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Blood Hunter

Originaltitel: Night Hunter__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Rick Jacobson__Darsteller: Don ‘The Dragon’ Wilson, Melanie Smith, Nicholas Guest, Sid Sham, Cash Casey, Maria Ford, Ron Winston Yuan, Michael Cavanaugh, Vince Murdocco, James Lew, Vincent Klyn u.a.
Blood Hunter aka Night Hunter mit Don Wilson DVD Cover

Auch Don ‘the Dragon’ Wilson durfte gegen Vampire kicken: “Blood Hunter”.

1968. Eine Familie verbarrikadiert sich in einem Haus. Es klopft. Man lässt einen Typ rein, der alsbald etwas von Huntern und Unsterblichkeit faselt, nur um kurz darauf eine Horde Vampire in das Haus zu lassen. Die machen innerhalb kurzer Zeit ein Halbes mit der Familie. Nur Jack, der jüngste Spross der dahingemetzelten Familie, überlebt diese Nacht. Mit einer Waffe und einem geheimnisvollen Buch flieht er in die Nacht.

Jahre später streift Jack durchs Land und nimmt sich der Vampire und damit der Mörder seiner Familie auf seine Art an. Dabei lernt er eine Journalistin kennen, die sich als eine Art Reinkarnation einer Liebschaft des wichtigsten Vampirchefs überhaupt entpuppt und bald als Köder herhalten darf.

Viel mehr an Story hat „Blood Hunter“ nicht zu verzeichnen. Die Parallelen zu „Blade“, die der deutsche Alternativtitel „Blade – der Vampirjäger“ herstellen will, halten sich weitestgehend in Grenzen. Derweil gemahnt das „Hunter“-Gelaber eher an „Buffy“ denn an den coolen Vampirjäger „Blade“. Zumindest bemüht man sich ein wenig mit den Genre-Regeln zu brechen: So sind die Vampire ganz und gar nicht lichtscheu, ihre Unsterblichkeit kann via Serum für bestimmte Zeit auch auf Menschen übertragen werden und Pflock durchs Herz hat als Beseitigungsmaßnahme ausgediehnt. Nun gilt es, die vampirischen Genicke zu brechen.

Schaut in “Blood Hunter” hinein

Schon in der Einstiegsszene wird klar, was wir hier für einen Film haben. Das Töten von Jacks Familie wird mit einer Dramatik transportiert, die ihresgleichen sucht und ungefähr mit einem Gespräch beim Bäcker in folgender Form gleichzusetzen ist: “Wir haben keine Brötchen mehr, aber gleich nehme ich frische aus dem Ofen.” Die belanglos vor sich hin dudelnde Musik im Latin-Style besorgt dann den Rest.

Dabei wirkt „Blood Hunter“ optisch gar nicht mal schlecht. Es dominieren kräftige Farben mit der Betonung auf warmen Sepiafarbtönen und netten Schattenspielereien. Doch spätestens bei der ersten Actionszene ist es dann vorbei mit der optischen Herrlichkeit. Denn diese Szene definiert Begriffe wie verwackelte Action vollkommen neu!

Seine Verwacklungseffekte erreicht „Blood Hunter“ nämlich nicht, indem der Kameramann mit einer Handkamera oder einer Steadycam mitten in die Action hineingeht oder Schnitt auf Schnitt setzt, sondern indem er WIRKLICH an der Kamera wackelt! Die Folge ist ein ganz übles Zittern, das man obendrein gerne mit Flackereffekten mischt. Permanent ist der Zuschauer in der Folge auf der Suche nach einem Fixpunkt, um nicht in einen epileptischen Anfall zu rutschen – und um wenigstens ansatzweise irgendwas zu erkennen.

Dass sich Don ‘the Dragon’ Wilson („Cyber Tracker“), der bei dem Film auch als Produzent fungierte, seine Actionszenen so kaputtmachen lässt, hätte man nie für möglich gehalten. Zumal mit Art Camacho in der Actionabteilung ein alles andere als unbeschriebenes Blatt am Wirken war. Derjenige, der nach Betrachten der Dailies nicht die Notbremse gezogen hat, gehört definitiv einen Kopf kürzer gemacht. Gruselig.

Action, Story, nix funktioniert

Die Action selber besteht aus Kickereinlagen von Don ‘the Dragon’ Wilson, die größtenteils seltsam saft- und kraftlos daherkommen, unspektakulären – ebenfalls mit Latinrhythmen unterlegten – Autoverfolgungsjagden und teils recht blutigen Ballereinlagen. Leider tritt die Action nicht ansatzweise häufig genug auf, um den Film zu retten.

Denn das Drehbuch von „Blood Hunter“ ist absolut langweilig und belanglos geraten. Spannung oder eine erkennbare Dramaturgie gehen dem Film infolgedessen vollkommen ab. Viele Szenen verlaufen so langsam und höhepunktlos, dass sich „Blood Hunter“ irgendwann recht zäh dahinzuschleppen beginnt.

Für einen solchen Murks braucht es dann auch keine echten Darsteller. Don Wilson sieht mit langer Matte und Dauerwelle wieder mal recht lustig aus, das war’s dann auch schon. Die Vampirdarsteller flüchten sich entweder in Gesichtslähmung oder übelstes Overacting, echte Charakterfressen gibt es obendrein auch nicht, so dass von Anfang an klar ist, dass sie nur als Kanonenfutter herhalten werden müssen. Zwei von den Bäddies sind dennoch recht „prominent“ besetzt. So gibt es ein Wiedersehen mit „Cyborg“-Bad-Ass Vincent Klyn und B-Movie Ikone Maria Ford („Ring of Fire“) gibt sich ebenfalls ein Stelldichein… kurz darauf versumpfte die Gute im Softporno-Umfeld. Den Vater von Don Wilsons Helden gibt der immer wieder gern gesehene James Lew („Manhunt“), der auch ein paar wenige Kicks setzen darf.

“Blood Hunter” oder: Was man erkennt, ist schlecht

„Blood Hunter“ ist eine flügellahme und actionarme Vampiractionproduktion der überflüssigen Sorte. Zumindest weiß der Actioner optisch in Ansätzen zu überzeugen. Auch so mancher Schauplatz wirkt sorgfältig ausgestaltet und ein Eishaus-Setting ist richtiggehend cool geraten, wird aber nicht wirklich überzeugend für den Film genutzt. Was sich die Macher um Regisseur Rick Jacobson („Dragon Fire“) allerdings dabei gedacht haben, ihr größtes Pfund, die Action, so brachial dämlich zu verwackeln, man weiß es nicht. Übler kann man Actionfans kaum vor den Kopf stoßen.

02

Eine ungeschnittene offizielle Fassung von „Blood Hunter“ gibt es nicht in Deutschland. Die deutschen Veröffentlichungen von EMS und Best Buy Movie sind in der Action geschnitten, dafür im Handlungsteil länger als die US-Fassung auf der Code-1-New-Concorde-DVD. Eine deutschsprachige Bootleg-DVD von dem Label Megamax Movies hat die komplett ungeschnittene und mithin längste Fassung des Filmes an Bord.

In diesem Sinne:
freeman

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