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Best of the Best 2 – Der Unbesiegbare

Originaltitel: Best of the Best II__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1993__Regie: Robert Radler__Darsteller: Eric Roberts, Phillip Rhee, Ralph Möller, Simon Rhee, Chris Penn, Meg Foster, Sonny Landham, Wayne Newton u.a.
Best of the Best II

Eric Roberts und Ralph Möller treten in “Best of the Best II” Kauleisten ein!

Drei Mitglieder der US-Karate-National-Mannschaft, Alex Grady, Tommy Lee und Travis Brickle, haben in Las Vegas eine Karate Schule eröffnet. Alex hat in der TV-Reporterin Sue eine neue Frau in seinem Leben gefunden und sein Sohn steht vor dem Erringen des schwarzen Gürtels. Alles könnte perfekt sein, würde nicht Travis hinter dem Rücken seiner Partner in illegalen Turnieren, welche im Kolosseum, einer geheimen Arena unterhalb einer gleichnamigen Disco stattfinden, mitmischen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Travis reißt seine Klappe zu weit auf, findet in Brakus einen überlegenen Gegner und betrachtet fortan die Radieschen von unten. Zu allem Überfluss ist Alex’ Sohn Zeuge von Travis’ finalem Kampf und bringt damit erstens seinen Vater und Tommy auf die Spur der Betreiber des Kolosseums und zweitens alle drei auch auf die Abschussliste dieser.

Teil 2 der „Best of the Best“-Reihe macht ziemlich genau da weiter, wo der erste Teil aufgehört hat. Nein, nicht was die zeitliche Einordnung der Handlung angeht, sondern in Bezug auf die Qualitäten des Films. Wie schon beim ersten Teil werden eifrig Handlungsteile verarbeitet, die man so ähnlich schon in einigen anderen B-Action-Filmen gesehen hat. Und weil das im ersten Teil so gut geklappt hat, nimmt man eben nochmal „Kickboxer“ her und mischt diesmal ein wenig „Leon“ dazu.

Damit dürfte schon mal eines klar sein: Eine ausgeklügelte Story mit überraschenden Wendungen und intellektuellem Hintergrund sollte man woanders suchen. Die Formel: Freund tot + Kind bedroht = Rache muss genügen und das tut sie auch. Glücklicherweise findet man am Rückzugsort noch jemanden, der Tommy und Alex beibringt, wie man Brakus am effektivsten die Kauleiste verbiegen kann. Die aus dem ersten Teil bekannten Füllszenen um Alex, diesmal geht es zunächst um die Schwarz-Gurt-Prüfung seines Sohnes und dann um seine Freundin und die Klärung des Mordes an Travis, gibt es zwar erneut, aber sie beschränken sich diesmal auf ein Minimum und glücklicherweise auf die erste Hälfte des Films. Pedantische Menschen könnten sich auch fragen, wie Tommys Großmutter zu der Familie aus dem ersten Teil passt, aber zu denen gehöre ich sicher nicht, immerhin haben wir es hier mit einem Actionfilm zu tun.

Die erzählte Geschichte erfüllt ihren Zweck mehr als ausreichend und der besteht darin, die Action zusammen zu halten. Und hier zeigen gleich die ersten Kämpfe, was der Zuschauer hier erwarten darf: sportlicher Wettstreit ist out! Gekämpft wird um das nackte Überleben und wenn der Gegner danach ein, zwei gesunde Knochen weniger hat, ist das ganz sicher kein Versehen, selbst wenn sich diese Knochen im Bereich knapp unter dem Kopf befinden. Und hier beweist Robert Radler wie bereits im ersten Teil, dass er in der Lage ist, Fights mitreißend zu inszenieren. Toll gefilmt und mit einer Intensität und Konsequenz, die man, vor allem auf Seiten der „Guten“, in der Form selten zu sehen bekommt. Zu gute kommt ihm hierbei auch die ungemein gelungene musikalische Untermalung, bei der David Michael Frank tolle Arbeit geleistet hat, imho einer der besten Scores im B-Bereich. Zwar beschränkt sich die Action – mit einer Ausnahme – auf Martial-Arts, aber die sind wie bereits erwähnt weit oberhalb des Durchschnitts einzuordnen.

