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Dragon Eyes

Originaltitel: Dragon Eyes__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: John Hyams__Darsteller: Cung Lee, Peter Weller, Jean Claude Van Damme u.a.
Dragon Eyes

Jean Claude van Damme und Peter Weller in der Joel Silver Produktion “Dragon Eyes”.

Als die ersten Gerüchte aufkamen, dass Produzent Joel Silver einen neuen Film mit Jean-Claude Van Damme produzieren wollte, gab es einige Stimmen, die von einem Kino-Comeback des Belgiers redeten. Dazu kamen dann auch noch MMA-Star Cung Le (“Pandorum”) und Kult-Schauspieler Peter Weller (“Robocop“) dazu. Auf dem Regiestuhl nahm John Hyams Platz, der in seinem Erstlingswerk “Universal Soldier: Regeneration” überraschend furiose Action in einem Film mit bescheidenen Budget ablieferte und so viele Leute positiv beeindruckte. Die Gerüchte waren also nicht so weit hergeholt.

Doch die Realität sieht anders aus. “Dragon Eyes” ist nichts weiter als ein typischer DTV-Film geworden, das Budget lag bei gerade mal drei Millionen Dollar und liegt damit sogar noch mal deutlich unter dem Produktionsniveau der letzten Van Damme-Streifen. Das ist aber auch nicht verwunderlich, schließlich hat er ja selbst nur eine kleine Gastrolle. Doch dazu später mehr.

Worum geht es? Im Prinzip ist die Story eine weitere Variation des typischen “Red Harvest” / “Yojimbo” / “Für eine Handvoll Dollar”-Konstrukts. Der Held (Cung Le) kommt in eine üble Nachbarschaft, hier ein typisches (soweit das Klischee betroffen ist) US-Ghetto und legt sich mit den lokalen Gangs an. Sein Gegenspieler ist der mysteriöse Mr V (Peter Weller), der im Gegenzug versucht, die kriminelle Unterwelt unter seiner Führung zu vereinen. Im Grunde genommen auch nichts besonderes, worüber man viele Worte verlieren muss. Zwischen der eigentlichen Handlung gibt es dann immer wieder Rückblenden in die Zeit, als der Held im Gefängnis saß. Dort lernte er seinen zukünftigen Mentor (Van Damme) kennen, der ihm dann die Geheimnisse der Kampfkunst offenbarte.

Optisch kann man von diesem Film nichts erwarten. Niedriges Budget, knappe Drehzeit. Die Kulissen sind alle recht billig und alles andere als spektakulär. Stilistisch hat man zudem versucht, sich einem gewissen “Exit Wounds” / “Romeo Must Die”-Feeling anzunähern, Hip Hop trifft auf Martial Arts. Die Schauspieler sind zum größten Teils blass, über die Nebendarsteller muss man kein Worte verlieren, absolut austauschbar und ja, schlecht. Cung Le sagt nicht viel und eine Bildschirmpräsenz kann er kaum aufbauen. Er wirkt langweilig und daher fiebert man auch kaum mit. Van Damme sieht richtig alt aus, aber trotz seines kurzen Auftritts kickt er fast mehr, als in seinen letzten Filmen zusammen. Man hat ihn einigermaßen passend in den Film integriert. Dagegen muss man Peter Weller herausheben. Er spielt wirklich erstaunlich motiviert und gibt seinem “Bad Guy”-Charakter einen gewissen Hauch eines Tarantino-Bösewichts. Herrlich böse, aber auch ein bisschen selbstironisch. In gewisser Weise der einzige Schauwert dieses Machwerks.

Sonst noch was? Ach ja, die Action! In seinem “Universal Soldier”-Streifen ließ Regisseur John Hyams ja noch ein Feuerwerk über uns hereinbrechen, aber ehrlich gesagt hatte er dort auch mehr Ressourcen, Zeit und talentierte Hilfsarbeiter. Hier gibt es hauptsächlich Martial Arts Prügeleien zu bewundern. Sagen wir mal so: Die Kampfszenen sind zum größten Teil nicht schlecht, aber man hat auch schon deutlich bessere gesehen. Eingefangen wird das mit einer Mischung aus moderner, sich bewegender Kameraarbeit und schnellen Schnitten, daneben werden aber auch sehr häufig Zeitlupen eingestreut, die ein bisschen an Filme der 80er-Jahre erinnern. Auch stehen die Bösewichter häufig auch einfach nur rum und warten, bis sie verprügelt werden, wie man das ja aus so manchem alten Kracher kennt.

Insgesamt ein wahrlich durchschnittlicher Film, von dem ich doch mehr erwartet hatte. Einige Kameraeinstellungen sind wirklich gelungen und lassen Hyams Talent erahnen, aber insgesamt ist der Film auch einfach zu schmalbrüstig ausgestattet, was man ihm aber nicht ankreiden kann. Nebenbei erwähnt, ein “Dragon Eyes 2” ist bereits geplant – warum auch immer. Derzeit ist der Film auf Blu-Ray und DVD in UK erhältlich, eine deutsche Fassung existiert noch nicht.

