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Breaker! Breaker!

Originaltitel: Breaker! Breaker!__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1977__Regie: Don Hulette__Darsteller: Chuck Norris, George Murdock, Terry O’Connor, Don Gentry, John Di Fusco, Ron Cedillos, Michael Augenstein, Dan Vandegrift, Douglas Stevenson u.a.
Breaker! Breaker! mit Chuck Norris

“Breaker! Breaker!” markiert das Hauptrollen-Debüt von Chuck Norris.

Texas City war bis vor kurzem eine Geisterstadt. Doch plötzlich bemühten sich einige Leute um das verlassene Fleckchen Erde. Leider wurden diese von keiner besonders guten Gesinnung getrieben und so sind illegale Aktivitäten an der Tagesordnung. Gefördert wird das durch korrupte Cops und einen dauerblauen Richter, der in der Stadt alle Fäden in der Hand hält. Ein Geschäftszweig der Bewohner von Texas City ist das Abziehen von durch die Stadt fahrenden Menschen.

Dazu gehört auch Billy. Ein Truckfahrer, der Fertigessen transportiert und von den Cops der Stadt grundlos verhaftet wird. Nach einem Blitzverfahren landet Billy im örtlichen Knast. Zum Pech für Texas City und zum Glück für Billy hat der junge Mann einen wehrhaften Bruder, der ausschaut wie Chuck Norris. Sein Name ist John und der will dem plötzlichen Verschwinden seines Bruder auf den Grund gehen. Dabei stellt er das gesetzlose Örtchen vollkommen auf den Kopf.

Schaut in den Trucker-Actioner mit Chuck Norris hinein

„Breaker! Breaker!“ stellt das Debüt von Chuck Norris („Missing in Action“) in einer Hauptrolle dar. Zuvor gab es nur Nebenrollen unter anderem in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ oder „Der Boss von San Francisco“. Chuck Norris war quasi noch eine weiße Wand, bar jedweder Rollenklischees – und ohne Bart! Da tönt es gar nicht uninteressant, dass in dem Streifen Westernmotive auf Action- und Martial-Arts-Film-Motive treffen, zu denen sich auch ein bisschen Redneck-Gedöhns gesellt. Dass allerdings auch der Regisseur Don Hulette mit dem Film sein Regiedebüt gab, war vielleicht nicht die glücklichste Fügung für Chuck Norris.

Denn Hulette bekommt „Breaker! Breaker!“ einfach nie so richtig zum Laufen. Träge, tempolos und weitgehend actionbefreit schleppt sich der Streifen dahin. Dadurch können weder Regie noch Drehbuch davon ablenken, wie unbeleckt der Star der Chose als Darsteller war. Charismabefreit stolpert Chuck Norris von einem Schauplatz zum nächsten und muss sinnlose Dialoge absondern. Um ihn herum regiert dann das komplette Gegenteil: Overacting in Reinkultur, was teils auch richtig an den Nerven zerrt.

Leider lanciert der Film kaum Action, um von den Problemen abzulenken. Macht er es doch, machen entweder die teils grottig gewählten Bildausschnitte oder die Free-Jazz-Musikuntermalung alles kaputt. Und der Showdown besteht gefühlt aus einer einzigen Abfolge von Fehlentscheidungen: Zunächst reiten hier mehrere Trucker mit ihren Maschinen an und verkünden, sie würden das Dörfchen plattmachen. Nur um vor Ort schön sauber um alle Hütten herum zu kurven und maximal mal eine Überdachung zu killen oder in eine Wellblechhütte zu donnern.

Dann sehen wir Chuck Norris bei einem Showdownfight mit einem Typ, der bislang keinerlei wirkliche Rolle gespielt hat. Man ist also gar nicht sauer auf den Lump. Obendrein wird der gesamte Fight, wie alle Kämpfe im Übrigen von Chuck Norris choreographiert, auch noch in Zeitlupe abgespult, was ihn brachial zerdehnt und öde wirken lässt. Der große Sausack des Streifens wird offscreen gekillt, wenn überhaupt. Und schlussendlich brennt das ganze Örtchen und man hat keinerlei Ahnung wieso. So lieben wir doch unsere Action – Nicht.

In technischer Hinsicht sieht man schnell, dass „Breaker! Breaker!“ ein Billigfilm ist. Dennoch ist der Regisseur um ein paar nette Bilder bemüht und erreicht dies immer dann, wenn er die Trucker in den unendlichen Weiten Amerikas inszeniert. Der Dörfchen, in dem alles spielt, wirkt dagegen doch sehr kulissenhaft. Und die Musik, komponiert vom Regisseur, ist auch abseits der Action eine kleine Qual.

„Breaker! Breaker!“ brach keine Rekorde

Was „Breaker! Breaker!“ für seine Zeit interessant machte, war die grundlegende Anlage der Action. Zur Entstehungszeit des Filmes waren die Kicks und aus der Drehung abgefeuerten Hiebe von Chuck Norris in einem westlichen Film für ein westliches Publikum durchaus etwas Neues. Witzigerweise nahm der Film zudem eine kleine Welle an Truckerfilmen vorweg. Ob die sich allerdings „Breaker! Breaker!“ zum Vorbild genommen haben, darf ehrlich bezweifelt werden. Dazu scheint bei dem Thriller zu heftig das Unvermögen vieler am Film beteiligter Personen durch. Hier funktioniert von der Action über die Schauspielführung bis hin zur Dramaturgie eigentlich gar nichts. Als Kuriosität im Quevre von Chuck Norris hat er aber durchaus wieder einen gewissen Reiz.

03 von 10

In Deutschland kam der Film erst vier Jahre nach seinem US-Start in die Kinos, als Norris seine ersten größeren Erfolge verzeichnen konnte. Auf VHS war der Film immer geschnitten, allerdings nur in den öden Dialogszenen. Diese sind in den aktuellen digitalen Veröffentlichungen wieder eingefügt. Und zwar mit Untertiteln, was vermuten lässt, dass die Kinofassung auch geschnitten war, da keine vollständige Synchronisation zu existieren scheint. Empfohlen seien die Veröffentlichungen von Marketing und KSM, die auf MGM-Quellmaterial zurückgreifen konnten und den FSK 16 freigegebenen Film in optisch toller Qualität präsentieren.

In diesem Sinne:
freeman

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