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Dark Moon Rising

Originaltitel: Dark Moon Rising__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Justin Price__Darsteller: Eric Roberts, Stasi Esper, Mikki Moon, Jared Allman, Sasha Higgins, Cierra Voelkl, Cameron White, Timea Saghy, Justin Price, Michele Gourdine u.a.
Dark Moon Rising

Die Werwölfe im Film sehen noch übler aus als der Flokati aufm Cover zu “Dark Moon Rising”.

Vietnamesische Werwölfe? Als der stark alkoholisierte Henrick seine Vietnamkriegsstory beendet, kann der junge Emo Chase nicht glauben, was er da soeben gehört hat. Den Zuschauer allerdings wundert zu diesem Zeitpunkt bereits gar nichts mehr. Denn der sitzt nun schon 45 Minuten vor einer filmischen Müllhalde sondergleichen und hat keinerlei Ahnung, was ihm der Film „Dark Moon Rising“ eigentlich erzählen möchte. Irgendwie dreht sich alles um eine dick bemoppte junge Dame mit Namen Dawn. Und irgendwie steht die aus irgendeinem Grund kurz vor ihrer finalen Verwandlung zum Werwolf.

Dabei stolpert sie Emo Chase über den Weg. Der von seinen Mitschülern für schwul gehaltene Außenseiter fällt für Dawn in die Sparte „Entweder dumm oder besonders“, was ihr offensichtlich reicht, um mit ihm anzubandeln. Also irgendwie. Chase weiß derweil gar nicht, was um ihn herum abgeht: Nicht nur sterben andauernd irgendwelche Leute, die für den Film gar nicht wichtig sind, obendrein soll auch noch das Schicksal der gesamten Menschheit auf dem Spiel stehen. Das Unverständnis darüber drückt Chase am liebsten über innere Monologe aus, die noch mieser sind als die ohnehin schon miesen Dialoge.

Auf jeden Fall ist ein roter Mond das Zeichen für den Untergang. Warum der Film dann „Dark Moon Rising“ heißt? Fragt mich mal! Was dann passiert, erfährt man auch nie, weil der Film einfach mitten im Showdown endet. Das Unglaubliche: „Dark Moon Rising“ soll tatsächlich der Start einer Trilogie sein! Bitte was? Wie kann irgendjemand glauben, dieser Film fordere irgendwelche Fortsetzungen heraus? Hat den Film denn keiner angeschaut? Als Zuschauer ist man nämlich heilfroh, wenn man den Datenträger des Filmes aus dem Player nehmen kann, um ihn seiner einzig wahren Bestimmung – Untersetzer für volle Biergläser – zuzuführen…

Biste da jetzt nicht ein wenig hart, fragt ihr? Nope. Na klar, nicht jeder B-Horror braucht eine gute Story, um Spaß zu machen. Keine Frage. Aber zumindest die Ahnung einer Story sollte schon da sein. Dann wären ein paar Schauspieler, die schonmal von dem Begriff Schauspielen gelesen haben, nicht verkehrt. Auch ein Drehbuch mit Dialogen, die einem nicht die Fußnägel hochrollen, wäre echt cool. Dann noch ein fähiger Kameramann, der zumindest ansatzweise weiß, wie man Szenerien ausleuchtet, so dass der Zuschauer später zumindest irgendwas auf dem Bildschirm erkennen kann. Klar, wenn es um Werwölfe geht, bräuchte es auch gute Effekte. Dann noch ein bisschen Atmosphäre, etwas Spannung und ein oder zwei gute Gags und fertig ist der kleine Spaß für zwischendurch.

All das hat „Dark Moon Rising“ nicht. Was er hat, ist ein neben sich stehender Eric Roberts („The Expendables“), der ja aktuell so fleißig dreht wie nie zuvor, sich allerdings mit Schrott wie diesem langsam aber sicher wirklich jeglichen Ansatz eines guten Rufes zerstört. Zumindest ist er für Fans so etwas wie ein Kaufgrund. Was ebenfalls überrascht, ist die gute Musik. Die passt zwar selten auf die Bilder, ist in ihrem Mix aus elektronischen Dance-Sounds und einigen netten Heavy-Nummern aber echt gelungen. Dazu hat der Film in seinen wenigen lichten Sekunden ein paar interessante Ideen. So haben seine Werwölfe allesamt irgendwelche besonderen Superkräfte. Was den Film unvermutet in Richtung Fantasy rückt, aber leider nicht für einen Cent zu Ende gedacht wird. Die wenigen handgemachten Splattereffekte, die man bei den finsteren Bildern erkennen kann, machen ebenfalls einen angenehm soliden Eindruck.

Schlussendlich habe ich wirklich keine Ahnung, was den Machern bei diesem Film vorschwebte. Vielleicht eine neue Young Adult Romanze? Irgendein erfolgreiches Franchise? Herausgekommen ist jedenfalls eine haarsträubend miese Nullnummer, die bar jedes Unterhaltungswertes vor sich hingurkt und einen mit miesen Dialogen und der vollkommenen Abwesenheit einer plausiblen Story zur Verzweiflung treibt. Obendrauf schafft es diese Grütze nicht einmal, die scharfe Hauptdarstellerin mit dem Namen Stasi(!!!) Esper nackt zu machen und ihre dicken Hupen im Vollmond hüpfen zu lassen. Damit ist eigentlich alles zu diesem Vollschrott gesagt.

Ach nein, man muss noch die deutsche Veröffentlichung hervorheben: Die ist zusätzlich brachial abgedunkelt, so dass man die Hupen von Stasi nicht einmal erkannt hätte, megamies synchronisiert und wirbt mal eben mit Namen wie „Erick Roberts“ und Billy Blanks! Zumindest ein Eric Roberts spielt dann tatsächlich mit. Ob Billy Blanks („Tough and Deadly“) in den stockfinsteren Bildern irgendwo abgetaucht ist, man weiß es nicht. Der Schreiber des Abspanns wusste jedenfalls auch nichts von seinem Mitwirken… Ist es nicht toll, wenn sich eine VÖ der Qualität des zu transportierenden Kunstwerkes so genial anpasst? Ein weiterer interessanter Punkt ist das IMDB-Rating zu dem Film, das deftige Diskussionen rund um Bewertungsschiebereien zur Folge hatte. Tja, so wird sogar der größte Bockmist noch interessant…

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film ist seit dem 6. November 2015 im deutschen Handel erhältlich, kommt von dem Label Indigo und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Indigo__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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