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Bloodsport – Supreme Champion

Originaltitel: Supreme Champion__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Ted Fox, Richard Styles__Darsteller: Stephan Bonnar, Daniel Bernhardt, Leila Arcieri, Marieh Delfino, Ted Fox, George Saunders, Igor Jijikine, Natasha Diakova, Oleg Taktarov, Neal ‘Xingu’ Rodil u.a.
Bloodsport - Supreme Chamion

Daniel Bernhardt in “Bloodsport – Supreme Champion”

Troy Jennings, Kriegsheld und Mixed Martial Arts Hot Shot der Stunde, wird eines schönen Tages von einer Verflossenen kontaktiert, die ihn bittet, ihr zu helfen. Sie habe enorme Spielschulden bei einem Kerl namens Lucien Gallows und der würde sie damit nicht einfach so vom Haken lassen. Mitten im Gespräch werden beide überfallen und die Dame wird entführt. Ein Telefongespräch später erhält Troy eine Einladung ins Anwesen von Lucien Gallows, wo ihm unterbreitet wird, dass seine Freundin freigelassen werde, wenn Troy für sie in einer Art Turnier kämpft …

Es ist schon witzig, wie aktuell versucht wird, aus dem Thema Mixed Martial Arts soviel Kohle herauszupressen, wie irgendmöglich. Im Zuge dessen werden für billige Promotion in Form noch billigerer Kampfsportstreifen so ziemlich alle Nasen der verschiedenen MMA Ligen vor die Kamera gezerrt. Blöderweise beschleicht einen als Zuschauer häufiger das Gefühl, dass die Nasen da eigentlich gar nix zu suchen haben. So ergeht es einem auch bei Stephan Bonnar, der in seiner Liga den Spitznamen „American Psycho“ abbekommen hat. Und irgendwie wird einem schon beim Lesen des Spitznamens etwas flau im Magen, denn will man einen „American Psycho“ als Helden eines Martial Arts Streifens? Zumal als einen positiv besetzten Identifikationscharakter! Die klare Antwort nach fünf Minuten Film: Nope!

Bonnar wirkt durchgängig wirklich so unsympathisch und arrogant, dass er seinem Spitznamen zwar alle Ehre macht, dem Vergnügen des Zuschauers bzw. dessen Involvement aber komplett im Wege steht. Obendrein wirkt die ganze Geschichte einfach nur Asbach Uralt und wird vollkommen uninspiriert heruntergekurbelt. Irgendwann hat man dann zwar die glorreiche Idee, Gallows zu einem todkranken Menschen umzudeuten, macht aus dieser Idee aber wirklich gar nichts. Vermutlich, weil einem sonst der Bösewicht noch sympathischer geworden wäre, als er eh schon ist. Das liegt am relaxten, manchmal etwas exaltierten, aber im Vergleich zum Helden irre sympathischen Spiel Daniel Bernhardts, der zudem – immer in Relation gesehen!!! – die besten Dialoge abbekommen hat. Die restlichen Darsteller sind durchweg Schießbudenfiguren oder nackte Weiber. Soviel zu dem Thema.

Witzigerweise hatten die Regisseure Ted Fox und Richard Styles (beide sind u.a. für Regie, Drehbuch und Produktion zuständig und scheinen sich mit dem Film eine Art Wunschtraum erfüllt zu haben) auf der Hälfte des Filmes keine Lust mehr auf den Turnierfilmaspekt. Innerhalb eines Dialoges wird dadurch aus „Supreme Champion“ (Der deutsche Bloodsporttitel ist ein dreister Versuch, sich an die Bloodsportreihe anzuhängen) plötzlich ein Menschenjagdfilm, der so dämlich und unfähig eingeleitet wird, dass einem schon schwant, was nun folgen wird. Und tatsächlich regiert ab sofort das Chaos. Leute tauchen auf und verschwinden wieder, zwei Veteranenfreunde von Troy mischen plötzlich mit, Daniel Bernhardt steht im Laubwald rum und der Held bleibt alle zwei Meter stehen, um mit den Weibern zu schnacken, die ihm das Drehbuch angehangen hat. Dazwischen steigen lausigst choreografierte Ballereien, während auf einmal keiner mehr zu Fighten scheinen mag. Irgendwann kickt Bonnar dann den Bernhardt und der Zuschauer schmeißt vollends frustriert die DVD dieses Schrottfilmes in die Ecke. Denn dafür, dass der ganze Film auf den großen Final Fight hinarbeitet, darf Bernhardt dann viermal kicken und wird umgepumpt. Innerhalb von einer Minute. So macht Action Spaß … oder etwa nicht?

Selbige ist in Martial Arts Form vor allem in der ersten Dreiviertelstunde in dem Streifen anzufinden. Dabei bemühte man sich sichtlich um eine flüssige Choreografie und lässt Bonnard durchaus ein paar hübsche Combos abfeuern. Wirklich spektakulär ist das Gebotene allerdings nie. Zumal die Fights immer viel zu kurz sind, um den prinzipiell vielfältig aufgestellten Kämpfern Raum für ihre Kampfstile zu geben. Das ganze geht recht blutfrei über die Bühne, der Schauplatz ist eine abgeranzte Halle mit Käfig in der Mitte und die drei Zuschauer machten offensichtlich so wenig Krach, dass ihre Sounds gleich mal komplett von der Tonspur gelöscht wurden. Auch sonst wirkt der Film technisch sehr unbedarft. Die HD Optik ist stinklangweilig. Die Fights sind etwas zu euphorisch geschnitten und offenbaren manche ins Leere gehende Kicks und Tritte als offensichtlichen Fake. Beständig eingeflochtene, wirklich megaräudig aussehende Zeitlupensequenzen zerdehnen nur den Flow der Fights, ohne Besonderes zu bebildern. Modern soll wohl das ewige Gezoome und die schräg gehaltene Kamera sein. Also zumindest, wenn es nach den Regisseuren geht.

Was bleibt, ist ein seltsames Filmchen, bei dem man sich permanent fragt, ob hier irgendwer im Vorfeld einen Plan hatte, was am Ende bei „Supreme Champion“ eigentlich herauskommen sollte. Das Ergebnis ist ein seltsamer Mix aus Turnier- und Menschenjagdfilm (mittendrin schweift man dank drei!!! Besuchen in einer Tittenbar auch mal den Softporno!), bei dem keine der beiden Ingredienzien actiontechnisch wirklich kickt. Die Martial Arts Fights der ersten Hälfte sind zwar nett anzuschauen, lassen aber jedweden Druck missen und die Ballereien in Hälfte zwei sind ein einziges Armutszeugnis für alle am Film Beteiligten. Doch selbst wenn die Action gekickt hätte, der arrogante und mit einer herrlich seltsamen Mimik durch den Film stapfende, erbärmlich synchronisierte Held hätte einem alles kaputt gemacht. Im Grunde ist der Film nicht viel mehr wert, als die DVD, auf der er erschienen ist. Nur die Tatsache, Daniel Bernhardt mal wieder wirken zu sehen, macht das Ganze ansatzweise interessant. Und zumindest der macht für sich das Beste draus. Leider wissen wir alle nur zu gut, dass auch das meist nicht viel ist …

Die deutsche DVD (mit Coverinhaltsangabe, die noch mal einen anderen Film andeutet!) kommt von SchröderMedia und macht bild- und tontechnisch nicht wirklich viel Laune. Absoluter Negativpunkt ist die unpassende, erbärmliche, richtig miese Synchro.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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