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Death Heroes

Originaltitel: Triple Impact__Herstellungsland: Hongkong__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: David Hunt__Darsteller: Dale Cook, Ron Hall, Bridgett Riley, Robert Marius, Steve Rogers, Nick Nicholson, Ned Hourani, Tom Seal, Sheila Lentin, Mike Cole u.a.
Death Heroes mit Dale Apollo Cook

Dale Cook geht in “Death Heroes” auf eine Prügel-Schatzsuche!

Sergeant Adams und Captain Burroughs geraten mit ihren Männern in einen Hinterhalt des Vietcong. Dieser löscht das kleine Platoon fast vollständig aus und hetzt Adams und Burroughs vor sich her. Diese brechen bei ihrer Flucht irgendwann durch den Dschungelboden und landen in einer Höhle. Einer Höhle mit einem gewaltigen Buddha-Schädel aus massivem Gold. Den beiden Soldaten ist klar, dass sie diese Kostbarkeit in ihrer augenblicklichen Situation nicht aus dem Dschungel bekommen werden.

Sie verstecken das edle Stück und beschließen, zu dem gewaltigen Schatz zurückzukehren, wenn sich die Lage irgendwann beruhigt hat. Doch auf dem gemeinsamen Weg gen heimisches Lager überkommt Burroughs die Gier und er attackiert Adams. Der blendet seinen Kameraden mit einem Messerhieb, kurz bevor beide von einer amerikanischen Patrouille aufgegriffen werden. Adams wandert für den Angriff auf einen Vorgesetzten für zwanzig Jahre in den Bau.

Zwanzig Jahre, in denen der blinde Burroughs auch nicht an den Schatz herankommt. Nach seinem Knastaufenthalt laufen Adams die beiden Taugenichtse Dave und James über den Weg. Die beiden verdienen sich ihre Knete mit illegalen Undergroundfights und leben davon mehr schlecht als recht. Vor allem Dave horcht auf, als Adams von einem gewaltigen Schatz zu faseln beginnt, nachdem ihn die beiden Freunde vor Angreifern beschützt haben.

Als endlich auch James überredet ist, an einer abenteuerlichen Schatzsuche teilzunehmen, brechen beide gen Thailand auf. Hier sichern sie sich die Dienste einer ortskundigen Bumse von Dave, die auch noch geil kicken kann, und versuchen alles, nicht Burroughs und dessen Verbündeten in die Arme zu laufen. Was leichter gesagt als getan ist.

Fratzengeballer mit Ansage und Dale „Apollo“ Cook

„Death Heroes“ ist einer dieser unzähligen Videothekenknaller, die im Vorspann die wichtigsten Kampfsporttitel ihrer Hauptdarsteller aufzählen. Der Kenner weiß sofort: In diesem Film gibt’s amtlich aufs Fressbrett. Und wirklich: Regisseur David Hunt, der als Produzent deutlich mehr Filme auf den Weg brachte als als Regisseur und eigentlich David Hung heißt, gibt im Grunde von Minute eins an Vollgas.

Dabei steigt er mit Dauerfeuer ein, lässt fiese Vietcongs im Dutzend ins Gras beißen und dennoch „gewinnen“. Parallel stößt er seine Handlung um den goldenen Buddha-Kopf an, die zu Beginn immer wieder einen leicht stotternden Eindruck macht. Denn nachdem „Death Heroes“ Adams und Burroughs eingeführt hat, muss er freilich auch noch James und Dave einführen. Da letztere von versierten Kampfsportlern gegeben werden, stolpert der Streifen nun von Kickereinlage zu Kickereinlage.

Da beide Kampfsportler unterschiedliche Stile bevorzugen, wird das Fratzengeballer auch nicht langweilig. Nur das Gelaber dazwischen, das bremst den Film immer wieder. Denn ausgerechnet die recht hallodrimäßig rüberkommenden Kicker müssen schon erstaunlich lange überredet werden, bevor sie endlich zur Schatzsuche bereit sind. Fast der halbe Film ist zu diesem Zeitpunkt bereits rum.

