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Black Cobra – Schwarze Diamanten

Originaltitel: When the Cobra Strikes__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__ Regie: Scott Donovan, Lilly Melgar__Darsteller: Cary-Hiroyuki Tagawa, T.J. Storm, Christina Lindley, Jamison Yang, Damion Poitier, Burnadean Jones, Ursula Taherian, Masami Kosaka, Esteban Cueto, Jeff Wolfe u.a.
Black Cobra

Cary-Hiroyuki Tagawa gibt mal wieder den Finstermann in dem drittklassigen Martial Arts Klopper “Black Cobra”,

Sizwe lebt in Südafrika und trainiert hier verbissen die verschiedensten Kampfsportarten. Aktuell widmet er sich dem Cobra-Kampfstil. Der nützt ihm allerdings nicht viel, um seinen Vater aus dem Knast heraus zu holen. Dieser sitzt bereits seit Ewigkeiten ein und erklärt Sizwe bei einem Besuch, dass er befürchte, bald innerhalb der Knastmauern umgebracht zu werden. Damit es sich Sizwe danach trotzdem gut gehen lassen kann, erklärt er seinem Filius, wo er den Familienschatz, eine Ladung Diamanten, finden kann.

Bei dem Gespräch scheint der gesamte Knast-Überwachungsapparat mitgehört zu haben. Denn während der eine Wärter Sizwe rät, die Diamanten zu verscheuern und einen Anwalt für seinen Vater zu verschaffen, der ihn rausboxen kann, steigt ein anderer Wärter Sizwe hinterher und will ihm die Diamanten abnehmen. Sizwe kickt den Typen und seine Helfershelfer um und versucht nun tatsächlich die Diamanten zu Kohle zu machen. Dazu muss er, warum auch immer, nach L.A. reisen. Doch hier reiht sich Ungemach an Ungemach und er wird von einem Kumpel mal so richtig abgezogen. Am Ende sind die Diamanten weg und Sizwe gerät auf der Suche nach den Familienjuwelen (hihihihi) zwischen alle Fronten…

Falls euch mal wieder irgendwer nicht glauben möchte, dass der B-Action-Film aktuell ein Problem hat, ladet ihn einfach mal auf einen Filmabend ein und präsentiert ihm „Black Cobra“. Der macht nämlich alles falsch, was man als B-Actioner falsch machen kann. So traut er sich nicht, seine eigentlich total simple Story geradlinig durchzuziehen. Stattdessen kommen immer mehr Nebenschauplätze hinzu. Das beginnt bereits mit einer nach fünf Minuten gestarteten Partyszene, die für den ganzen Film überhaupt keinen Sinn hat. Dann werden ewig viele Charaktere eingeführt, die kein Mensch braucht. Eine höchst seltsame Eifersuchtskiste wird auch noch verbraten und dann gibt sich der Film irgendwann sogar geheimnisvoll. Wobei er da nur vergeheimnissen will, was jeder längst weiß. Schreiend dumme Dialoge und ganz viele Massafagga- und Nigger-Redeschwälle machen das Elend perfekt. Und glaubt es oder nicht, aber nach einem (vermutlich) witzig gemeinten Kommentar a la „Das hört sich an wie Ninjascheiße, Mann“ springt auch noch ein Ninja ins Bild. Woher auch immer der auf einmal kommen mag. Dem Zuschauer bleibt da nicht viel mehr als höchst motiviertes Kopfkratzen… Und weil all diese Story dem Drehbuchautor (vermutlich) zu komplex erschien, installierte er einfach noch zwei Cops, die einem griechischen Chor gleich wirklich alle fünf Minuten noch einmal zusammenfassen, um was es in dem Film nun eigentlich geht…

Bei all diesem Ballast lässt „Black Cobra“ ausgerechnet die Subplots links liegen, die weitaus besser ins Genre gepasst hätten. Genannt seien die Zwistigkeiten zwischen einem Yakuza-Boss und seinem Sohn. Irgendwann gibt man dann entnervt auf und hofft, dass zumindest die Action kickt. Doch oh weh. Diese konzentriert sich vornehmlich am Ende des Filmes und leidet unter einigen echten Problemen. Problem eins ist hausgemacht: Die Fights sind irre schnell geschnitten und die Kamera ist zu nah dran. Von den sichtlich vorhandenen Kampfsportskills des Hauptdarstellers T.J. Storm („Punisher: War Zone“) sieht man infolgedessen nicht viel. Was noch durch Problem Nummer zwei verstärkt wird: Dieses ist (vermutlich) reines Verschulden des deutschen DVD-Labels, das den Film in einer stark abgedunkelten Version auf die deutschen Datenträger packte. In der Folge saufen die letzten erkennbaren Elemente der Choreografie und die (vermutlich) coolen Moves von Storm komplett im schwärzesten Dunkel ab. Tja, und wenn der Showdown dann in einer finsteren Lagerhalle steigt und der einzig brauchbare Fight im Vorfeld bei Nacht stattfindet, hat man als Martial-Arts-Fan die filmgewordene Entsprechung eines Brettschisses.

Abseits dieser (vermutlich) coolen Fights macht sich Storm in Katas und kleineren Handgemengen mit schrägen Grimassen und seinem Cobra-Gehampel ziemlich lächerlich. Allgemein wirkt er ziemlich tumb und wenig sympathisch. Was auch für seine Homies gilt, die das Niveau des Filmes mit ihrer ersten Szene gleich mal brachial absenken und sich in der Folge mit (vermutlich) lustig gemeinten Improvisationen um Kopf und Kragen „witzeln“. Keine Miene zum miesen Spiel verzieht derweil Cary-Hiroyuki Tagawa („47 Ronin“) als Chef der japanischen Finsterlinge. Ungerührt lässt er den Schwachsinn an sich vorüberziehen und darf im Showdown gegen T.J. Storm das „Showdown in Little Tokio“ Gedächtnisschwert schwingen.

Sichtbare Martial-Arts-Action hat es also keine, Explosionen und fette Shootouts gibt es ebenfalls nicht. Für Verfolgungsjagden sollte man auch andere Filme zu Rate ziehen und wer sich von einem zünftigen B-Brett nackte Hupen und knackige Ärsche knapp bestringter Damen erhofft, ist bei „Black Cobra“ vollkommen falsch. Stattdessen gibt es viel Gelaber, viel Story-Bullshit, viel (vermutlich) cool gemeintes „Nigger-Homie-Fotzen-Bitch-Coolio“-Gewäsch und, immerhin, abseits der Action eine durchaus profunde und saubere Inszenierung. Nur deshalb legt sich freilich niemand einen Actionfilm zu…

Die deutsche DVD und die das Dunkel noch schärfer präsentierende Blu-ray von „Black Cobra“ erschienen Ende Februar 2015 von dem Label justbridge movie und sind mit einer FSK 16 Freigabe uncut. Neben ein paar „total“ „witzigen“ Outtakes, die nur nochmal das tumbe Niveau der Dreharbeiten unterstreichen, gibt es noch ein paar Deleted Scenes zu betrachten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: justbridge movie__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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