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Cyborg – Die Kidnapper

Originaltitel: Last Lives__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1997__Regie: Worth Keeter__Darsteller: C. Thomas Howell, Jennifer Rubin, Billy Wirth, Judge Reinhold, David Lenthall, Robert Pentz, J.C. Quinn, Richard Fullerton, Rick Wagner, Talmadge Ragan u.a.
Cyborg – Die Kidnapper mit C. Thomas Howell

In “Cyborg – Die Kidnapper” gehts zwar weniger um Cyborgs, dafür umso mehr um Kidnapper.

Irgendwo in einer Parallelwelt zu unserer ist ein Wissenschaftler überzeugt, dass er Menschen aus seiner Welt in die unsrige „beamen“ kann. Als besonders erfolgreiches Testobjekt stellt sich der brandgefährliche Terrorist Malakai heraus. Dieser trauert nämlich seiner großen Liebe nach und konnte bei einem Versuch des Wissenschaftlers freudig erregt feststellen, dass in unsriger Welt seine große Liebe noch lebt. Sie trägt den Namen Adrienne und plant aktuell ihre Hochzeit mit ihrem Traummann Aaron. Diese unerfüllte Liebe lässt Malakai auch die größten Schmerzen und seltsamsten Experimente überstehen.

Als wäre das nicht verfahren genug für Malakai, steht seine Hinrichtung kurz bevor. Zwar gibt der Wissenschaftler alles, damit ihm sein erfolgversprechendstes Versuchsobjekt nicht genommen wird, aber er ist nicht erfolgreich. Da probt Malakai den Aufstand, bricht mit zwei Buddys aus und beamt sich auf unsere Erde. Hier sprengt er die Hochzeit seiner vermeintlich großen Liebe und rast mit ihr davon. Aaron und die gesamte Hochzeitsgesellschaft gehen dabei über den Jordan.

Als dem Wissenschaftler bewusst wird, wie gefährlich ein wütend tobender Malakai für unsere Welt sein kann, reist er dem Lump hinterher und erweckt mit seinem anderen wissenschaftlichen Großprojekt, den sogenannten Lebensbändern, Aaron wieder zum Leben. Er überreicht dem verdutzten Bräutigam alle produzierten Lebensbänder, woraufhin Aaron aufbricht, seine Adrienne aus den Fängen Malakais zu befreien.

Schaut in den Actioner mit C. Thomas Howell hinein

Während das Gewese um die Parallelwelten „Cyborg – die Kidnapper“ nichts, aber auch gar nichts bringt, sind die Lebensbänder der eigentliche Clou des Filmes. Die ihn antreiben und kickstarten und einen Helden ermöglichen, der im Verlauf des Filmes immer und immer wieder wenig heldenhaft ins Gras beißt, nur um hernach wieder von den Toten aufzuerstehen und Malakai weiter hinterherzujagen.

„Cyborg – Die Kidnapper“ gerät so zu einer Endlos-Verfolgungsjagd mit Road-Movie-Einsprengseln, an deren Haltepunkten es teils ordentlich rundgeht. Wann immer die Entführer von Adrienne nämlich anhalten, lassen sie die Waffen sprechen. Dabei erwischt es diverse Unbeteiligte teils blutig. Am häufigsten muss aber Aaron dran glauben. Der gerät immer wieder in hübsche Autoexplosionen, wird erschossen und verbrannt. Je nachdem, wonach den Lumpen gerade der Sinn steht.

Erst mit der Zeit lernt Aaron, die Lebensbänder auch anders zu nutzen. Sich also beispielsweise mit den Lumpen in den Tod zu stürzen, um hernach selbst wieder regeneriert zu werden, während die Lumpen freilich tot bleiben. Ein Kniff, der vor allem den Showdown gewitzt pusht. Leider vergisst „Cyborg – Die Kidnapper“, der aufgrund seines Kniffes ein ordentliches Tempo hat und ständig etwas passieren lässt, seine Figuren komplett.

