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Crash Landing – Flug ohne Hoffnung

Originaltitel: Crash Landing__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2005__Regie: Jay Andrews aka Jim Wynorski__Darsteller: Antonio Sabato Jr., Michael Pare, Brandon Barash, Brianne Davis, Heather Dawn, Kevin Dobson, Glori-Anne Gilbert, Adam Grimes, Haley Joel u.a.
Crash Landing bietet Die-Hard-Action mit Michael Pare

An Bord eines Flugzeugs muss der Held in “Crash Landing” seine Schutzbefohlene und deren Freunde vor Lumpen erretten.

Mayor Masters letzter Einsatz als Pilot lief nicht sooo gut. Deshalb muss er sich aktuell mit allen Jobs zufriedengeben, die ihm angedient werden. Darunter auch ein Babysitter Job.

Genauer: Masters soll auf Rochelle Masters aufpassen. Deren Vater, ein Multimillionär, hat ihr eine gigantische Geburtstagsfeier versprochen und spendiert daher ihr und all ihren Freunden einen Aufenthalt in einem australischen Nobelhotel!

Auf dem Flug dahin und während der Feierlichkeiten ist es an Masters, auf die verzogene Göre zu achten. Und das nicht zu Unrecht, wie sich bald herausstellt. Denn eine Handvoll Bäddies bringt unversehens das vom reichen Daddy gecharterte Flugzeug in seine Gewalt, hat dabei aber die Rechnung ohne Masters gemacht.

Der gibt jetzt in luftigen Höhen den McClane.

Schaut in den Actioner mit Michael Pare hinein

Juchu, endlich mal wieder ein Hijack-Actioner. Und dann auch noch ein schlechter. Dabei macht „Crash Landing“ lange Zeit gar nicht so viel verkehrt. Zunächst mal wuppt der Streifen ordentlich Bunnymaterial, das er aber frevelhafterweise nicht blank ziehen lässt. Wenigstens lässt man die Moppen beim Start aber schön vibrieren.

Abgesehen davon funktioniert die Befriedung des Flugzeuges durch Antonio Sabato Jr. („The Base II“) als Masters außerordentlich flott und schmissig und macht sogar auf gewisse Weise Spaß, da die Dialoge während dieses Treibens wirklich jeden Intelligenzradar unterfliegen. Klar, die Logik wird dabei als erstes erschossen, keine Frage, denn so beherzt ballern wohl nur 6er Physikschüler in einem Flugzeug herum. Aber egal. Spaß machen soll es, und das funktioniert ganz gut.

Ok, der Oberbäddie ist ein echter Waschlappen mit Bitte-Danke-Attitüde und seine Kompagnons sind genau so bekloppt, wie die meisten Fluggäste blond, doch ich will ja auch nicht mit denen mitleiden, wenn sie über den Jordan gehen. Dabei darf Sabato Jr. erstaunlich wenig handgreiflich werden. Hier mal einem die Luft abdrücken, da kurz die Gesichtsfontanelle verbiegen. Richtige Kickeraction ist was anderes.

Glücklicherweise muss er auch nicht wirklich Schauspielern, denn das hat das Drehbuch von „Crash Landing“ offensichtlich nicht vorgesehen. Ergo haben Sachen wie Charakterentwicklung dankenswerterweise Pause. Der Film ist auch ohne schon debil genug. Aber er unterhält ganz ordentlich. Bis, ja bis auf einmal das Flugzeug gesindelfrei ist und Sabato Jr. offensichtlich in seinem Vertrag stehen hatte, dass er bis zum Ende des Filmes wichtig sein wolle.

Also sind freilich alle Piloten irgendwann verstorben und schwupps darf Masters die 747 fliegen. Problematisch ist nur, dass der Treibstoff zu Ende geht. Also will man auf einem kleinen Atoll landen. Und jetzt wird’s derb. Also so richtig!

Auf diesem Atoll befehligt Michael Pare („Astrocop“) in einer Minirolle einen Trupp Amerikaner, die hier eine Start- und Landebahn für den Militärbetrieb errichten sollen. Und ja, Masters muss tatsächlich hier landen. Dumm nur, dass die Landebahn für eine 747 zu schmal und kurz ist. Was macht man? Klar, man nimmt drei! Minibagger und beschließt, innerhalb von zwei!! Stunden die Landebahn um 90 Meter!!! zu verlängern. Ganz großes Kino.

Obendrein tobt auch nur ein tropischer Sturm und irgendwann stößt man bei den Dschungelwegmacharbeiten auf einen gigantischen CGI-Felsbrocken! Den verkabelt man komplett mit Plastiksprengstoff und will ihn schnell noch sprengen. Da fällt den Leuten ein: Hey, wir haben ja gar keine Landebahnbeleuchtung! Also schnappen sich drei! Mann jeweils einen Spaten!! und graben neben der gesamten Landebahn!!! zwei Gräben, die sie obendrein mit Benzin auffüllen!!!!, welches dann durch die Explosion gezündet werden soll!!!!!

Wohlgemerkt: All das geschieht innerhalb der doch recht großzügigen Zeitspanne von zwei Stunden. LOL. Unglaublich. Wer die US Army hat, braucht sich anscheinend keine echten Sorgen um die Unmöglichkeit von wichtigen Aufgaben zu machen. Hier driftet „Crash Landing“ dann komplett ins Lächerliche ab, die Dialoge werden noch bekloppter und die Moppen im Flugzeug vibrieren wie blöde.

Des Zuschauers Hirn erlebt eine „Crash Landing“

Das Hirn des Zuschauers auch und er wird vor die Wahl gestellt: Entweder über diesen hirnverbrannten Schwachsinn feiern, bis der Arzt kommt oder abschalten. Aus eigener Erfahrung rate ich bei diesem “Air Force One”-Abklatsch mit großem “Die Hard”-Anteil zu Zweiterem. Und wer bei dem eröffnenden CINETEL-Logo und dem folgenden Orkan an schlechten CGIs nicht gewarnt ist, der hat es eh nicht anders verdient.

03 von 10

Die deutsche uncut Scheibe von „Crash Landing“ kommt von Koch Media, hat eine FSK 16 Freigabe und wird eigentlich von niemandem wirklich gebraucht.

In diesem Sinne:
freeman, hinterher immer schlauer

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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