Im Bereich der Darsteller hat sich im Vergleich zum ersten Teil nicht viel geändert. Das Eric Roberts, so er denn möchte, einer der talentierteren Darsteller im Bereich des günstigeren Filmschaffens ist, beweist er hier aufs Neue, wenn er auch im Vergleich zur Eins deutlich weniger im Mittelpunkt steht. Hier findet sich Phillip Rhee wieder und stemmt diesen Part mühelos. Auch außerhalb der Kampfszenen, in denen er wahrlich eine hervorragende Figur abgibt, ist er mehr als ordentlich und schafft es mit seinem durchaus vorhandenen Charisma den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Schade, dass er außerhalb der „Best of the Best“-Reihe nichts hervorgebracht hat. Auf Seiten der Antagonisten wird Ralph Möller sicher nie ein überragender Schauspieler, gibt aber allein durch seine physische Präsenz und seine Minimalmimik einen überzeugenden Gegenspieler ab. Dazu gesellt sich Wayne Newton als schmieriger Moderator, der den ganzen Film über so unglaublich hassenswert ist, dass man in seiner Schlussszene nur zu gerne mit Eric Roberts tauschen würde. Die übrigen Rollen sind ziemlich passend besetzt und stören zumindest nicht wirklich. Erwähnenswert für Action Fans sind noch die Auftritte von Sonny Landham („Predator“) als „Trainer“ und Patrick Killpatrick („Mit stählerner Faust“) als Baddy.

Zum Abschluss kann ich nur eines sagen… und das ist auch noch von unserem StS geklaut:

Best of the Best 2 … ist ein B-Film, wie er im Buche steht – und das ist in diesem Fall uneingeschränkt als Kompliment zu verstehen.

Im Vergleich zum Vorgänger wurde hier noch einmal einiges verbessert. Freunde harter Action sind hier bestens aufgehoben.

Starke:

© Mr_Pink



Die „Best of the Best“-Serie gehört zu den wenigen Filmreihen im B-Genre, die durchgängig ordentliche Qualität bieten, und so weiß auch „Best of the Best 2“ dem Actionfan zu gefallen.

Alex Grady (Eric Roberts), Tommy Lee (Phillip Rhee) und Travis Brickley (Chris Penn), die amerikanischen Turnierkämpfer aus dem ersten Teil der Serie, haben inzwischen eine Karateschule in Las Vegas gegründet. Kurz stellt der Anfang noch mal die Helden für all diejenigen vor, die den Vorgänger nicht kennen, und nutzt dabei die Gelegenheit, die Credits noch mit ein paar gelungenen Kampfszenen aus dem ersten „Best of the Best“ zu untermalen. Travis hat jedoch die ungute Idee, an illegalen Zweikämpfen teilzunehmen, ohne seinen Freunden davon zu erzählen. Ungeschlagener Champion und gleichzeitiger Besitzer des Schauplatzes der Fights ist der fiese Brakus (Ralph Möller). Natürlich reißt Travis das Maul zu weit auf und fordert ihn zu einem Kampf – den Brakus zu einem Fight auf Leben und Tod macht. Damit man den Fiesling dann schon mal als extrem gefährlich etabliert, besiegt er Travis ganz einfach im Kampf und bricht ihm anschließend das Genick.

Allerdings ist Alex’ Sohn Walter (Edan Gross) Zeuge des Mordes und informiert Travis’ Freunde, die den Tod ihres Kumpans untersuchen wollen. Doch Brakus ist auf legalem Wege nicht dranzukriegen und bald sind auch noch seine Killer hinter Alex und Tommy her. Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod…

„Best of the Best 2“ ist gute Genreunterhaltung, scheitert aber knapp an der Hürde zum Highlight im Bereich B-Action. Das liegt zum einen an der Story, die komplett nach Schema F abläuft. Die Mischung aus einer Art Turnierfilm plus Verschwörung abseits des Rings kennt man zur Genüge aus Filmen wie „King of Kickboxers“ oder „Balance of Power“ und natürlich kann man alle Probleme mit einem Schlag vors Fressbrett oder einem kräftigen Tritt in die Plauze regeln. Natürlich muss in der Mitte des Films auch noch bei jemandem, der Brakus’ Kampfstil kennt, besonders trainiert werden, damit man den Fiesling dann auch wirklich effektiv umholzen kann.

