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Black Berets – Zum Sterben geboren

Originaltitel: Comrades in Arms__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: J. Christian Ingvordsen__Darsteller: Lyle Alzado, Rick Washburn, J. Christian Ingvordsen, Lance Henriksen, Steven Kaman, John Weiner, Parker Gentry, Lorna Courtney, Angelko Bogdanov, Paul Borghese u.a.
Black Berets

B-Action mit Lance Henriksen als CIA-Chef: „Black Berets“ von J. Christian Ingvordsen

J. Christian Ingvordsen („Airboss“) ist ein Name, der unter B-Actionfans bekannt, aber auch berüchtigt ist; der hierzulande „Black Berets“ betitelte „Comrades in Arms“ gehört aber zu den ansehbareren Werken des Regisseurs.

Es geht mal wieder um den Krieg gegen Drogen, die in diesem Film ein übler Wicht in der ehemaligen Sowjetunion vertreiben will. Allerdings steht das kriminelle Subjekt auch auf der US-Fahndungsliste, weshalb ihm in der Auftaktszene die Delta Force unter dem Kommando von Rick Burns (Rick Washburn) die Butze stürmt. Dabei versucht sich „Comrades in Arms“ noch an realistischer Darstellung, lässt die Delta Force erst taktisch überlegen usw., um dies im Restfilm dann einfach über Bord zu werfen.

Weder US- noch russische Führungskräfte sind über das Fiasko erfreut, doch um drohendes Übel abzuwenden, schickt man eine Gemeinschaftstruppe aus Delta Force und russischen Speznaz nach Kolumbien, um dort für Ordnung zu sorgen…

Will man „Comrades in Arms“ für den Nicht-Genrefan beschreiben, so kann man die Worte Actiongülle und Exploitation durchaus gebrauchen. Ersterer Begriff eignet sich daher, da „Comrades in Arms“ selbst für B-Verhältnisse nicht unbedingt rosig finanziert daherkommt und Ingvordsen nicht der Regisseur ist, um das irgendwie sonderlich gut aufzufangen. So hat „Comrades in Arms“ einen dreckigen, leicht billigen Look, der leider ein ziemliches Atmosphäre-Malus mit sich bringt, trotz einiger stimmungsvoller Momente im Kolumbien-Part.

Irgendwo zwischen schamlos und interessant gondelt dann das Einbeziehen des damals aktuellen Politgeschehens hin und her. Der Kampf gegen Drogen war damals noch besonders aktuell, die Auflösung der Sowjetunion sowieso und so fällt „Comrades in Arms“ in die Episode jener Verständigungs-Actioner, bei denen beide Parteien merken, dass die anderen ja auch Menschen sind. Allerdings ist „Comrades in Arms“ dabei immer noch extrem pro-amerikanisch, trotz des abgetrotzten Respekts kommen die Sowjets hier deutlich barbarischer, störrischer und unvorteilhafter weg als die Amis.

Der interkulturelle Vergleich dient dann auch in erster Linie zur Auskleidung des vergleichsweise dünnen Plots. Man jagt halt den Drogenhändler und nietet dessen Schergen scharenweise um, nach einigen Fehlentscheidungen auf amerikanischer und russischer Seite kommt es dann zum Showdown und der Drogenkrieg ist vorerst gewonnen. Dürfen dann mal die Waffen sprechen, so kann man „Comrades in Arms“ ein gewisses Tempo nicht absprechen, das Dazwischen ist allerdings mäßig spannend, was zum Teil auch an der biederen Inszenierung liegt.

Leider kann die Regie in den Actionszenen auch nur wenige Schippen mehr drauflegen, doch dafür überzeugt das, was zu sehen ist, mehr als die Art auf die eingefangen wurde. Es wird geballert bis die Rohre glühen, die Pyrotechnik lässt es hin und wieder krachen und immer mal wieder segeln Stuntmen durch die Luft. Vor allem die extrem ausufernde Ballerei in Kolumbien kann sich sehen lassen, etwas enttäuschend hingegen ist der hektische, relativ kurze Showdown, der zudem wenig Dramatik besitzt. Auch die Menge an blutigen Einschüssen ist selbst in der uncut-Version nicht übermäßig hoch, wenngleich immerhin der derbe Headshot zu Beginn nett getrickst ist.

Darstellerisch hingegen bietet „Comrades in Arms“ dann schon weniger, Rick Washburn („Billy Bathgate“) und Lyle Alzado („Neon City“) sind einfach stumpfe Akteure mit der mimischen Ausdruckskraft einer Bratpfanne. Auch die Nebendarssteller sind da wenig besser, allenfalls Lance Henriksen („Spitfire“) in seiner Nebenrolle CIA-Chef kann da noch Boden gut machen.

Alles in allem ist „Comrades in Arms“ noch gerade so Mittelmaß, was vor allem an der ordentlichen Menge Geballer und Gesprenge liegt – der Rest ist eine Standardstory, wenig inspiriert abgefilmt und mit teilweise nervigem USA-UdSSR-Vergleich.

Mir lag die ungekürzte DVD vom Label Hongkong vor, die den Film in okayer Qualität ungekürzt und in Vollbild bietet. Die deutsche FSK-18-VHS von VPS hat dagegen 13 Schnitte in den Actionszenen zu verzeichnen und ist somit um ca. zwei Minuten gekürzt.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: VPS__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Ja__Blu Ray/DVD: Nein/Nein

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