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Deadly Ransom – Tödliches Lösegeld

Originaltitel: Deadly Ransom__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1997__ Regie: Robert Hyatt__Darsteller: Loren Avedon, Lisa K. Crosato, Brion James, Sidney S. Liufau, Francesco Quinn u.a.
Deadly Ransom

Loren Avedon jagt die Entführer seiner Frau in “Deadly Ransom”.

Loren Avedon war definitiv nie einer der Action C-Stars, für deren neueste Filme man gezielt in die örtliche Videothek rannte. Seine Filme nahm man einfach mal so mit. Wenn die Großen des Genres nichts Neues am Start hatten. Meistens fiel man dann amtlich auf die Nase, denn der gute Loren hat eine Menge Bullshit fabriziert. Es gab aber immer mal wieder auch Loren-Avedon-Streifen, da schlackerte der Martial-Arts-Fan in einem gehörig mit den Ohren. Genannt seien die wirklich coolen Klopper „Karate Tiger 2“, „Karate Tiger 5 – König der Kickboxer“ oder „Kick Boxer 2 – Blood Brothers“. Allesamt keine Oscar-Ware. Allesamt keine Genre-Klassiker. Weiß Gott nicht. Aber hoch unterhaltsame, flotte B-Action.

In unseren Breiten wurde nun ein Spätwerk Avedons neu aufgelegt. Was früher noch „Deadly Ransom“ hieß, mutierte dank neuem Vertrieb zu „Die Kampfmaschine – Das Dschungelmassaker“. Witzigerweise passt nix von dem Titel so richtig auf den Film. Der hat nämlich zum einen kaum Dschungel und zum anderen keine Massaker. Und die Kampfmaschine? Die startet irgendwie nie so recht durch…

Max ist der Anführer eines kleinen US-Navy-Seals-Teams. Mit seinen treuen und kampfstarken Kameraden räumt er in den Krisenherden dieser Welt so richtig auf. Leider gibt es aber auf unserer Welt so viele Lumpen, dass auch der beherzteste Navy Seal nicht ausreicht, um wirklich alle dingfest zu machen. So kann Max es nicht verhindern, dass seine holde Angetraute und ihr Vater auf einer Berufsreise in Brasilien gekidnappt werden. 50 Millionen wollen die Entführer.

Was sie stattdessen bekommen, ist ein wütender Navy Seal, der in Brasilien einmarschiert und sich irgendwann bis Venezuela durchschlagen muss, um seine Liebste zu befreien…

Diese absolut geniale, weil herrlich simple Story reichte leider irgendwem nicht aus. Also implementierte man noch ein paar „coole“ Ideen. Absoluter Tiefpunkt: Max hat das zweite Gesicht. Alle paar Minuten hat er also total unmotiviert eingebundene Visionen von seiner Frau, die weder einen dramaturgischen Sinn machen noch der Story irgendetwas bringen. Im Grunde sollen diese Visionen nur verschleiern, dass die eigentlich dünne Handlung nur durch den Zufall vorangetrieben wird. Und der Herr Zufall ist nicht zwingend für gute Drehbücher bekannt. Das bekommt man dann als Zuschauer auch schnell zu spüren, denn „Deadly Ransom“ beginnt sich recht früh ziemlich zu ziehen.

Dazu gesellen sich ein paar ganz üble Dialoge und Schauspieler, die sich um Kopf und Kragen chargieren. Allen voran Brion James („Nemesis“). Als fieser Oberlump ist er in jeder seiner Szenen mehr als nur drüber. Nicht viel besser: Sidney S. Liufau („Faster“) als rechte Hand des Oberlumps, der dank rotzenblöder Kontaktlinse ausschaut wie ein grenzdebiler Vollpfosten… und irgendwie auch so herum springt. Loren Avedon erdet diese überzogenen Einsprengsel, indem er einfach wie ein Stein agiert. Er schaut immer gleich, geht immer gleich und redet auch immer auf die gleiche Weise. Wer nun denkt, dass sich diese gegensätzliche Pole ausgleichen würden, der irrt. Gewaltig.

Aber in einem Film wie diesem geht es ja auch um etwas ganz Anderes. Genau, die Action. Und die rockt… nicht. Warum nicht? Nunja, zunächst einmal durfte „Deadly Ransom“ offensichtlich nichts kosten. Das merkt man der Action überdeutlich an. Sie ist immer recht klein skaliert. Der Bodycount ist infolgedessen wie das allgemeine Feindaufkommen recht niedrig. Die gebotenen Explosionen sind ebenfalls allesamt unspektakulärer Art. Wobei man „Deadly Ransom“ zugute halten muss, dass er überhaupt Explosionen auffährt. Ein weiteres Problem ist, dass der Film seinen Hauptdarsteller gefühlt nicht von der Kette lässt.

Avedon zeigt nur in zwei Szenen einen seiner schnell gedrehten Kicks und darf ansonsten nur ein paar Armhebel oder Überwürfe zeigen. Viel ballern darf er aber auch nicht. Er wirkt im Grunde einfach total verschenkt, was beim trostlosen und vergurkten Showdown allzu offensichtlich wird. Hier präsentiert „Deadly Ransom“ nämlich lieber lächerliche Storytwists anstelle von Action. Aus welchem Grund auch immer. Zumindest lässt sich der Film in Sachen Gewalt nicht so sehr lumpen und zeigt kleinere Nicklichkeiten wie Aufspießungen oder in Köpfen steckende Beile. Auch Blutbeutel dürfen hier noch platzen.

Das ändert aber nichts daran, dass „Deadly Ransom“ eher halbwegs funktionierender 0815-Actiontrash ist und nicht viel mehr. Das niedrige Budget schadet dem Film in allen Belangen. Auch die Schauplätze wirken wenig einladend und ganz Venezuela scheint nur aus einer Bretterbude zu bestehen. Allgemein wirkt der sich so international gebende Film verdammt arm an Schauplätzen. Um genau zu sein, spielen sich die meisten Szenen rund um ein Zelt in einem Wüstenabschnitt ab. Klingt nicht sehr spannend? Absolut. Spannung kommt in dem Film aber sowieso nie auf. Und so ist alles, was in Erinnerung bleibt… nichts.

Die deutsche DVD von „Deadly Ransom“ kam bislang immer von dem Label Madison Home Video. Inzwischen übernahm Edel den Film und präsentiert ihn eben als „Die Kampfmaschine“. Mit FSK 18 Freigabe, ungeschnitten, in ziemlich bescheidener Bildqualität und mit einem Menü, über das man tatsächlich nur den Film starten kann.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Madison Home Video/Edel__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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