Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Das Versprechen

Originaltitel: The Pledge__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2001__Regie: Sean Penn__Darsteller: Jack Nicholson, Robin Wright, Benicio Del Toro, Tom Noonan, Michael O’Keefe, Vanessa Redgrave, Mickey Rourke, Patricia Clarkson, Sam Shepard, Harry Dean Stanton, Beau Daniels, Dale Dickey, Aaron Eckhart, Helen Mirren, Costas Mandylor u.a.
Das Versprechen

Sean Penns starbesetzter „Das Versprechen“, in dem Mickey Rourke eine Nebenrolle hat

Friedrich Dürrenmatt á la Hollywood: Sean Penn verfilmte in seiner dritten Regiearbeit nach „Indian Runner“ und „Crossing Guard“ den deutschen Autor, mit einem großen Aufgebot an Stars und bekannten Gesichtern.

Hauptfigur des Films ist Jerry Black (Jack Nicholson), ein Polizist kurz vor dem Ruhestand, der am Abend seines Ausstands noch ein schreckliches Verbrechen mitbekommt: Ein kleines Mädchen wird Opfer eines bestialischen Sexualmords; Jerry verschwindet von seiner eigenen Feier und kommt mit zum Tatort. Der Mutter der Getöteten gibt er ein Versprechen, als er zusammen mit Kollegen die schreckliche Nachricht überbringt: Dass er den Täter finden wird, koste es was es wolle, und das ist der Beginn einer Abwärtsspirale für den bis zum Fanatismus prinzipientreuen Cop.

Als sein Kollege Stan Krolak (Aaron Eckhart) einen Verdächtigen, den geistig zurückgebliebenen und wegen eines Sexualdelikts vorbestraften Indianer Toby Jay Wadenah (Benicio Del Toro), vernimmt, der in der Nähe des Tatortes gesehen wurde, hat dieser leichtes Spiel aus dem Verwirrten ein Geständnis herauszupressen, das man nicht mehr prüfen kann, da Wandenah im Anschluss daran Selbstmord begeht. Der Fall gilt als geklärt, trotz aller Einwände Jerrys, der Unstimmigkeiten aufzeigt. Denn es erscheint durchaus auf erschreckende Weise realistisch, dass Polizisten mit Suggestivfragen ein Geständnis aus solchen Verdächtigen herausholen, dass die Aufklärungsrate wichtiger als die Wahrheit ist – nicht umsonst wettet Stan fast spielerisch, wie schnell er den Verdächtigen knacken würde.

Jerry reicht das nicht und er geht Hinweisen nach, welche die Verstorbene hinterlassen hat: Dass sie eine Bekanntschaft hatte, die sie geheim hielt, dass der Mann ihr Geschenke machte. Noch im Ruhestand wird Jerrys Leben quasi allein der Mörderjagd und dem damit verbundenen Versprechen bestimmt…

Das Versprechen

Jerry Black (Jack Nicholson) jagt einen Kindermörder

Jack Nicholson („The Departed“) in der Hauptrolle als verbissener Pensionär legt seine üblichen Ladykiller-Manierismen mit breitem Grinsen ab und spielt stattdessen einen Mann, der fanatisch seinem Gerechtigkeitssinn nachgeht und alles andere darüber vergisst. Die von Kollegen spendierte Ruhestandreise tritt Jerry Black nicht an, um nach dem Killer zu suchen, jeder seiner Schritte wird von dem Versprechen bestimmt: Mit seinem Ersparten erwirbt er eine Tankstelle in der Gegend, in der er den Täter, den er mit zwei weiteren, ungelösten Fällen in Verbindung bringt, vermutet, selbst bei der Beziehung zu der Kellnerin Lori (Robin Wright), mit der er eine Beziehung eingeht, und deren Tochter, die den Opfern ähnlich sieht, ist nie ganz klar, inwiefern Jerry dabei immer den Gedanken hat das Kind eventuell als Lockvogel einzusetzen. Selbst sein Lieblingshobby, das Angeln, macht den Getriebenen, den Nicholson eingängig spielt, nicht mehr glücklich.

