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Diese Zwei sind nicht zu fassen

Originaltitel: Running Scared__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1986__Regie: Peter Hyams__Darsteller: Billy Crystal, Gregory Hines, Jimmy Smits, Steven Bauer, Darlanne Fluegel, Joe Pantoliano, Dan Hedaya, Jon Gries, Tracy Reed, John DiSanti, Larry Hankin, Don Calfa u.a.
Diese Zwei sind nicht zu fassen

In Peter Hyams’ „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ geben Billy Crystal und Gregory Hines das Buddy-Copduo

Schon vor Paul Walker im Jahre 2006 wurde zumindest laut Originaltitel verängstigt gerannt: In „Diese Zwei sind nicht zu fassen“, im Englischen „Running Scared“ betitelt.

Danny Costanzo (Billy Crystal) und Ray Hughes (Gregory Hines) sind Chicagoer Cops und Partner, ein typisches Buddyduo. Im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres kennen und verstehen sich die beiden schon zu Beginn des Films, Reibereien gibt es gelegentlich trotzdem. Den Genregesetzen folgend sind die beiden höchst erfolgreich, auch wenn ihre Methoden nicht gut ankommen. Da werden Verdächtige schon mal rabiat eingeschüchtert und Vorschriften umgangen, aber im Geiste von „Dirty Harry“ führt der Dienstweg nicht immer zum Ziel, die Verbrecher sind zu gerissen und verstecken sich oft hinter der Bürokratie.

So zum Beispiel auch der angehende Drogenbaron Julio Gonzales (Jimmy Smits), den die beiden kurzfristig dingfest machen können. Er kommt wieder frei, doch die beiden wollen ihn endgültig stellen – zumal sie eh in Frührente wollen…

Diese Zwei sind nicht zu fassen

Danny Costanzo (Billy Crystal) und Ray Hughes (Gregory Hines) nehmen auch im Taxi die Verfolgung von Schurken auf

„Diese Zwei sind nicht zu fassen“ ist eine höchst sympathische Angelegenheit für den Genrefan, wenngleich einige vermeidbare Schwächen das Gesamtbild prägen. Dabei wäre der Simpelplot an sich zu verzeihen, wenngleich „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ hier kaum Überraschungen bietet. Dealer vs. Cops, die einen sammeln Hinweise, der andere hetzt den einen immer wieder seine Schergen auf den Hals, am Ende sind alle Bösen tot oder verhaftet, doch Regisseur Peter Hyams („Enemies Closer“) spult den Part des Polizeifilms halbwegs zackig und atmosphärisch dicht herunter. Da darf der Anschiss vom Chef nicht fehlen, Rückschläge bei den Ermittlungen und das Herumstöbern in schäbigen Wohnungen.

Problematisch ist nur, dass sich „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ immer wieder selbst ausbremst und zu oft vom eigentlichen Geschehen abschweift. Die Frauengeschichten der Protagonisten stören dabei nicht, Danny zankt sich mit der Ex-Frau, die er immer noch liebt, Ray hat eine sprunghafte Affäre. Vollkommen unnötig jedoch der Handlungsstrang um Dannys Erbschaft und die mögliche Frühpension, was zu einem kreuzlangweiligen Abstecher nach Miami zum Ende des ersten Drittels führt. Diese und andere Schnitzer (z.B. die eine oder andere Barszene zu viel) rauben „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ leider häufig den Drive.

Das ist schade, vor allem weil der lockere Ton des Films immer wieder für gute Laune sorgt. Die beiden Cops zoffen sich gelegentlich, verarschen die Rookies, die sie anlernen sollen, und reißen andauernd dreiste Aktionen. So lassen sie den Freund von Rays Liebschaft als Verdächtigen einbuchten oder starten eine Verfolgungsjagd, bei der sie noch einen Priester und eine Nonne auf dem Rücksitz haben. Ein echter Brüller ist die „Neighbourhood Watch“-Szene am Anfang des Films, die restlichen Gags sind auch stets gut getimt, wenngleich sie das Niveau eines „Bad Boys – Harte Jungs“ nicht ganz erreichen.

Diese Zwei sind nicht zu fassen

Mit gezogener Waffe geht es gen Showdown

Ganz nett, aber etwas dünn gesät ist die Action. Ein paar Schießereien an Standardlocations wie einer Dealerwohnung oder auf einem Schiff machen den Löwenanteil aus, nur die Autojagd und der Showdown ragen heraus. Erstere ist wirklich spektakulär, setzt sich teilweise sogar auf Bahngleisen fort und läutet effektreich das letzte Drittel ein. Als Showdown kredenzt „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ ein nettes Shoot-Out, das zwar etwas ausufernder sein könnte, aber mit ordentlicher Inszenierung (wie eigentlich alle Actionszenen des Films) zu punkten weiß. Zum Highlight fehlen hier allerdings noch wirklich herausragende Momente.

Dafür ist das Hauptdarstellerduo nicht nur sehr talentiert, sondern harmoniert auch miteinander. Obwohl sich die dargestellten Typen nicht zu sehr voneinander unterscheiden, können sowohl Billy Crystal („Ein Vater zuviel“) als auch Gregory Hines („Saigon“) ihnen genug Profil verleihen. Jimmy Smits („Kalifornia Nightmare“) muss mit seiner etwas austauschbaren Fieslingsrolle kämpfen, macht aber das Beste draus. In einer frühen Rolle überzeugt Joe Pantoliano („Die Goonies“) als Scherge des Fieslings, in weiteren Rollen sind Steven Bauer („Charlie Valentine“), Dan Hedaya („Phantom Kommando“) und Darlanne Fluegel („Bulletproof“) zu sehen.

Unterm Strich bleibt eine locker-flockige Actionkomödie mit guten Gags und netten Schauwerten, doch zum herausragenden Werk fehlt es etwas an Drive und an wirklich herausragenden Actionszenen.

In Deutschland ist der Film bei MGM/20th Century Fox auf DVD erschienen. Früher ab 16 Jahren freigegeben, inzwischen nach einer Neuprüfung ungekürzt ab 12. Die DVD enthält als Bonusmaterial lediglich den Trailer zum Film.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: MGM/20th Century Fox__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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