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Deadly Home (aka “Intruders”)

Originaltitel: Intruders__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Adam Schindler__ Darsteller: Beth Riesgraf, Jack Kesy, Rory Culkin, Martin Starr, Joshua Mikel, Leticia Jimenez, Timothy T. McKinney, …
Das deutsche Covermotiv.

Das deutsche Covermotiv.

 

U.a. von Steven Schneider produziert – seines Zeichens einer der Herrschaften hinter Streifen wie „Insidious“, „the Bay“ und „SX_Tape“ – handelt es sich bei dem ursprünglich als „Shut in“ angekündigten sowie hierzulande unter dem Titel „Deadly Home“ veröffentlichten 2015er Thriller „Intruders“ um das dem modernen „Home Invasion“-Subgenre zugehörige Langfilm-Regiedebüt Adam Schindlers („Killing Floor: Uncovered“). Im Zentrum der erzählten Geschichte steht Anna (Beth Riesgraf), die seit dem Tod ihres Vaters vor zehn Jahren das geräumige Haus der Familie nicht mehr verlassen und sich zuletzt um die Pflege ihres schwer an Krebs erkrankten Bruders Conrad (Timothy T. McKinney) gekümmert hat. Ihr einziger regelmäßiger Kontakt zur Außenwelt bildet der Auslieferungsfahrer Dan (Rory Culkin), der ihnen täglich vorbereitete Mahlzeiten vorbeibringt und sich im Zuge dessen immerzu darum bemüht, sie mit Charme und Humor zu einem Lächeln hin aufzuheitern. Eines Nachts erliegt Conrad dann allerdings seinem zehrenden Leiden…

Unsicher, wie es für sie nun weitergehen soll – und das unabhängig einer stattlichen Erbschaft – möchte Anna Dan unmittelbar darauf im Rahmen eines vertrauten Gesprächs eine Tüte voller Dollarnoten schenken, damit zumindest er „keine Ausrede mehr hat“, seine Träume nicht einfach mal aktiv in Angriff zu nehmen. Überrascht von der Geste, lehnt der jedoch dankend ab. Als es Anna nicht einmal gelingt, ihre entwickelte Agoraphobie zu überwinden, um an Conrad´s Beerdigung teilzunehmen, geschieht es plötzlich just in der Stunde, dass sich drei Männer Zugang zu ihrem Haus verschaffen: JP (Jack Kesy), Perry (Martin Starr) und Vance (Joshua Mikel) haben es auf das Geld abgesehen, von dem sie gehört haben – und sind bei ihrer Planung davon ausgegangen, dass Anna nicht daheim sein würde. Ohne nach draußen fliehen zu können, fällt sie ihnen relativ rasch in die Hände – doch stellt sich im Folgenden (nach und nach) heraus, dass sowohl das Gebäude an sich als auch seine Besitzerin so einige „abgründige Geheimnisse“ in sich bergen…

„Intruders“ nimmt sich die notwendige Ruhe, um seine emotional fragile Hauptprotagonistin (dem Betrachter gegenüber) vernünftig einzuführen: Aufopferungsvoll versorgt sie Conrad, der ihr letzter lebender Verwandter ist und dem sie dementsprechend (seit jeher) überaus nahe steht, freut sich über die sie stets kurz ablenkenden Konversationen mit Dan bei der Essensübergabe an der Vordertür, weigert sich daran zu denken, wie weit die Krankheit ihres Bruders tatsächlich vorangeschritten ist – weshalb sie sich auch beharrlich dagegen sträubt, die ihr von seiner Anwältin Charlotte (Leticia Jimenez) vorgelegten Testamentsunterlagen zu unterschreiben – trauert merklich (allerdings vorwiegend innerlich) im Anschluss an sein Entschlafen und offeriert Dan mit sichtlicher Herzlichkeit die stolze Summe Cash, um jenem damit etwas Gutes zu tun und ihm zugleich eine erstrebenswerte Perspektive zu ermöglichen, während sie für sich selbst bloß eine einsame, isolierte Zukunft sieht…

Am Tage der Beerdigung macht sich Anna für diese fertig – schafft es am Ende allerdings dann doch nicht, ihre Phobie zu überwinden. Als nur wenig später das Einbrecher-Trio auftaucht, kann sie sich anfangs zwar erfolgreich vor ihnen verstecken – aber nicht für eine allzu lange Dauer. Schnell wird jenen klar, dass sie ihnen die Wahrheit über ihren Zustand sagt – ein abrupt an der Türschwelle abgebrochener Fluchtversuch und ein von Perry erzwungenes Hinaustreten auf die Veranda, bei dem sie panisch reagiert und sich sogar einnässt, beweist ihnen das anschaulich – worauf sie sich daran begeben, die einzelnen Zimmer nach dem Geld zu durchsuchen (wo sie das aufbewahrt, verrät sie ihnen nämlich nicht). Die Lage spitzt sich kontinuierlich weiter zu – schließlich hat Anna ihre Gesichter gesehen (da sie keine Masken tragen) und verlieren sie angesichts ihrer bislang fruchtlosen Bemühungen allmählich die Geduld und Zurückhaltung ihr gegenüber. Insbesondere Perry scheint eine unberechenbare gewalttätige Ader aufzuweisen…