© Kruger


……


Als ich zum ersten Mal von dem neuen Joint Venture zwischen Jean-Claude van Damme und der Actionproduzenten-Legende Joel Silver hörte, erweiterten sich meine Pupillen und die Erwartungshaltung an den kommenden Streifen, genannt “Dragon Eyes”, schoss ins unermessliche. Joel Silver verschaffte vor über zehn Jahren bereits Steven Seagal ein beachtliches Kino-Comeback. Auch dem kickenden Belgier?

Inhalt:
Der Asiate Hong (Cung Le) bezieht sein neues Appartement in einer von Banden regierten Nachbarschaft und gibt besagten Bad Guys eins auf die Mütze. Doch da gibts noch Mr. V (Ex-Robocop Peter Weller), der die Kraft der beiden konkurrierenden Banden nutzen und vereinen will.

Als erstes, “Dragon Eyes” ist kein typischer van Damme-Streifen. Der Gute hat hier wirklich nur eine Nebenrolle und spielt in Rückblenden und in Plusquamperfekt-Szenen (Rückblenden in Rückblenden) den symbolischen Mister Miyagi, der Hong im Knast das Fighten beibrachte. Van Damme sieht man seine 51 Lenze mitterweile gut an, jedoch bin ich ziemlich sicher, dass der Belgier künstlich etwas älter gemacht wurde. Übrigens spielt JCVD seinen Part ganz solide, obwohl es da eigentlich gar nicht viel zu spielen gibt. Die Hauptrolle gehört jedoch Cung Le, welchen ich bisher nie wahrgenommen habe. Der 40jährige macht das, was auch ein Seagal am besten kann. Er versucht gar nicht erst eine Rolle zu spielen, sondern kickt und prügelt sich so dialoglos wie möglich durch den Film und hinterlässt dabei keinen schlechten Eindruck. Jedoch vermisse ich hier eine etwas charismatischere Ausstrahlung, Le wirkt einfach zu langweilig. Highlight des Films ist klar Peter Weller, der hier eine Performance hinklatscht, welche man in kleinen DTV-Filmen doch eher selten findet. Großes Kino in einem eher kleinen Film. Und natürlich, wie könnte es anders sein, Van Damme-Sohn Kristopher Van Varenberg ist ebenfalls in einer Nebenrolle zu finden. Nicht, dass der kleine Van Damme ganz unbegabt wäre, aber auch hier, der Sohn steht mehr als nur ein wenig im Schatten seines Vaters und es scheint mir, als zwinge Papa Jean-Claude seit einigen Jahren die Produzenten dazu, ihn selbst im Doppelpack mit seinem Sohn zu verpflichten zu müssen. Dies ist hintereinander die vierte JCVD-Produktion mit Sohnemann im Gepäck. Übrigens, auch der Rest des ansonsten unbekannten Casts spielt ganz okay. Und vorallem darf gesagt werden, dass für “Dragon Eyes” richtige Typen gecastet wurden. Das heisst, es wurden Charakterköpfe an Bord geholt, welche alle ihren Zweck erfüllen und nicht nur, wie bei unzähligen weiteren günstigen Produktionen, irgendwelche austauschbaren Bimbos spielten.

“Dragon Eyes” ist ein Actionfilm von Joel Silver – und wo Silver draufsteht, gibt es in der Regel viel stylisches Getöse. Auch bei einem Budget von nur 3 Millionen Dollar? Regisseur John Hyams tat wirklich sein bestes und holte fast das Maximum aus den wenigen Mitteln heraus. Der Film ist aufteilbar in Drittel. Das erste Drittel macht Laune und versprach ein kleines Actionfest, das Mitteldrittel jedoch war ein wenig zähflüssig und ich realisierte, dass dieser Film eben doch den üblichen Gesetzen des B-Actionmovies folgt. Glücklicherweise war der Schlussakt dann doch noch ganz angenehm und Hyams lies Cung Le so ziemlich alles niedermähen. Die Actionsequenzen selbst kann ich getrost als äusserst geerdet bezeichnen. Dies im positiven Sinne. Die Schläge sitzen, das Blut spritzt und die Knochen brechen. Und die Fights sind zudem ohne moderne Wackelkamera gefilmt worden. Beinahe old school. Well done. Vermelden muss ich noch, dass Hyams den Film mit einem leichten Sepia-Filter aufnehmen lies. Diesen Eindruck machte das Bild zumindest auf mich. Jedoch ist dieser Effekt nicht so extrem und störend wie im letzten Van Damme-Streifen “Assassination Games“.

Fazit: “Dragon Eyes” ist ein kleiner Actionfilm, den man nicht zwingend gesehen haben muss. Aber wer ein Faible für kleine B-Kracher hat, darf getrost einen Blick riskieren. Ich habe meine Lebenszeit schon an wesentlich schlechtere Werke verschwendet.

In England ist der Film von dem Label G2 Pictures erschienen. In Deutschland erschien der Film am 30.11.2012 bei dem Label Universal mit einer FSK 18 Freigabe uncut.

© DomPatHug

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Copyright aller Filmbilder/Label: G2 Pictures__FSK Freigabe der deutschen Ausgabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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