danielle Harris) ist noch bei ihm geblieben. Als Bob nach einem unbewilligten Kredit und einer eingezogenen Bankkarte gerade am Tiefpunkt des Tages angelangt ist, kann er einen Banküberfall verhindern, indem er die meisten Bankräuber erschießt. Lediglich einer entkommt. Der Anfang ist recht witzig und die kleine Schießerei kann sich auch sehen lassen, zumal diese auch als kleine Hommage an Dirty Harry erscheint, der ja auch schon beim Hotdog-Holen Bankraube zu verhindern wusste.

Der verbliebene Räuber rauscht auf seiner Flucht jedoch genau in das Restaurant, in dem die beiden Yakuza Koji (Ryo Ishibashi) und Hideo (Koh Takasugi) darauf warten, einen Auftrag zu erfüllen. Als der Bankräuber die Gäste als Geiseln nimmt und mit Sprengstoff bedroht, geht Koji dazwischen und schaltet den Räuber ohne Verluste aus. Doch dafür wird er prompt aufs Verhör mitgenommen, da er zu cool für einen Zivilisten reagiert hat. Insgesamt ist auch der zweite Teil der Auftaktaction gelungen, auch wenn der Bankräuber, gespielt von dem Komiker Bobcat Goldthwait (den meisten wohl als Zed aus den „Police Academy“-Sequels bekannt), beim Reißen seiner Sprüche manchmal etwas zu sehr auf die Albernheitstube drückt.

Auch Malone wird für sein Handeln aufs Revier gebracht, da er beim Aufhalten der Räuber suspendiert war. Chelsea soll ihn abholen. Doch als die Polizei Koji unter die Lupe nimmt und seiner wahren Identität auf die Spur kommt, flieht er und nimmt Malone und seine Tochter unbemerkt als Geiseln. So werden die beiden in seine Angelegenheiten mit hinein gezogen…

Back to Back

Cop Bob Malone (Michael Rooker) lässt die Waffe sprechen

„Back to Back“ ist ein kurzer wie kurzweiliger B-Film mit einer nicht unbedingt neuen Handlung. Cop und Gangster als unfreiwillige Partner sowie der Gangster-Privatkrieg, in den andere mit hinein gezogen werden, das war schon mal da. Doch die Story ist temporeich und erreicht ein solides Maß an Spannung, auch wenn die paar Plotwendungen ebenfalls schon mehrmals da waren. Doch wenn die knapp 90 Minuten vorbei sind, hat man sich eigentlich nicht gelangweilt. Und tatsächlich erzählt Regisseur und Co-Autor Roger Nygard diese Geschichte so, dass die Figuren an Profil gewinnen, dass man das in Rekordzeit geschehende Zusammenwachsen von Cop und Yakuza tatsächlich noch glauben mag, so sehr es auch bekannte Plotmechanik ist.

Die Gags sind zwar keine Brüller, bei denen man auf dem Boden vor Lachen liegt, aber ganz nette Witze, die den Plot auflockern. Man merkt „Back to Back“ dabei an, dass er nicht zu einer Zeit entstand, in welcher das US-Kino im Allgemeinen und der Actionfilm im Speziellen sich sehr asiatischen Themen und Trends zuwandte (man denke an die Hollywoodeinsätze von John Woo, Jackie Chan usw.), sondern dass er auch kurz nach dem von „Pulp Fiction“ ausgelösten Tarantino-Hype entstand. So erinnern die Gespräche der beiden Yakuza darüber, ob Elvis wirklich tot ist, ein wenig an Tarantinos Filme, ebenso die Ansammlung cooler oder skurriler Typen, doch „Back to Back“ bewahrt sich trotz dieser Einflüsse genug Eigenidentität als Actionkomödie, um nicht zum simplen Tarantino-Plagiat zu werden. Viele der Comedy-Situationen regen zum Grinsen an, z.B. wenn Malone und Chelsea trotz Geiselnahme einen Vater-Tochter-Streit anfangen und Hideo sich eines nervenden Typen entledigt.

Back to Back

Koji (Ryo Ishibashi) lernt Bobs Tochter Chelsea (Danielle Harris) auf dem Revier kennen

Allerdings könnte „Back to Back“ eine größere Portion Action vertragen, denn es werden an sich nur drei Szenen geboten: Der erwähnte Auftakt mit dem Bankräuber, die Schießerei in dem Haus Malones sowie der Showdown. Doch dafür sind die Actionsequenzen, die an sich nur Shoot-Outs bieten, sehr gut inszeniert und halbwegs spektakulär, zudem mit kleinen (manchmal Woo-inspirierten) Einfällen, etwa wenn Koji einen Gegner auf einem Rollbrett rollend erledigt oder die Helden mit Blendgranaten und Schutzbrillen gegen den Blitz ein Restaurant voller Schurken stürmen. Die deutsche Videofassung ist noch ansehbar, doch erst in der ungekürzten Fassung kommt die Action, vor allem die blutigen Einschüsse, zur vollen Entfaltung.

Ein weiterer Pluspunkt des Films sind die recht bekannten Darsteller, die allesamt alle auf relativ hohem B-Niveau spielen. Vor allem Michael Rooker („Cliffhanger“) als cholerischer Cop und liebender Vater mit Ausdrucksproblemen sowie Danielle Harris („Last Boy Scout“) als fürsorgliche wie abgeklärte Tochter überzeugen und sie sind auch diejenigen, die schon aus einigen A-Movies Erfahrungen mitbringen. Ryo Ishibashi („War“) kommt ebenfalls ziemlich cool rüber und spielt den abgeklärten Killer mit Prinzipien und Herz gut, sowie eigentlich alle Nebendarsteller, unter denen sich auch ein paar bekannte Gesichter wie Tim Thomerson („Nemesis“), Leland Orser („Taken“) und Vincent Schiavelli („Lurking Fear“) befinden.

Unterm Strich ist „Back to Back“ also eine kurzweilige B-Actionkomödie, die aber ein paar Schießereien mehr vertragen könnte. Doch die gebotene Action, die starke Besetzung und der Stilwille des Films machen „Back to Back“ zu einem gelungenen B-Picture, dem man auch seine altbekannte Handlung aus dem kleinen Einmaleins des Gangster-Actionfilms nachsieht.

In Deutschland ist der Film bisher nur unter dem Originaltitel „Back to Back“ auf VHS bei VPS erschienen und war dort trotz FSK-18-Freigabe um 52 Sekunden gekürzt, war aber – wie im Text erwähnt – in dieser Fassung noch schaubar. Ungekürzt war hierzulande lediglich eine alte Premiere-Ausstrahlung. In Großbritannien gibt es „Back to Back“ dagegen unter dem Titel „American Yakuza 2 – Back to Back“ ungekürzt auf DVD, mit ein paar Trailern als Bonus.

© Nils Bothmann (McClane)

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