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Beschützer wider Willen

Originaltitel: Witless Protection__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: Charles Robert Carner__Darsteller: Larry the Cable Guy, Jenny McCarthy, Yaphet Kotto, Ivana Milicevic, Eric Roberts, Richard Bull, J. David Moeller, Will Clinger, Omar Dykes, Reno Collier, Dan Waller u.a.
Beschützer wider Willen

Eric Roberts macht mit bei “Beschützer wider Willen”.

Larry Stalder ist Hilfssheriff in irgendeinem Kaff irgendwo in Amerika. Sein erklärtes Ziel: Irgendwann beim FBI als Agent tätig werden. Doch dieses Ziel könnte kaum unerreichbarer sein, denn in dem Kaff, über das Larry wacht, passiert nie etwas. Zum Glück, denn der leicht trottelige Cop wäre mit etwas mehr Hektik definitiv überfordert. Doch eines Tages schlägt Larrys große Stunde.

Eine schwarze Limousine hält in seinem Ort. Es steigen schwarzgekleidete Agenten aus, die eine etwas widerspenstig wirkende junge Dame begleiten. Larry zählt schnell eins und eins zusammen. So wie sich die junge Frau wehrt, muss sie von den Typen in Schwarz entführt worden sein. Larry ergreift die Initiative und entreißt sie den Typen. Doch die Gerettete wirkt so gar nicht glücklich über ihre Befreiung.

Was auch schnell erklärt ist, denn eigentlich war sie mit den Typen auf dem Weg in ein neues Leben. Sie war Teil des Zeugenschutz-Programms, auf das sie zwar keine große Lust hatte, das aber für ihr Überleben zwingend notwendig ist. Denn sie hat den Schlüssel zu geheimen Daten eines fiesen Lumps, der für genau diesen Schlüssel über Leichen gehen würde.

Zwar bemerkt Larry seinen Irrtum, aber er bleibt dabei: Er wird der jungen Frau nicht von der Seite weichen und sie weiterhin vor den Kerlen in Schwarz beschützen. Denn an deren Verhalten ist etwas, was Larry einfach nicht einzuschätzen vermag…

Ob in dem “Beschützer wider Willen” Trailer auch gefurzt wird? Wer weiß, wer weiß!

Heidewitzka! In „Beschützer wider Willen“ wird gefurzt, gekotzt, gekackt und gerülpst als solle in den nächsten Tagen ein Verbot für diese Körperfunktionen ausgesprochen werden. Irgendwann meint man förmlich zu riechen, was der Film da alles ausdünstet. Und irgendwann macht man sich echt Sorgen um den Humor-Zustand von God’s own Country. Erstaunlicherweise schafft es der Film dennoch, durchaus ordentlich zu unterhalten.

Das liegt ganz sicher nicht an der zigmal besser gesehenen Story oder eben dem Humor, es liegt eher an den Darstellern. Zuvorderst ist „Beschützer wider Willen“ mal ein „Star-Vehikel“ für den amerikanischen Komiker „Larry The Cable Guy“. Der prollte als gleichnamige Kunstfigur mit wildestem Südstaatenakzent über die amerikanischen Comedy-Bühnen und erarbeitete sich eine beachtliche Fanbase. Genauso hinterwäldlerisch wie „Larry The Cable Guy“ ist nun auch Larry Stalder. Und obwohl der ziemlich unterbelichtet wirkt, kommt er doch erstaunlich sympathisch rüber.

Das liegt stark an der tollen Chemie zwischen Larry The Cable Guy und seiner Schutzbefohlenen Ivana Milicevic („Running Scared“). Die harmonieren prächtig. Sowohl zu Beginn, wenn sie arrogant über den Hinterwäldler herzieht und der das gar nicht recht mitschneidet, als auch im weiteren Verlauf, wenn die beiden Vertrauen zueinander aufbauen und Buddy-Movie-mäßig zusammenwachsen. Die beiden halten das Filmvehikel toll am Laufen und retten es auch über die unzähligen Flatulenz-Witze hinweg.

In den Nebenrollen tummeln sich des Weiteren erstaunlich hochrangige Namen: Peter Stormare („Tokarev“) gibt den dandyhaften Fieswicht und ist sich leider für nichts zu schade. Joe Mantegna („Turbulence 3“) gibt eine Art Mad Scientist mit ultrafetter Frau. Playboy-Bunny Jenny McCarthy spielt den Love Interest von Larry und Yaphet Kotto („Extreme Justice“) macht auf Anführer der Agenten, die Larry und seine Begleiterin verfolgen. In einer kleineren Rolle ist auch Eric Roberts („The Shadow Men“) dabei, bestreitet ein paar erstaunliche Martial-Arts-Einlagen und scheint tatsächlich einigen Spaß am Set gehabt zu haben.

Action kommt in dem Film nur selten auf. Ein paar kleinere Kloppereien, versandende Autoverfolgungsjagden und eine Auto-Explosion sind eigentlich alles, was geboten wird. Derweil bemüht sich Regisseur Charles Robert Carner („Breakaway“) um einen ordentlichen filmischen Look, entwickelt aber keinerlei eigene Handschrift. Der Soundtrack ist eher belangloser Natur und die wenigen eingebundenen Songs sorgen auch nicht zwingend für mehr Schwung.

Kurzum: „Beschützer wider Willen“ hat durchaus den einen oder anderen gelungenen Gag an Bord. Die amerikanische Post-9/11-Paranoia kriegt zum Beispiel mehrere ordentliche Schwinger ab. Und auch der Endfight zwischen Larry und Eric Roberts hat eine ganz nette Grundidee. Derartige Momente sind aber eher rar gesät. Zumeist dominiert der platte Rülps-Furz-Hihihihi-Humor, der hier fast schon manisch abgespult wird und extreme Geschmackssache ist. Hier hätte man viel mehr auf das nette Gespann Larry The Cable Guy und Ivana Milicevic fokussieren sollen, die den Film, den man irgendwann eigentlich nur noch scheiße finden will, erstaunlich viel Unterhaltungspotential einzuimpfen vermögen.

Die deutsche DVD erschien von der MIG Filmgroup und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: MIG Filmgroup__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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