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Charlie Valentine

Originaltitel: Charlie Valentine__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Jesse V. Johnson__Darsteller: Raymond J. Barry, Michael Weatherly, Keith David, Tom Berenger, Steven Bauer, James Russo, Maxine Bahns, David Mattey, Victoria De Mare, Matthias Hues, Glenn Taranto, Jerry Trimble u.a.
Charlie Valentine

Jesse V. Johnsons Räuberpistole “Charlie Valentine”

Charlie Valentine ist ein Gangster alter Schule. Stil- und niveauvoll, mit Hang zu gutem Essen und Trinken und einem Abenteuer mit einer heißen Schnitte nie abgeneigt. Doch Charlie ist alt und so beschließt er, einen letzten großen Coup zu starten. Sein Opfer: Sein alter Auftraggeber Rocco. Doch der Coup endet in einem kompletten Fiasko, das nur Charlie überlebt.

Charlie flüchtet aus der Reichweite des nun arg angesäuerten Gangsterbosses Rocco und schlüpft bei seinem eigenen Sohn Danny unter, zu dem Charlie nie viel Kontakt hatte. Danny ist fasziniert von seinem alten Herren und möchte, dass jener ihn in die Weihen des stilvollen Gangsterlebens einführt. Charlie gefällt seine neue Rolle als „Vater“ und Mentor und er bringt Danny die wichtigsten Regeln eines gesetzlosen Lebens bei. Gemeinsam startet man bald einen Coup und legt sich erneut mit dem Falschen an … mit blutigen Konsequenzen …

Charlie Valentine

Raymond J. Barry und Michael Weatherly als Vater und Sohn in “Charlie Valentine”.

Nach dem Goutieren des Streifens „Charlie Valentine“ fragt man sich, warum B-Filmhoffnung Jesse V. Johnson („Pit Fighter“) ausgerechnet diesen Film drehen wollte. Einen Film um einen Gangster, der eigentlich aussteigen möchte. Das hatte Johnson doch gerade erst in „The Butcher“ mit Eric Roberts umgesetzt und da schon bewiesen, dass er das Genre zwar solide bedienen kann, ihm aber keinerlei neue Aspekte abzugewinnen vermag. Und so mutet „Charlie Valentine“ denn auch irgendwann an wie ein „The Butcher“ Remake, das dessen Funktionsweise nur minimal variiert – genauer gesagt die Liebesgeschichte aus „The Butcher“ durch eine Vater Sohn Kiste in „Charlie Valentine“ ersetzt. Ansonsten hat man hier noch einmal denselben Film.

Ob Johnson sein „The Butcher“ nicht gefiel? Oder ob er wohl meinte, im Eric Roberts Vehikel noch nicht alles gesagt zu haben? Es ist wirklich schwer zu sagen und vor allem im Mittelteil von „Charlie Valentine“, wenn der Film sich heftig zieht und offenkundig wird, dass die Chemie zwischen Michael Weatherly („Dark Angel“) als Danny und Raymond J. Barry („Training Day“) als Charlie so gar nicht stimmt, wird es auch müßig, darüber nachzudenken. Zwar will Jesse V. Johnson in diesem Abschnitt eine anrührende Geschichte erzählen, doch mehr als Langeweile und wirklich endlos scheinende Dialogwüsten kommen dabei nicht rum. Bei „The Butcher“ hatte er ein deutlich besseres Händchen für seine Figuren und das Timing des Filmes.

Charlie Valentine

Tom Berenger (rechts) wird leider ziemlich verheizt …

Zumindest nutzt Johnson den Mittelteil für ein Schaulaufen seiner Regulars: Keith David („The 5th Commandment“), James Russo und Steven Bauer („Pit Fighter“) verbreiten gemeinsam mit Kampfzwerg Dominique Vandenberg („Alien Agent“) und diversen großformatig in Szene gesetzten Titten gepflegtes B-Feeling, haben aber wie Urgestein Tom Berenger („Stiletto“) wirklich nicht viel zu tun und werden weitgehend gar verheizt. Vor allem Berengers zwei Auftritte sind für den Film letztlich vollkommen egal.

Wo Johnson fast schon wie gewohnt den Hammer rausholt, sind die extrem gorigen Ballereien. Leider hat es davon nur zwei, aber diese haben es härtetechnisch in sich! Zwar verfehlen sie knapp das „Butcher“ Niveau, doch Johnson macht nach wie vor keinerlei Gefangene bei seinen Actionszenen. Da wird in so gut wie alle Körperteile geballert, Gesichter werden zu Klump geschossen und Gliedmaßen abgetrennt. Eine Ballerei mehr und der Film hätte sicherlich die FSK 18 nicht geschafft.

Charlie Valentine

Dominique Vandenberg (links) und James Russo schauen auch vorbei …

ABER nach wie vor hat Johnson ein enormes Problem mit dem Pacing und der Choreographie seiner Action. Wenn Charlie im Showdown in einem Raum voller Bäddies in aller Seelenruhe den Obermotz angehen kann, sich mit ihm sogar unterhält und ihm irgendwann das Lebenslicht auspustet, während die anderen Henchmen des Gangsters scheinbar nur unbeteiligt irgendwo im Raum stehen, um erst nach dem Ableben des Obermotzes ins Geschehen einzugreifen, wird es richtig ärgerlich! Allgemein ist das Tempo der Actionszenen ein Problem in „Charlie Valentine“. Immer wieder verschleppt Johnson das Tempo auf seltsame Art und Weise, was der Action den Druck und vor allem auch einiges an Härte nimmt. Direkter, durchdachter, schneller … das MUSS sich Johnson endlich mal auf die Fahnen schreiben, sonst wird er sich nie weiter entwickeln.

Wobei man nach „Charlie Valentine“ eh nicht weiß, ob sich Jesse V. Johnson nun weiterentwickeln will, oder ob er einfach irgendwo in einem ungewissen Entwicklungsstadium hängen bleibt. Wo man Johnson keinerlei Vorwürfe machen kann, ist die technische Umsetzung abseits der Action. In wirklich allerbreitesten Bildern (2,6:1!!!!!!) gießt er seine Gangsterstory auf Film. Leider ist diese zu beliebig und zu redundant, um wirklich einen Blumentopf zu gewinnen. Dabei kann man vor allem Raymond J. Barry keinerlei Vorwürfe machen. Der Senior gibt einen herrlich relaxten und weltmännischen Gangster und spielt beherzt gegen das Drehbuch und seinen blassen Co-Star Weatherly an. Leider reicht das ebenso wenig für einen guten Film wie die teils richtig heftig bebilderte Action …

Die FSK 18 freigegebene Blu Ray/DVD von Pandastorm Pictures ist uncut.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Pandastorm Pictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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