Und dann geht es plötzlich ganz schnell. Man sichert sich die Dienste von Kickerin Julie, stürzt mit dem Hubschrauber ab, gerät in die Hände von irgendwelchen Rebellen, die gegen irgendwas rebellieren, und schwupps, Showdown. Eine Schatzsuche im eigentlichen Sinne findet für vielleicht zwei bis drei Minuten statt. Zumindest kann der Zuschauer nicht behaupten, es wäre nichts los.

Zudem sind die Figuren ganz amüsant angelegt. Vor allem James und Dave sorgen dank ihrer lockeren Buddy-Dynamik immer wieder für witzige Momente und Situationskomik. Leider meinen auch andere Charaktere / Darsteller im Film witzig sein zu müssen. Allerdings geht das zumeist brachial in die Hose. Zum einen, weil die Momente nicht witzig sind, zum anderen, weil sie hemmungslos overacted werden.

In Sachen Action groovt sich der Film sehr schnell auf zahlreiche Martial-Arts-Fights ein, für die „Death Heroes“ kein Auslöser zu abwegig erscheinen will. Die Fights sind nett choreographiert, wobei vor allem Ron Hall („Deadly Bett“) als James für äußerst dynamische Moves verantwortlich zeichnet. Als sein Partner Dave ist Dale Cook („Death Zone“) aufgrund seiner Statur für die Powermoves zuständig, bringt aber auch ein paar sehr knackige High-Kicks zustande. Als Julie darf auch die Kampfsportkünstlerin Bridgett Riley, die im Nachgang vor allem als Stuntfrau („Bad Boys For Life“) Karriere machte, ein paar sehr agile Momente abfeuern.

Darstellerisch werden sie wie die Fieswichte null gefordert, kriegen ihre nicht eben zahlreichen Dialoge aber überzeugend aufgesagt und haben untereinander eine echt gute Chemie. Den Fieswichtern hätte man zumindest ein paar wirklich fiese Momente sehr gegönnt. Obendrein sind die Obermotze eher Fallobst, denn ernstzunehmende Gegner. Dementsprechend lasch fallen dann auch die Finisher aus. Allgemein ist „Death Heroes“ eher zahm, die deutsche FSK 18 dürfte alleine aufgrund der doch recht zahlreichen Knüppeleien gezogen worden sein. Der Härtegrad gibt es jedenfalls nicht her.

Optisch hat „Death Heroes“ nicht viel zu bieten. Der Film wurde auf den Philippinen billig heruntergedreht, wobei die Insel hier verschiedene asiatische Locations (Vietnam, Thailand,…) zu doubeln hat. Aufwändig gerät eigentlich nur die Einstiegsballerei, eine Hubschrauberexplosion wirkt reichlich hingeschludert. Wie so viele Philippinen-Streifen findet auch dieser eine Möglichkeit, in einer Höhle amtlich Action zu machen. Sprich: Kennste einen, kennste alle.

„Death Heroes“ bietet unterhaltsame Daueraction

Der lockere Unterton, die gute Chemie zwischen den Darstellern und die versierten, zahlreich gereichten Kickereien des ansonsten doch arg konventionell erzählten Actioners „Death Heroes“ helfen ihm über diverse kleinere Tempohänger und Spannungslöcher hinweg. Die Darsteller sind mit Spaß bei der Sache und vor allem die Hauptdarsteller oder eher Hauptkämpfer wissen durchweg, was sie da tun. Trotzdem wirkt „Death Heroes“ immer wieder wie belanglose, etwas lieblos runtergekurbelte Stangenware, der es an allen Ecken und Enden an etwas Besonderem fehlt.

5 von 10

Auf VHS war der wenig brutale Actioner bereits mit einer FSK 18 uncut. Eine solche Kassette dürfte der Ende Oktober 2021 erschienen DVD von Imperial Pictures zugrunde gelegen haben. Das Label hat aus der VHS tatsächlich ein sehr brauchbares Bild herausholen können.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Imperial Pictures__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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