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Christmas Twister

Originaltitel: Christmas Twister__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Peter Sullivan__Darsteller: Casper Van Dien, Richard Burgi, Victoria Pratt, Haley Lu Richardson, Dmitri Schuyler-Linch, Steven Williams, Christina DeRosa, Michael C. Mahon, Scott Thomas Reynolds u.a.
Christmas Twister mit Casper Van Dien Cover

Casper Van Dien jagt den “Christmas Twister”!

Ethan ist Experte für Tornados und sonstige Wetterphänomene der extremeren Art. Leider hat er während seiner langjährigen Karriere einen echten Bock geschossen und mit einer im Nachhinein überflüssigen Tornado-Warnung in einer Großstadt eine Massenpanik ausgelöst. Seitdem dümpelt seine Karriere in Texas vor sich hin.

Doch eines Tages macht er eine Entdeckung, die es in sich hat. Eine Superzelle ist auf dem Weg in Richtung seiner neuen Heimat. Blöderweise glaubt dem „Spinner“ keiner seine Theorie. Nicht einmal seine Frau, mit der es für Ethan aktuell eh nicht so gut läuft. Dabei wäre genau sie jetzt die Richtige in der Not, denn da sie in einem lokalen TV-Sender als Anchorwoman arbeitet, könnte sie im Handumdrehen die Bevölkerung warnen.

Derweil bildet sich Tornado um Tornado und beißen immer mehr Texaner ins Gras. Ethan selbst muss mehrmals seine beiden Kinder aus der Gefahrenzone befreien. Als es fast zu spät ist, hören die Verantwortlichen doch auf Ethan und seine Theorien…

Schaut in “Christmas Twister” mit Casper Van Dien hinein

Wer will, kann in „Christmas Twister“ auch die Geschichte eines kleinen Hundes sehen, der, vom Krach eines Tornados aufgeweckt, Schutz vor selbigem sucht, hernach durch die Straßen einer zerstörten Stadt irrt und das Leid der Menschen um sich herum bestaunt, nur um sich selbst seiner Haut zu erwehren. Ein wahrhaftiges Heldenstück. Mit einer kleinen Promenadenmischung. Freilich könnte man den Film auch nutzen, um ein Saufspiel zu veranstalten. Einmal einen heben, wenn ein Tornado auftaucht. Oder wenn schlechte Special Effects Verwüstung darstellen sollen. Oder wenn wieder ein x-beliebiges Katastrophenfilm-Klischee abgefeiert wird, ohne dass die Macher verstanden hätten, wie es eigentlich funktioniert.

Alles besser als der stinklangweilige „Christmas Twister“. Ein Film, der mich vor allem aufgrund seines Titels angelockt hat. Ich weiß nicht, was ich mir erwartet habe. Vermutlich fliegende Schneemänner, Rentiere und Weihnachtsmänner, die wie vom Tornado beschleunigte Geschosse auf kitschliebende Vollidioten hernieder gehen und ihnen den Garaus machen. Passiert nur leider nicht. Der Titel basiert offensichtlich nur darauf, dass die oben geschilderten Ereignisse alle um Weihnachten herum stattfinden sollen.

Der Rest ist Katastrophenfilm-Ware von der Resterampe. Ohne Sinn, ohne Verstand, ohne Highlights, ohne gute Effekte und ohne Blut. „Christmas Twister“ dürfte der klinisch reinste Katastrophenfilm aller Zeiten sein. Klar, die Leute haben mal einen Schmutzfleck im Gesicht oder tragen ein zerknittertes Kleidungsstück am Körper, aber würde da nicht immer mal etwas „herumgewirbelter Unrat“ in den „Straßen“ liegen, man würde nie glauben, dass sich hier gerade eine Naturkatastrophe mit – O-Ton – Toten und Verletzten abgespielt haben soll.

Doch nicht nur das Kunstblut und die Effekte waren zu teuer, die Settings waren es auch. So doubelt eine Straße mit vier Hütten eine „Kleinstadt“. Meist menschenleer. Ebenjene „Kleinstadt“ braucht aber eine gigantische Mall direkt in der Nähe. In der steigt dann auch ganz viel „Action“. Und es sind mindestens 15 Menschen vor Ort. Immer dieselben. An immer anderen Schauplätzen.

Und da man grad so schön am Sparen war, sparte man am Drehbuch weiter. Setzte auf billige Dialoge und Figuren aus dem Drehbuch-Setzbaukasten der Kindergarten-Krabbelgruppe. Zumindest konnte man sich Casper Van Dien („Skin Collector“) als Ethan leisten. Man scheint ihm aber nicht genug gezahlt zu haben, da der Mime sonst sogar derbsten Müll mit einer sympathischen Performance aufzuwerten versteht. Hier latscht er einfach nur gelangweilt von Szene zu Szene. Als seine Frau entwickelt Victoria Pratt („Mayday“) keinerlei Chemie mit Casper. Und Richard Burgi („Decommissioned“) wird als schmieriger TV-Anchorman reichlich verschenkt. Zumindest ist Haley Lu Richardson („Split“) als Tochter von Caspers Ethan ganz hübsch anzusehen, läuft aber wie eine Ente. Also falls das wen interessiert.

“Christmas Twister” ist nicht nur an Weihnachten schlecht!

Technisch bietet „Christmas Twister“ ödeste TV-Kost. Langweilige Bilder, eine triste Optik und öde Musik gehen hier Hand in Hand. Und das gilt unisono für den ganzen Film. Hier hat sich ganz viel Unvermögen getroffen und beschlossen, einen drauf zu machen. Leider war man sogar zu dämlich, wirklich einen drauf zu machen. Und so werden hier eben KEINE Schneemänner vom „Christmas Twister“ herumgewirbelt und spießen mit ihren spitzen Möhrennasen dumme Menschlein auf.

Stattdessen schaut man lächerlichen Tornados zu, die ewig vor dem Eingang einer Mall kreiseln, als würden sie darauf warten, dass sich die Türen zum Schlussverkauf öffnen. Und selbst das wäre ein witziger Einfall gewesen, der „Christmas Twister“ aufgewertet hätte. Oder man hätte eben die abenteuerliche Reise von Ashley, dem Hund, präsentiert. Die hätte sicher gerockt. Zumindest in einer Hinsicht schafft „Christmas Twister“ etwas Einzigartiges: Er ist nach „Fire Twister“ und „Hypercane“ der bislang schlechteste Tornado-Film mit Casper Van Dien. Auch ne Leistung.

0 von 10

In Deutschland kann man den Film gegen einen Obulus unter anderem bei Amazon Prime sehen. Tele 5 hatte ihn auch schon im Programm. Auf einer Code-1-DVD gibt es den Film in den USA von dem Label Gaiam.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der US-VÖ: Gaiam__Freigabe: Not Rated__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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