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Balance of Power

Originaltitel: Balance of Power__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__ Regie: Rick Bennett__Darsteller: Billy Blanks, Mako, James Lew, Dennis Akayama, Lisa Boynton, Adrian Hough, Lawrence Nakamura u.a.
Balance of Power

Billy Blanks in seiner letzten Hauptrolle: “Balance of Power”

Als grundsolides Kickerentertainment erweist sich die letzte Hauptrolle des schwarzen Martial-Arts-Stars Billy Blanks („American Karate Tiger“), der danach nur noch eine Nebenrolle im Morgan-Freeman-Thriller „…denn zum Küssen sind sie da“ und einen Bad-Guy-Part im trashigen Hulk-Hogan-Vehikel „Attack on Devil’s Island“ ergattern sollte. „Balance of Power“ bietet kurzweilige B-Action, die allerdings aus dem Durchschnitt der in den 90er-Jahren die Videotheken überschwemmenden Genre-Ware nicht heraussticht.

Schwarzgurt Nico (Billy Blanks) betreibt eine Karateschule, in der sich vor allem sozial schwache Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen tummeln. Ein zusätzliches Problem bahnt sich an, als eine mächtige lokale Yakuza-Organisation Schutzgeld erpressen will und einen Anschlag auf einen von Nicos Schülern verübt.

Da kommt es dem Kampfsportler gerade recht, dass der weise Sensei Matsumoto (Mako) ihn als Fighter für einen von eben jener Organisation veranstalteten illegalen Kampfkunst-Contests engagiert. Gelingt es Nico, den Champion Takamura (James Lew) zu schlagen, wäre die Macht des auch in den Drogenhandel verstrickten Kartells nämlich gebrochen.

„Balance of Power“ würfelt seine Story aus allen gängigen Ingredienzien zusammen, die sich als Aufhänger für reichlich Martial-Arts-Keilereien im B-Actiongenre etabliert haben: Das Element der Schutzgeld erpressenden Mafia-Schergen, die es mit einem Kampfkunstmeister zu tun bekommen, findet sich genauso wieder wie Kids aus sozialen Brennpunkten, derer sich eben jener Meister annimmt und die per Karate-Training auf den rechten Weg gebracht werden. Und schlussendlich läuft alles auf ein gängiges „Bloodsport“-Szenario hinaus, das unseren Helden illegale Fights auf Leben und Tod meistern lässt.

Dazwischen setzt es Trainingssequenzen, die genauso gut aus „Rocky“ stammen könnten und Billy Blanks mit Liegestützen, Strandlauf und Meditationsübungen fit für seine Herausforderung machen. Weisheiten über die Einheit von Körper, Geist und Seele freilich inbegriffen. Schließlich heißt der Film ja „Balance of Power“.

Das anfangs aufgrund seiner Formelhaftigkeit etwas langweilende Handlungskonstrukt erweist sich schnell als überaus ausreichend, sobald Blanks in die Vollen gehen darf und eine Aneinanderreihung von größtenteils im Ring stattfindenden Martial-Arts-Fights das Geschehen dominiert: Exotische Gegner wie ein Capoeira-Künstler und der obligatorische Zwei-Meter-Kraftprotz sorgen für Abwechslung. Der Härtegrad ist auf eher moderatem Niveau, wird hin und wieder allerdings mit blutigen Knochenbrüchen nach oben geschraubt und ein flotter Instrumentalsoundtrack untermalt das Geschehen stimmig mit jaulenden E-Gitarren.

Die Qualität der Kampfchoreografie steigert sich in „Balance of Power“ erfreulicherweise von Auseinandersetzung zu Auseinandersetzung und kulminiert in einem äußerst rasanten, fast nur aus Sprungkicks bestehenden Showdown-Duell zwischen Blanks und James Lew („Manhunt“), der die Bad-Guy-Rolle aus dem Effeff beherrscht und sich als finster dreinblickender Knochenbrecher souverän austoben darf. Blanks selbst meistert seinen Part mit Minimalmimik, kann sich auf seine körperliche Präsenz verlassen und darf gegen Ende auch mit schwerem Schusswaffenkaliber antretenden Bad-Guys in den Hintern treten.

„Balance of Power“ ist ein überaus kurzweiliges Billy-Blanks-Vehikel, welches das Genre wahrlich nicht neu erfindet, seine aus den gängigen Standardelementen zusammen konstruierte Story aber effektvoll als Aufhänger für solide choreografierte und in einen tollen Showdown gipfelnde Martial-Arts-Action à la „Bloodsport“ zu nutzen weiß. B-Actionfans dürfen auf jeden Fall einen Blick riskieren.

Im März 2016 veröffentlichte das Label Shamrock Media den Film erstmalig in Deutschland auf DVD. Der Film erscheint ungeprüft, ungeschnitten und in ordentlicher Bild- und Tonqualität.

© Ed Hunter

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Copyright aller Filmbilder/Label: Shamrock Media__Freigabe: ungeprüft__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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