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Der Liquidator

Originaltitel: The Liquidator__Herstellungsland: Kasachstan__Erscheinungsjahr: 2011__Regie: Akan Satayev__Darsteller: Berik Aiytzhanov, Vinnie Jones, Aziz Beyshenaliev, Karlygash Mukhamedzhanova, Michael Tokarev, Toleubek Aralbay, Timur Zhaksylykov, Anatoli Krezhenchukov u.a.
Der Liquidator

Vinnie Jones mimt den Fiesling in “Der Liquidator”

Bodyguard Arsen steht ständig unter Strom und hat aktuell eine enorm kurze Lunte. Diese Situation wird noch dadurch verschärft, dass sein Bruder, ein erfolgreicher Journalist, in einer Unterführung überfallen und totgeschlagen wird. Jetzt reagiert Arsen noch impulsiver und wird zur Gefahr für sich und seine Schutzbefohlenen. Darum wird ihm nahegelegt, mal einen Urlaub einzulegen.

Arsen nimmt das Angebot nur zu gerne an, kann er sich so doch vollkommen ungestört dem Mord an seinem Bruder widmen. Denn kurz nach dessen Beerdigung ereilte Arsen ein Telefonanruf, in dem ihn eine Kollegin seines Bruders wissen ließ, dass sie Beweismittel habe, die ihr sein Bruder kurz vor seinem Tod zugesteckt habe. Arsen lässt sich diese freilich aushändigen und merkt schnell, dass sein Bruder an etwas Großem dran war. Er beschließt, das Vermächtnis seines Bruders zu einem Ende zu bringen und ihn zu rächen…

Das ist vor allem zu Beginn sehr schlank und direkt gehalten: Arsen stapft zu verschiedenen Zeugen, erfährt mehr und mehr über die Hintergründe am Mord seines Bruders und schnappt sich alle, die an dessen Ermordung beteiligt waren. Mit zunehmender Laufzeit jedoch ufert „Der Liquidator“ immer mehr aus und wird trotz seines maulfaulen Helden ungeheuer geschwätzig.

Das sorgt für diverse Längen und einigen Leerlauf. Dass der Film nicht vollends zum Stillstand kommt, liegt an einigen interessanten Momenten, die das Drehbuch einzuweben weiß. Etwa wenn zwei Richter mit Arsen Kontakt aufnehmen und ihm mitteilen, sie wären Teil einer Art Selbstjustizinstanz und sie würden ihm ab sofort bei seinem Rachefeldzug helfen. „Ein Richter sieht rot“ blitzt da immer mal wieder durch. Leider wird diese Idee aber nie komplexer und zudem gegen Schluss für einen vollkommen sinnlosen und auch nicht weiter erklärten Twist verpulvert. Allgemein wertet das Ende, das zwanghaft auf melancholisch getrimmt wirkt, den Film noch einmal deutlich ab.

Was definitiv gefällt, ist der Bad-Ass-Held Arsen. Sein schweigsamer Darsteller Berik Aitzhanov verleiht ihm eine glaubwürdige physische Präsenz und lässt ihn immer mit Schmackes vorwärts preschen. Infolgedessen erinnert sein Arsen immer mal wieder an die Helden eines Steven Seagal, zumal Arsen auch ziemlich unbesiegbar gezeichnet wird und in allen Fights des Filmes nicht einen einzigen Treffer kassiert!

Aus diesen meist kurzen, aber knackigen Fights rekrutiert sich der größte Teil der Action. Geballert wird eher selten und wenn dann meist in hinrichtungsartigen Szenarien. Dabei wird es dann auch gerne mal etwas ruppiger. Das Highlight ist definitiv der Showdown-Fight, in dem Arsen gemeinsam mit einem „verbündeten“ Cop gegen einen stummen Killer antritt und diesen zu Klump haut.

Der wird im Übrigen von Vinnie Jones („Kill Kane“) gegeben. Der olle Fußball-Rowdie fügt sich topp in das kernige Ensemble des kasachischen Actionthrillers ein und ist in seinen wenigen Auftritten zumeist in Action zu sehen. Leider hat es von selbiger zu wenig, um „Der Liquidator“ aus der Langeweile-Falle zu retten. Nach gutem Auftakt zerfasert der Film immer mehr und bringt immer neue Figuren ins Spiel. Viele von denen hängen den gesamten Film über komplett in der Luft und kaum eine der Nebengeschichten wirkt auserzählt. Was neben dem eigentlich coolen, aber unterbeschäftigten Helden noch gefällt, ist die raue, kalte und absolut ungemütliche Optik und der insgesamt recht wertige Look von „Der Liquidator“. Das macht unterm Strich zerlaberte und sich irgendwann leider extrem ziehende Unterhaltung.

Die deutsche DVD zum Film erschien von Mr. Banker Films und MIG und ist mit einer FSK-18-Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Mr. Banker Films/MIG__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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