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Bank Job

Originaltitel: The Bank Job__Herstellungsland: Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: Roger Donaldson__Darsteller: Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David, Michael Jibson, Richard Lintern, David Suchet u.a.
Bank Job

Jason Statham in dem Heist Movie “Bank Job”

Kleinganove Terry ist ein ganz kleines Licht in der Londoner Verbrecherhierarchie. Hier eine kleine Gaunerei, da ein winziger Betrug. Wirklich gut leben kann er von seiner Tätigkeit nicht, schlägt sich aber dennoch gerade so durch. Da tritt seine Ex-Liebe Martine an ihn heran und macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann: Eine Bank soll ausgeraubt werden. Der Bruch wäre absolut idiotensicher und ungefährlich. Obwohl Terry spürt, dass mit diesem Ding etwas nicht stimmen kann, willigt er Martine zuliebe ein und plant mit einigen Kumpels den Einbruch in die Schließfachabteilung einer kleineren Londoner Bank. Vollkommen unerwartet geht alles problemlos vonstatten, doch der wahre Ärger lässt nicht lange auf sich warten …

Die erste Stunde ist Bank Job ein klassisches Heist Movie, wie es im Buche steht. Eine Gruppe mehr oder minder fähiger Ganoven plant einen Einbruch und entwickelt einen verrückten Plan, um die ganze Chose durchzuziehen. Dann folgt die minutiöse Bebilderung des diebischen Aktes und man hält irgendwann das Objekt der Begierde in den Händen. Zumeist endet ein klassisches Heist Movie dann an genau diesem Punkt und alle leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Doch hier startet Bank Job dann erst so richtig durch, denn in den Schließfächern findet man erstaunlicherweise nicht nur Geld und Geschmeide, sondern auch pikante Fotos von hochrangigen Briten bei nicht gar so gentlemanliken Beschäftigungen plus ein ominöses Buch mit einer langen Liste an Namen.

Die Frage, wer diese Bilder und das Buch warum haben will, wird fortan zum treibenden Motor von Bank Job und macht auch die letzte Stunde zu einem sehr vergnüglichen, bisweilen sehr spannendem Erlebnis. Spätestens wenn die Verwicklungen irgendwann zu unglaublich oder verstiegen erscheinen, sollte man sich in Erinnerung rufen, dass dieser Streifen auf ein reales Ereignis im Jahre 1971 zurückgeht und teils spektakuläre Auswirkungen auf die britischen Regierungskreise und diverse angeschlossene Behörden zur Folge hatte! Die besten und unglaublichsten Geschichten schreibt halt immer noch das Leben …

Bank Job

“Bank Job” lässt die Swinging Seventies in Stil und Form aufleben.

Star dieser vergnüglichen Räuberposse ist ein unglaublich souveräner, megastark aufspielender Jason Statham, der über die gesamte Laufzeit hinweg beweist, dass er mehr kann, als nur den Stiernacken auszufahren und alles umzuknüppeln, was ihm im Weg steht. Das macht er dann zwar irgendwann auch einmal, aber die meiste Zeit fährt er hier ein ungeheuer nuanciertes und souveränes Spiel auf, das vom naiven Tor bis zum coolsten aller Coolschränke alle Facetten aufzubieten versteht. Dabei geht bei dieser One Man Show vollkommen unter, dass Bank Job ursprünglich vermutlich auf ein Ensemblestück ausgelegt war. Zwar bekommt jede Figur ihre fünf Minuten Ruhm, kann gegen Statham aber nicht wirklich anspielen. Zumindest muss man ihnen zugestehen, dass sie allesamt einen guten Job machen und mit viel Spielwitz bei der Sache sind. Hervorheben muss man dabei vor allem David Suchet als Pornos drehenden Finstermann Lew Vogel.

Bank Job

Statham und seine “Bank Job” Kumpanen.

Dabei macht es ihnen das Drehbuch zu Bank Job aber auch dankenswerterweise extrem einfach, denn die Figuren sind erstaunlich smart gezeichnet und die Dialoge tragen immer wieder ein gewisses Schärflein an feinstem britischen Humor in sich, was sich in einigen echt tollen, teils ewig lang vorbereiteten und zumeist zu einem extrem trockenen Ende gebrachten Hammergags äußert. Dabei ist der Ton von Bank Job im Großen und Ganzen aber eher ein ernsterer, was sich vor allem im verwicklungsreichen und dann auch brutaler werdenden Ende zunehmend verschärft. Den Schalk im Nacken verliert Bank Job aber nie.

Bank Job

Jason Statham als Kleinganove Terry

Inszeniert wurde der Streifen von Roger Donaldson, der den Film mit ruhiger Hand umsetzte und offensichtlich viel Wert auf eine authentische Ausstattung setzte und auch in der Wahl der Inszenierungsmittel alles versuchte, um seinem Streifen den Look eines 70er Jahre Filmes zu verleihen. Unaufgeregt bebildert er die Ereignisse, verzichtet auf großartige Kameramätzchen und inszeniert atmosphärisch absolut stimmig. Das einzige Element, das zunächst extrem anachronistisch wirkt, ist der themenstarke, elektrolastig angehauchte, smoothe und relaxte Soundtrack von J. Peter Robinson und der komplette Verzicht auf Musik aus der damaligen Zeit, was zumindest ein wenig verwundert, aber absolut nicht störend auffällt.

Bank Job

Zeigt, wo es lang geht: Terry alias Jason Statham

Echte Probleme oder Unstimmigkeiten in Bank Job muss man wahrlich mit der Lupe suchen. Ab und an wird vor allem im Mittelteil das Personengewirr ein wenig zu kompliziert und auch das Tempo lässt für kurze Zeit nach dem Raubzug spürbar nach, doch Bank Job fängt sich immer wieder. Entwirrt die Personengeflechte, zieht wieder an und bringt alles zu einem runden Ende, in dem wirklich alle Nebenstränge, von denen es irgendwann eine ganze Latte gibt, zufriedenstellend entwirrt werden. Mir persönlich ist auch Saffron Burrows als Martine ein echter Dorn im Auge und sie bleibt auch enorm blass, trotz der Wichtigkeit ihrer Rolle. Hier hätte mir ein interessanterer Love Interest für Jason Statham besser gefallen, der obendrein zu klein ist für die gute Saffron !

Was bleibt ist eine beeindruckende One Man Show des immer verlässlicher werdenden Jason Statham, der nach Bube, Dame, König, Gras und Snatch erneut beweist, dass ihm Halunken aus dem britischem Underground einfach megalässig von der Hand gehen und er eben mehr kann, als nur Bädasses zu verzimmern! Seine Kollegen spielen beherzt mit Jason um die Wette und sorgen so mit ihm dafür, dass Bank Job ein absolut relaxtes, toll gespieltes, clever inszeniertes und geschriebenes Gaunerstück ist, das mit viel Zeitkolorit zu glänzen versteht und im Umfeld der hysterischen Blockbusterergüsse Hollywoods mit einer ordentlichen Portion an nacktem (unrasierten!!! ) Fleisch und viel Spaß an der Sache den großen Kollegen sprichwörtlich locker lässig die Show stiehlt. Und daher ergeht meine vollste Empfehlung für einen entspannten (Heim-)Kinobesuch!

Die deutsche DVD/Blu Ray kommt von Kinowelt/Studiocanal und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Kinowelt/Studiocanal__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten:Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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