Doch abgesehen von der Formelhaftigkeit funktioniert „Best of the Best 2“ schlicht und einfach: Regisseur Robert Radler zieht seine Story temporeich durch und lässt sogar ein solides Maß an Spannung aufkommen. Die paar Familienszenen von Alex und seinem Sohnemann fallen zum Glück auch nicht hemmend auf. Und auch wenn sie den Film nicht weiterbringen, verleihen sie den Heroen zumindest etwas mehr Menschlichkeit. Hinzu kommt noch eine für B-Verhältnisse ziemlich gute musikalische Untermalung sowie Radlers gute Regieleistung, wodurch der Film auch stilistisch anspricht.

Warum gerade „Best of the Best 2“ oft als Highlight der Serie dargestellt wird, verstehe ich nicht so ganz, aber es könnte gut an der legendär verstümmelten deutschen Fassung liegen. Denn der härteste Film der Saga ist „Best of the Best 2“ jedenfalls, nur es fehlt mir die gute Story des dritten Teils sowie dessen Ausgewogenheit, da dieser Martial Arts, Verfolgungsjagden und Schießereien mischte.

In „Best of Best 2“ wird an sich gar nicht verfolgt, aber gelegentlich geballert. Die Shoot-Outs sind auch einigermaßen derbe, aber nur ordentlich inszeniert, denn die eigentliche Stärke von „Best of the Best 2“ sind klar die Fights. Diese sind wirklich fantastisch choreographiert und zwar von Phillip Rhee, Simon Rhee und Ralph Möller selbst. Vor allem das kampflastige letzte Drittel ist ein echter Leckerbissen für Genrefans. Es gibt extrem spektakuläre Moves zu sehen, wobei man sich vor allem auf Phillip Rhee konzentriert, der hier die meisten Kämpfe bestreitet, da er auch am meisten draufhat. Rhee tritt trotz vergleichsweise geringer Körpergröße auf Kopfhöhe des riesenhaften Ralph Moeller, wirbelt wie ein junger Gott durch die Gegend usw.

Auch darstellerisch kann sich „Best of the Best 2“ als gutes B-Entertainment präsentieren. Phillip Rhee, Eric Roberts und Chris Penn gehören glücklicherweise zur Oberklasse im B-Bereich (der inzwischen verschiedene Penn hatte parallel ja auch häufiger Rollen in größeren Hollywoodfilmen) und auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut. So gibt Wayne Newton launig den Moderator der Kämpfe, während Ralph Möller als fieses Urvieh punkten kann und mit seiner Minimalmimik sowie seinem starken Akzent an seinen Kumpel und sein Vorbild Arnold Schwarzenegger erinnert.

„Best of the Best 3“ bleibt in meinen Augen das Highlight der Serie, aber dank der exzellenten Fights und der relativ spannend durchgezogenen Standardstory erhält „Best of the Best 2“ folgende Wertung von mir:

Starke:

Die deutschen Fassungen kann man aufgrund der massiven Schnitte alle in die Tonne treten, deshalb habe ich mir erst gar keine davon angesehen. Zum einen ist mir die UK DVD mit der R-Rated Fassung bekannt. Diese bietet gewohnt solide Qualität und kommt von ILC Prime. Die paar Minischnitte im Vergleich zur Unrated stören nicht wirklich. In der Schweden-Box der “Best of the Best”-Reihe, die ich mittlerweile besitze, ist der Film unrated, die Bildquali ist solide wie bei der UK DVD, leider wie alle Filme in der Box ohne Kapiteleinteilung. Ein Traum für alle Fans des Films muss wohl die US DVD von 20th Century Fox sein: Trotz R auf dem Cover in der Unrated-Fassung, in Widescreen und mit reichlich Bonusmaterial (sogar ein Audiokommentar) – gesichtet habe ich sie aber leider noch nicht.

© Nils Bothmann (McClane)

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