In den Nebenrollen treten Unmengen bekannter Schauspieler auf, die dem Ruf ihres Regie führenden Kollegen Sean Penn folgten. Dessen damalige Frau Robin Wright („Unbreakable“) spielt okay in der weiblichen Hauptrolle, kann aber schwer neben dem grandiosen Nicholson bestehen, während Aaron Eckhart („Olympus Has Fallen“) und die später vor allem als TV-Darstellerin gefragte Dale Dickey („Iron Man 3“) hier als Jerrys Kollegen schon mal frühe Beweise ihres Könnens erbringen. Ein Coup ist sicher die Besetzung von Tom Noonan als Verdächtigem – schließlich ist Noonan vor allem für seine Serienkillerrollen in „Manhunter“ und „Last Action Hero“ bekannt (wobei letztere Besetzung sicher auch auf Manns Film rekurriert). Für meist nur jeweils eine Szene sind weitere, durch die Bank weg toll aufgelegte Hochkaräter wie Benicio Del Toro („Inherent Vice“), Helen Mirren („R.E.D.“), Mickey Rourke („Sin City“), Vanessa Redgrave („Restraint“), Sam Shepard („Auge um Auge“) und Harry Dean Stanton („Alien“) besetzt, außerdem sieht man den sonst eher im B-Film tätigen Costas Mandylor („Sinners and Saints“) in einer Szene als Cop mit Fitnessfetisch.

Das Versprechen

Jim Olstad (Mickey Rourke) hat seine Tochter an den Killer verloren

Das Ganze ist dabei weniger ein Krimi, sondern mehr ein Drama. Der Krimiplot ist eher als Antriebsmotor für Jerry Black im Hintergrund vorhanden, lädt aber zum Miträtseln ein, da „Das Versprechen“ durchaus glaubhaft den Verdacht schürt, dass der Ex-Polizist, der am Alkohol nicht abgeneigt ist, sich das Ganze eventuell tatsächlich nur einbildet, auch wenn es unfair ist, dass die früheren Kollegen ihn teilweise verlachen. Tatsächlich kommt es zu einer Auflösung, die jedoch in erster Linie für den Zuschauer da ist, weniger für die Figuren, ehe der Film zu seinem tragischen Ende kommt.

Das ist eine durchaus reizvolle, langsame, dabei manchmal auch etwas gleichförmige Angelegenheit, wenn man Jerry Black rund zwei Stunden bei seiner Abwärtsspirale folgt, bei der das Glück immer wieder nahe zu sein scheint, doch Black den Ausstieg aus besagter Abwärtsspirale nicht schafft, da er immer wieder zu seinem Versprechen und seinen Idealen zurückkehrt. Penn packt das Ganze in durchaus stimmige Bilder weiter, wenig besiedelter Landschaften, präsentiert aber wenig äußere Handlung und muss sich vor allem auf seinen Hauptdarsteller verlassen, der den Film aber gut tragen kann.

Insofern ist „Das Versprechen“ kein wendungsreicher Kriminalfilm, sondern ein ruhiges, manchmal vielleicht zu ruhiges Drama und Psychogramm eines Idealisten, der an seiner eigenen Verbissenheit zugrunde zu gehen droht. Als solches zieht Penns Film in seinen Bann, auch wenn etwas mehr äußere Handlung, gerade im späteren Filmverlauf, nicht verkehrt gewesen wäre – dafür können das stimmige Finale und das einprägsame, starke Schlussbild nicht ganz entschädigen.

Die deutsche DVD kommt von Warner und ist ungekürzt ab 12 Jahren freigegeben. An Bonusmaterial wird allerdings nur der Kinotrailer geboten.

© Nils Bothmann (McClane)

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Warner__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

Tagged as: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 5364946 andere Actionnerds