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Contract to Kill

Originaltitel: Contract to Kill__Herstellungsland: Rumänien, USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Keoni Waxman__Darsteller: Steven Seagal, Russell Wong, Jemma Dallender, Radu Andrei Micu, Cosmin Padureanu, Florin Stancu, Ioachim Ciobanu, Valentin Raileanu, Salex Iatma u.a.
Contract to Kill

Steven Seagal langweilt beim Abschluss des “Contract to Kill”.

“Contract to Kill” ist ein für Steven-Seagal-Verhältnisse geradezu revolutionärer Film! Wieso?
1. Der Aikido-Goatee ist diesmal nicht nur ein Ex-DEA oder Ex-CIA Agent, dessen Hilfe gebraucht wird, um die Welt zu retten. Nein, er ist diesmal gleich beides!
2. Seagals Charakter John Harmon redet beinahe komplett jugendfrei!
3. Es gibt Outtakes im Abspann!
Ich weiß, lieber Leser, du hast erwartet, hier den üblichen Seagal-Verriss zu lesen. Und nun traktiere ich dich mit lauter unvorhersehbaren Innovationen.

Glücklicherweise war es das dann aber auch schon an Neuerungen. Seagal ist so fett wie immer. Seine Klamotten sind schön weit. Die Brille cool getönt. Und die Dame, die Seagal hier bekrabbeln darf, könnte seine Enkelin sein. Dazu der gewohnte Tand rund um Waffen- und Drogenschmuggel, dem Einhalt geboten werden muss. Dann noch ein wenig Action und fertig ist der 4 von 10 Punkte Kandidat…

Doch halt, Regisseur Keoni Waxman („End of a Gun“) wollte diesmal etwas mehr erzählen. Das Ergebnis wirkt, als seien zwei Drehbücher vom Schreibtisch des Drehbuchautoren gefallen und als habe der dann einfach aus Faulheit alle Seiten zu einem Drehbuch zusammengefügt. So mischt dann irgendwann auch noch eine Terroristenzelle in dem ganzen Brimborium mit, John Harmon und Co. versuchen, auf intelligente Weise ihre Gegner gegeneinander auszuspielen und am Ende geht’s mal eben um etwas ganz Anderes.

Schaut in den Steven Seagal Stinker “Contract to Kill” rein

Dabei beginnt “Contract to Kill” ganz interessant. Als würden Waxman und Seagal ihre eigene „Sicario“-Variante zusammenzimmern. Doch mit zunehmender Laufzeit macht es schlicht und ergreifend immer weniger Spaß, dem immer mehr ausufernden und zwischen zig Schauplätzen switchenden Kuddelmuddel länger zuzuschauen. Zum einen, weil ALLE (vornehmlich internationalen) Schauplätze von rumänischen Hinterhöfen gedoubelt werden, zum anderen, weil Waxman komplett vergisst, seinen Hauptdarsteller mehr zu tun zu geben, als gelangweilt herumzuhocken und zu mutmaßen, wie die Handlung weitergehen könnte.

Die Folge sind beinahe 70 Minuten bar jeder Action. Kommt tatsächlich mal etwas Hektik auf, stehen Steven Seagal („Killing Salazar“) jedes Mal zwei Lumpen gegenüber, die er, hektisch zerschnitten und wacklig gefilmt, zusammenfaltet. Dazu ein bisschen übel umgesetzte Rückprojektionsautofahraction und das wars. “Contract to Kill” wird immer langweiliger und egaler.

Zumindest hat das Aikido-Moppel hier wieder die Hauptrolle inne und lässt seine Co-Stars Russell Wong („New Jack City“) und sexy Jemma Dallender („I spit on your Grave 2“) kaum zum Zug kommen. Wong ist dazu verurteilt, in einer Tour für nervige Drohnen-Kameraflüge zu sorgen und an Rechnern zu hängen. Dallender steht nur sexy in den Kulissen rum und lässt sich in ihrer Nacktszene durch eine vermutlich noch jüngere Rumänin doubeln. Seagal brauchts halt frisch…

Der schaut zumindest halbwegs vernünftig aus. Irgendwer muss ihm die Bandanas verboten haben. Normallange Lederklamotten ersetzen die gewohnten Mäntel. Und er scheint diesmal sogar aufwändigere Szenen (Treppensteigen, in Autos einsteigen) selbst gemacht zu haben. Auch in den Actionszenen mutet es an, als sei durchweg er selbst in Action zu sehen. Waxman verzichtet in seinem optisch absolut belanglosen Actioner nämlich komplett auf diese halbhohen Perspektiven, in denen dem Seagal-Charakter (und damit meist dem Double) der Kopf abgeschnitten wird.

Die Action ballt sich recht unvorteilhaft am Ende des Streifens, wenn John Harmon und seine Crew mehrere Parteien auszulöschen versuchen. Frohlockt man zu Beginn noch, weil die Anzahl der Goons recht hoch erscheint, folgt die Ernüchterung aber auf dem Fuße. Eine Spezialeinheit, die niemand gerufen hat und die bis dahin keine Rolle spielte, taucht auf und nietet fast alle Lumpen um. Die versprengten Reste nehmen sich dann Seagal und Wong vor. Wong schneidet in der entstehenden Action etwas besser ab, da er auch zu komplexeren Moves befähigt ist. Seagal beschränkt sich auf das übliche Handverdrehen und diverse Kopfschüsse. Zumindest sein Waffenhandling ist so cool wie immer. Wirklich aufwändig wird die gebotene Action aber nie. Mehr noch, die beiden Explosionen im Film, die dankenswerterweise zumindest echt sind, stehen in keinem Zusammenhang mit irgendwelcher Action.

Was am Ende bleibt, ist ein immer langweiliger werdender Actionstreifen, der komplett vergisst, richtige Action zu machen. Stattdessen wird in “Contract to Kill” gelabert und gelabert und gelabert. Irgendwann verliert man komplett den Faden und fühlt sich dem Storykuddelmuddel vollkommen ausgeliefert. Zeitverschwendung. Sowohl für die Macher als auch den Zuschauer. Ach ja, und falls jemand glaubt, an den Sets von Steven Seagal müsse es so witzig zugehen, dass die Outtakes in einen Lachsturm münden müssten, der sei darauf hingewiesen, dass mir diese Szenen nicht ein einziges Schmunzeln entlockt haben.

3 von 10

In UK erschien eine Vanilla Disc von 4 Digital Media, die mit einer Freigabe ab 15 ungeschnitten anmutet. In Deutschland hat sich KSM des Streifens angenommen und ihn am 22.2.2018 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Mit einer Freigabe ab 18 ist er “Contract to Kill” ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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