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Bad Karma

Originaltitel: Bad Karma__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: John Hough __Produktion: Mark L. Lester__Darsteller: Patsy Kensit, Patrick Muldoon, Amy Locane, Patrick Joseph Byrnes, Aimee O’Sullivan, Vinnie McCabe, Rachel O’Riordan, Sean Power, Merrina Millsapp u.a.
Bad Karma

Mark L. Lester produzierte den belanglosen Thriller “Bad Karma”.

Die Darden State Klinik für psychisch „leicht“ angeknackste Seelen beherbergt mit Maureen Hatcher einen ganz besonderen Patienten. Die Dame hat eine krankhafte Obsession für ihren Doktor Trey Campbell entwickelt und versucht beständig, ihn zu verführen und von der Richtigkeit ihrer Aussagen zu überzeugen. Immerhin habe man dank Reinkarnation eine gemeinsame Vergangenheit, die bis in die Zeit von Jack the Ripper zurückreiche, wo man gemeinsam Huren gekillt habe. Einmal hat sich Trey von der Dame hinreißen lassen und sie geküsst. Doch seitdem hält er sie beständig auf Abstand. Das rät er auch seinem Kollegen, der ihn vertreten soll, als er mit seiner Familie einen wohlverdienten Urlaub antritt.

Doch sein Kollege kann nicht standhaft bleiben. Er lässt sich von Maureen verführen und bezahlt dies mit seinem Leben. Natürlich nutzt Maureen die Gelegenheit zur Flucht und bringt dabei noch diverse andere Klinikmitarbeiter brutal um die Ecke. Ihr Ziel: Das Urlaubsdomizil von Trey und seiner Familie. Mit diversen entnommenen menschlichen Organen will die Verrückte ihren Lieblingsdoktor von ihren Theorien der Reinkarnation überzeugen und mit seinem „früheren Ich“ erneut auf Mordtour gehen…

Man nehme ein bisschen „Eine verhängnisvolle Affäre“ und kombiniere dies mit etwas „Kap der Angst“ und fertig ist der Superhit. Oder wie im Falle von „Bad Karma“ der Thriller aus dem Setzbaukasten, dem nicht viel Neues einzufallen vermag und der seine interessanteste Idee um die Reinkarnation zweier Seelen nur braucht, um seine Hauptfigur herzhaft herum sauen und Organe aus fremden Körpern reißen zu lassen. Obendrauf gibt es ein paar Flashbacks in die Zeit von Jack the Ripper, der in „Bad Karma“ zum mordlüsternen Reinkarnations-Gläubigen verkommt und für sein frauenverachtendes Tun erstaunlicherweise Hilfe von einer eifersüchtigen Furie braucht… Schon eine erstaunliche Spezies, diese Serienmörder.

Kurzum: Man kann auf die Story von „Bad Karma“ keinen Pfifferling geben. Und ernst nehmen kann man sie gleich gar nicht. Soll man sicherlich auch nicht. Immerhin fischt sie einfach nur in trüben Exploitation-Gewässern und hat weder glaubwürdige Figuren noch all zu viel Logik an Bord. Das kleidet Regisseur John Hough einfach in piefige DTV-Bilder, die so klinisch rein daherkommen, dass selbst die Rückblenden zu Jack the Ripper wirken, als habe man damals die Straßen jeden Tag ordentlich desinfiziert. Lachhaft gesetzte, ineffektive Jump-Scares, langweilige Einstellungen und ein katastrophaler Score runden den schwachen technischen Eindruck „gelungen“ ab.

Darstellerisch ist „Bad Karma“ die große Show von Patsy Kensit („Timebomb“). Die heiße MILF gibt hier den Femme-Fatale-Klischees ebenso beherzt Zucker wie den irren Seiten ihrer Figur. Jeder ausgesprochene Satz schreit hier förmlich: Meine Figur hat einen an der Klatsche, aber alle um mich herum sind zu doof, es zu merken. Das macht für eine Weile ordentlich Spaß und Frau Kensit macht auch optisch noch einiges her, aber es reicht nicht aus, um den Film vollends über die Runden zu retten. Einen großen Anteil daran hat der unfassbar blasse Patrick Muldoon („Starship Troopers“), der als Held der Chose keinerlei Akzente zu setzen vermag und richtiggehend hilflos wirkt. Ganz abgesehen davon, dass man ihm einen Arzt sowieso nicht abnehmen mag. Noch schlimmer ist nur seine langweilige Familie. Immerhin schaut Amy Locane als seine Frau gewohnt nett aus. Mehr kann man dann zu Treys Familie wirklich nicht sagen, weil sie dem Drehbuch offenbar vollkommen egal war. Dumm nur, dass wir ausgerechnet mit diesen Blassbacken mitfiebern sollen. Ja nee, is klar…

Ich muss zugeben, mir sind Filme, auf deren Covern zwei der drei Hauptdarsteller gleich mehrfach falsch geschrieben werden (Patrick Muldoon wird zu Patrik Muldoon und Amy Locane zu Amy Lacane UND May Locane!!!), immer ein wenig suspekt. Denn warum sollte ich als Zuschauer einen Film wertschätzen, wenn schon die Leute, die Geld mit diesem Film verdienen wollen, ebenjenen nicht einmal selbst so sehr wertschätzen können, dass sie die Namen der am Film Beteiligten richtig schreiben? Und dieser lieblose Eindruck zieht sich ein Stück weit durch den gesamten Film. Dieser ist ein von Mark L. Lester („The Base“) produzierter und von seinem Regisseur viel zu routiniert und belanglos abgespulter Durchschnitts-Thriller. „Bad Karma“ vermag nur in den wie draufgepappt wirkenden, unbeholfen inszenierten Bluteffekten, die in ihrer Drastik so gar nicht zum piefig inszenierten Rest des Filmes passen wollen, kleinere Aha-Momente zu generieren. Selbst „innovative“ bzw. schräge Einfälle wie das ganze Gewese um die Reinkarnation können weder Drehbuch oder Regie irgendwie gewinnbringend in „Bad Karma“ umsetzen. Stattdessen schaut man Furie Patsy Kensit beim Wirken zu und denkt an Filme, in denen die optisch immer noch sehr ansprechende Engländerin so richtig heiß war. Besser macht das „Bad Karma“ aber nicht.

Die deutsche DVD kommt von Universal Pictures Germany und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Universal Pictures Germany__Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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