Von Aaron etwa erfahren wir gar nichts. Der eigentliche Held der Chose, gespielt von C. Thomas Howell („Kid – Einer gegen Alle“), wirkt darum durchgehend seltsam blass und wie ein Fremdkörper im eigenen Film. Auch die „Liebesbeziehung“ zwischen Malakai und Adrienne kommt kein Stück voran, einfach weil deren Miteinander nie intensiviert wird. Adrienne beispielsweise den Wahn von Malakai bezüglich ihrer Person nie hinterfragt. Und Malakai selbst kommt zwar ordentlich wie ein liebeskranker Psychopath rüber, echte Gefahr strömt von dem vorgeblichen Superterroristen aber nie aus.

Morphing-Effekte und nette Darsteller

Das ist auch deshalb sehr schade, weil der Bösewichtdarsteller Billy Wirth („Parker Kane“) eine cool zwischen melancholisch und düster schwankende Ausstrahlung hat. Der hätte einfach mehr rocken müssen. Als Adrienne erleben wir sexy Jennifer Rubin („Screamers“), die leider keinerlei Akzente zu setzen vermag. Den Wissenschaftler verkörpert Judge Reinhold („Ich glaub’, ich steh’ im Wald“), der allerdings für kaum mehr als als Erklärbär herhalten muss.

Optisch bietet der Film einen sauberen DTV-Look auf, der immer wieder von Flashbacks und von mit Lichtblitzen gerahmten Sequenzen unterbrochen wird, die die telepathischen Fähigkeiten Malakais untermalen sollen. Letztere Szenen gingen mir aufgrund ihrer Häufigkeit irgendwann echt auf den Zünder, zumal das Telepathie-Element für den Film auch reichlich obsolet ist. Die Action ist durchweg handgemacht. Immer wieder platzen Bloodpacks und die Explosionen stammen nicht aus dem PC. Diverse deftige Maskeneffekte beim immer wieder verreckenden Helden schauen angenehm schlotzig aus.

Rund um die Wiederbelebungen Aarons steigen die wenigen Digitaleffekte des Filmes. Hier bedient sich Regisseur Worth Keeter der drei Jahre zuvor durch „Stargate“ etablierten Morphing-Effekte. Allerdings in der deutlich preisgünstigeren Variation. Zudem generiert der Film ausgerechnet um diese Szenen immer wieder deftige Anschlussfehler, in denen so manche Gegenstände teils spurlos verschwinden.

„Cyborg – Die Kidnapper“ bietet unterhaltsame Sci-Fi-Action

Parallelwelten, Telepathie, Lebensbänder…. Man kann beinahe von Glück reden, dass die in Deutschland titelgebenden Cyborgs nicht auch noch auftauchen. Denn das wäre dann des Guten doch zu viel gewesen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass „Cyborg – Die Kidnapper“ schon in seiner aktuellen Form nur eines der Elemente wirklich nutzt. Das dann aber wirklich gewitzt.

Der sich aufgrund der Lebensbänder ständig regenerierende Held (lieber nicht mitzählen!) ist eine spektakulär gute Idee, die den Film über weite Strecken trägt und die gezündeten Actionszenen mit ihren Ballereien und Auto-Explosionen wirklich gut zusammenhält. Ein wenig mehr Sorgfalt bei den Figuren, ein paar Dollar mehr für bessere Effekte und etwas mehr Spannung und „Cyborg – Die Kidnapper“ hätte das Potential zum Rocken gehabt. So bleibt zumindest sehr ordentliche Unterhaltung.

05 von 10

Die deutsche DVD von Mr. Banker präsentiert den Streifen als „Cybergate – Die Cyborg Kidnapper“ mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Leider scheint die als Master verwendete VHS sehr dunkel abgetastet worden zu sein. In der Folge saufen in den nicht wenigen Nachtszenen jedwede Details komplett ab. Teilweise erkennt man nicht einmal, wen die Kamera gerade filmt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Mr. Banker__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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