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Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

Originaltitel: Hunt for Eagle One: Crash Point, The__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Henry Crum__Darsteller: Mark Dacascos, Theresa Randle, Jeff Fahey, Steve Cryin, Zach McGowan, Joe Suba u.a.
Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

Mark Dacascos in “Die Jagd auf Eagle One: Crash Point”

Die Philippinen … Sonne, schönes Wetter, saftig grüne Natur … ein Paradies. Kein Wunder, dass man, wenn man einmal dort ist, nie wieder weg will. Zumindest erweckt es diesen Anschein, wenn man sich Cast und Crew der Filme “Die Jagd auf Eagle One” und “Die Jagd auf Eagle One: Crash Point” betrachtet. In der Crew von “Crash Point” wurde einzig und allein der Regisseur ersetzt und auch im Castbereich findet man alle Darsteller wieder, die Teil I überlebt haben. Einzig Rutger Hauer wurde ersetzt. So kann man sich freilich nicht des Eindrucks erwehren, dass beide Filme Back to Back gedreht wurden. Die kurze Zeit zwischen den Veröffentlichungsterminen scheint diese Annahme zu bestätigen.

Diesmal haben sich ein paar Terroristenhoschies einen Ground Control Encoder geschnappt. Dieses Gerät wurde einst designt, um zu verhindern, dass von Terroristen gekaperte Flugzeuge in Häuser gelenkt werden (sic!)! Der Encoder ermöglicht es nämlich, die komplette Kontrolle über ein Flugzeug zu erlangen und es quasi fernzusteuern. Die Terroristen verlangen nun die Freilassung von einigen ihrer Mitstreiter und steuern zur Untermauerung ihrer Forderungen ein Flugzeug in einen US Army Air Force Stützpunkt. Zeit also für Capt. Matt Daniels und sein Team den Terroristen ordentlich den Marsch zu blasen und den Decoder zurückzuholen. Und die Zeit drängt, ist doch gerade ein weiteres Flugzeug zum Absturz gebracht wurden …

Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

Man setzt auf Realität in “Die Jagd auf Eagle One: Crash Point”. Man achte auf die Ohrenschützer!

Wie der Vorgänger bietet “Die Jagd auf Eagle One: Crash Point” Dauerfeuer vom Feinsten. Die Alibistory um den Encoder funktioniert dabei sogar deutlich besser als die Bebilderung des Hauptmottos der Marines: “Wir lassen keinen zurück”, was den Hauptantrieb für die Story des Vorgängers darstellte. Die Ausgangssituation um die abstürzenden, voll besetzten Flugzeuge ist einfach greifbarer und spannender als die Rettungsmission für eine Hubschrauberpilotin. Dennoch geht es hier nur um eines: Action, Action, Action. Und gerade in diesem Bereich gelang es einige Probleme des Vorgängers auszumerzen.

Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

Jeff Fahey beerbt Rutger Hauer als Vorgesetzter von Mark Dacascos

Optisch blieb man auf dem gleichen ansprechenden Niveau von “Die Jagd auf Eagle One”. Wilde Zoome, schnelle Kameraschwenks, ein interessantes Spiel mit der Lichtsetzung und hier und da Anleihen bei den großen Vorbildern wie “Black Hawk Down” lassen diesen kleinen B-Film deutlich aufwändiger erscheinen, als er wirklich ist. Und endlich spritzt auch mal der rote Lebenssaft! Das hatte man im Vorgänger ja leider komplett außen vor gelassen, warum auch immer. Auch scheint man gemerkt zu haben, dass man Mark Dacascos im Cast hat und stellte ihn nun deutlich mehr in den Mittelpunkt. Er ist in “Crash Point” wesentlich mehr in Action zu sehen und er hat zwei kurze aber richtig knackige Fights spendiert bekommen, die in ihrer auf Realismus getrimmten Choreographie zwar nicht an seine Hochzeiten anknüpfen, aber schön knochenknackend daherkommen! Obendrein hat man dem Mark (und dem Rest des Teams) den klobigen Helm geklaut, so dass er diesmal mit coolen Kopftüchern herumhirschen darf und man als Zuschauer so endlich auch erkennt, wer da gerade wem einen Befehl zuschreit. Die deutliche Konzentration auf Dacascos’ Matt Daniels hat teils fatale Folgen für sein Team. Ist im ersten Teil kaum einer aus dem Team hopps gegangen, muss man hier schon zur Halbzeit fast alle Positionen mit neuem Kanonenfutter auffüllen und auch die kippen wenige Minuten später aus den Latschen. So lob ich mir das! Lustigerweise findet eine der Knallereien in dem selben Gebäude statt, wo “Jagd auf Eagle One” seinen Showdown abfeierte! Ok, es kann auch sein, dass alle Häuser auf den Philippinen gleich aussehen, schmunzeln muss man aber dennoch. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Vorläufer sind die ständig wechselnden Schauplätze. Focht man in “Jagd auf Eagle One” noch alle Fights weitgehend im Dschungel aus, führt die Prügel- und Ballertour von Marks Team diesmal von einem Fernsehsender zu einem Tower, hin zu dem erwähnten Haus und mündet in einen wirklich netten Straßen- und Häuserkampf in einem philippinischen Städtchen. Dies trägt viel zur Unterhaltung bei, da nun die Action nicht mehr nur nach dem Schema “Gegner taucht aus dem Wald auf, wird platt gemacht, nächster Gegner kommt” abläuft. Und wo wir gerade bei den positiven Punkten sind, muss man auch erwähnen, dass Jeff Faheys Charakter Colonel Halloran im Vergleich zu Rutger Hauers General Lewis einen komplett anders angelegten, emotionaleren und stürmischeren Vorgesetzten darstellt, und Fahey somit nicht nur eine dumme Kopie des “Originals” ist. Mitsamt der gelungenen Filmmusik kann man bei “Jagd auf Eagle One: Crash Point” bisher wahrlich nur von einem absolut gelungenen Unterfangen sprechen.

Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

Lässt sich saucool inszenieren: Mark Dacascos

Doch wo Licht ist, ist immer auch Schatten. So leider auch hier. So konnte man sich – warum auch immer – nicht von Theresa Randles Capt. Jennings trennen, den man in “Jagd auf Eagle One” noch retten musste. Vollkommen uninspiriert wird sie immer wieder in die Handlung eingebunden. So missachtet sie vollkommen ohne Grund Befehle, nur um an vorderster Front mitzukämpfen. Als Zuschauer erwartet man daraufhin die ganze Zeit eine Entschuldigung der Art: “An Bord eines Flugzeuges sind Verwandte von mir” oder dergleichen, nur Derartiges passiert nicht. So ist sie einfach nur störend, weil eben absolut entbehrlich für den Film. Obendrein ist ihrer Figur auch noch eine selten dämliche Helikopter vs. Mottorad Einlage geschuldet, die es wahrlich nicht gebraucht hätte. Auch geht bei “Crash Point” im Vergleich zu “Die Jagd auf Eagle One” der Einsatz von Stock Footage deutlich nach oben. Es sind zwar nur die üblichen Verdächtigen wie startende und landende Jets, dahingleitende Flugzeuge, Flugzeugträger oder Toweransichten, dennoch fallen sie aufgrund der Qualitätsunterschiede deutlich auf. Obendrein beschloss man einen Teil des Showdowns komplett mit derartigen Aufnahmen zu gestalten und die Dramatik durch Voice Overs in diesen Szenen zu vermitteln, das Ergebnis ist leider sehr mäßig …! Des weiteren muss man auch einen ziemlich mies getricksten Flugzeugabsturz ertragen, der einige schlechte FlugzeugCGIs mit Handmade Explosionen mischt. Klar, es war kein Geld da, nur warum lässt man dann derartige Szenen nicht außen vor? Und vor allem: Wenn man, um ein rollendes Flugzeug zu verdeutlichen, nur ein Fahrwerk filmt, sollte man dafür sorgen, dass die Zuschauer NICHT in der Lage sind zu sehen, dass da wirklich nur EIN Fahrwerk rollt und der Rest vom Flugzeug gar nicht existiert! Bei der Szene dachte ich echt, ich gucke nicht richtig!

Ich denke, es wird klar, worauf ich hinauswill: Alle aufgezählten Fortschritte zum Vorgänger werden durch einige dumme Fehler wieder komplett platt gemacht und so bleibt “Die Jagd auf Eagle One: Crash Point” ein Streifen, der in der Summe seiner Teile keinen Deut besser oder schlechter ist als sein Vorgängerfilm. Und da dieser gelungene Actionunterhaltung mit kleinen Schönheitsfehlern bot, dürfte nach meinen Ausführungen nun jedem bewusst sein, was “Crash Point” bietet …

Die deutsche DVD von Sony Pictures ist mit einer FSK 18 Freigabe (die ein wenig hochgegriffen wirkt) uncut und kommt in ganz ordentlicher Bild- und Tonqualität daher und ist wie der Vorgänger mit keinerlei Extras aufgewertet wurden …

In diesem Sinne:
freeman

Vorgängerfilm/Fortsetzung:
Die Jagd auf Eagle One

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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