Der zentrale „Twist“ des Films – welcher die gesamte Situation mit einem Mal sozusagen „auf den Kopf stellt“ – vollzieht sich noch vor Erreichen der Halbzeitmarke: Es wäre ideal, sich das Werk komplett ohne Vorwissen in dieser Hinsicht anzuschauen – allerdings wird u.a. im Trailer und auf dem bewusst so gestalteten Cover im Grunde genau damit geworben, was derartiges natürlich ungemein erschwert. Ich selbst werde die betreffende Offenbarung nun ebenfalls preisgeben – dabei aber jegliche Details (wie z.B. die konkreten Gegebenheiten, Abläufe und Hintergründe) vermeiden: Aus bestimmten (vergangenen) Umständen und Folge-Ereignissen resultierend, ist Anna in Wirklichkeit keineswegs das tendenziell „zarte Wesen“, für das man sie eingangs halten mag – und unten im Keller, wo sich die Männer schon bald gefangen wiederfinden, gibt es mehrere verborgene Räumlichkeiten, die einem speziellen Zweck dienen und sich per Fernschaltung verriegeln sowie mit Hilfe von Kameras und „Beobachtungsluken“ überwachen lassen…

Das Drehbuch aus der Feder des Autoren-Duos T.J. Cimfel und David White („V/H/S Viral“) punktet mit einigen ansprechenden Ideen und inhaltlichen Wendungen sowie prima Timing im Hinblick auf die Entfaltung der jeweiligen „Handlungsphasen“. Überdies hat man sich die inzwischen ja vertraute Neugier und Erwartungshaltung des Publikums ergiebig zunutze gemacht – u.a. indem eine Reihe „gängiger Genre-Versatzstücke“ mit gezielten sowie willkommen zu registrierenden „Variationen“ versehen wurden. Demnach dürfte es niemanden überraschen, dass sowohl Dan als auch Charlotte im fortschreitenden Geschehen noch einmal ins Haus zurückkehren – dafür aber vielleicht die Richtungen, in die sich ihre Auftritte bewegen. So manche Motive, Absichten und Schicksale verbleiben länger im Unklaren als im Vorfeld (ursprünglich) gedacht – die Grenzen zwischen Gut und Böse bzw. Opfer und Täter verwischen, düstere Geheimnisse werden freigelegt. Fraglos beeinflusst das die Vergabe und Aufrechterhaltung individueller Sympathien – in irgendeiner Weise gestört hat mich das allerdings nicht…

An den Dialogen und Darstellern gibt es nichts auszusetzen – etwas mehr Originalität bei der Charakterzeichnung der Einbrecher wäre aber durchaus von Vorteil gewesen, denn im Vorliegenden haben wir es mal wieder mit einem entschlossenen Anführer, seinem zögerlich-zweifelnden Bruder und einem sadistisch-unberechenbaren Hitzkopf zutun. Losgelöst dessen werden sie von Jack Kesy (TV´s „the Strain“), Joshua Mikel („Heist“) und dem vorrangig für seine humorvollen Rollen bekannten Martin Starr („Veronica Mars“) überzeugend verkörpert – was so gleichermaßen auf Rory Culkin („Twelve“) als Dan zutrifft, der nicht nur seine emotionalen Interaktionen mit Anna bestens meistert. Jene portraitiert Beth Riesgraf (TV´s „Leverage“) rundum klasse – und das inklusive der unterschiedlichen (von verletzlich über seelisch zerrüttet bis hin zu eiskalt reichenden) Facetten ihrer Figur: Ich hätte definitiv nichts dagegen, sie in Zukunft öfters zu Gesicht zu bekommen. Ferner sind in Nebenparts noch Timothy T. McKinney („Bernie“) und Leticia Jimenez („the Loft“) mit von der Partie…

Alles in allem ist „Intruders“ ein anständiger, unterhaltsamer Vertreter des „Home Invasion“-Subgenres, der das sprichwörtliche „Rad“ zwar keineswegs neu erfindet – siehe Ähnlichkeiten bspw. mit „the People under the Stairs“ – wohl aber von Adam Schindler kompetent in Szene gesetzt wurde sowie mit einigen Härten, einem feine Details (á la Spinnenweben an der Unterseite eines Stuhls) aufweisenden Produktionsdesign, einer beklemmenden Atmosphäre und einer Handvoll effektiver Set-Pieces aufzuwarten vermag. Schade nur, dass das klaustrophobisch-kurzweilig-bitterböse Katz&Maus-Spiel am Ende in einen weitestgehend generisch gearteten Showdown einmündet, der die Zeit zwischen dem obligatorischen Erhalt der bis dato noch offen gebliebenen Backstory (u.a. mit Infos hinsichtlich des eigentlichen Zwecks des präparierten Kellers) und dem finalen „Fade to black“ ausfüllt. Hätte man den Schlussakt noch ein wenig überarbeitet, wäre es dem Film gewiss möglich gewesen, sein volles Potential auszuschöpfen. Sehens- und empfehlenswert ist er nichtsdestotrotz…

knappe

Hierzulande erscheint der Film Anfang März 2016 auf DVD und BluRay.

Stefan SeidlIntruders

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Intruders

Copyright des Covermotivs und der Pics: Black Fish Films / Campbell Grobman Films / Jeff Rice Films / Vicarious Ent. / Momentum Pictures, Phase 4 Films (US) / EuroVideo Medien GmbH (D)__ Infos zur dt. VÖ: Freigabe: FSK-16__ Geschnitten: nein__ DVD/BluRay: ja/ja__

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Categorised in: Horror, Psychohorror

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