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Fighting Warriors – Dead End City

Originaltitel: Dead End City__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1988__Regie: Peter Yuval__Darsteller: Dennis Cole, Gregory Scott Cummins, Christine Lunde, Robert Z’Dar, Durrell Nelson, Ally Downs, Rob Wuesthoff, Johnny Venokur, Chet Hood, Eric Waterhouse, Langdon Bensing u.a.
Fighting Warriors bietet finster brutale B-Action

“Fighting Warriors” bietet finster brutale B-Action

Zuletzt hatte ich mir „American Samurai – Time Burst: The Final Alliance“ gegönnt und war vielleicht nicht begeistert, aber durchaus angetan. Als ich erfuhr, dass mit „Fighting Warriors“ ein weiterer Streifen des Regisseurs Peter Yuval in unseren Breiten leicht zugänglich war, schlug ich zu. Und das Ergebnis fällt ähnlich wie bei „American Samurai“ aus: Keine große Genrekost, aber unterhaltsame B-Action.

Irgendwann in einer nicht näher bezifferten Zukunft verbreiten die Ratts, eine brutale Rockergang, Angst und Schrecken. Ihr Ziel: Die Menschen aus ihren Häusern verbreiten und diese Immobilien übernehmen. Jack Murphy, Besitzer einer Fabrik, denkt aber gar nicht daran, sich vertreiben zu lassen. Als die Rocker anrücken, beschließen er und sein Buddy Brett, sich schwer bewaffnet den Halunken entgegenzustellen.

Und wirklich: Welle um Welle können Jack und seine immer größer werdende Anhängerschaft die Rocker zurückschlagen. Doch die denken gar nicht daran, aufzugeben und es offenbart sich, dass sie im Namen sehr mächtiger Männer agieren.

Schaut in den Film hinein

Düstere und blutige Belagerungsaction

Im Grunde seines Herzens ist „Fighting Warrior“ ein Belagerungsfilm auf den Spuren von „Assault on Precinct 13“. Eine gewaltige Fabrikanlage ersetzt das Polizeirevier und fiese Rocker die gesichtslosen Angreifer in John Carpenters Klassiker. Die Hauptunterschiede finden sich in den Motivationen der Figuren. Jack Murphy will die familiäre Fabrik und damit seine Exitenzgrundlage sowie die seiner Angestellten verteidigen. Und Freunde und Bekannte unterstützen ihn, um den Rockern zu zeigen, dass sie nicht alles mit sich machen lasen.

Die Motivation der Rocker hingegen scheint zunächst nur aus der Verbreitung von Terror und Schrecken zu bestehen. Doch im weiteren Verlauf der nicht unclever erzählten Geschichte legen die Motive der Rocker deutlich an Komplexität zu. Dementsprechend fällt es nicht schwer, in „Fighting Warriors“ eine Warnung vor Gentrifizierung zu erkennen.

Doch keine Sorge, der Sendungswille des Streifens ist eher gering. Die Story soll das Geballer zusammenhalten und nicht ganz egal sein. Und genau das funktioniert ganz ordentlich. Etwas seltsam muten manche Figuren an. Wieso Yuval beziehungsweise das Drehbuch unbedingt einen Blinden auf Seiten der Guten wollten, erschließt sich nie. Eine mittig in den Film geworfene, renitente, enorm unsympathische Reporterin mit alles überlebender Föhnfrisur macht genauso wenig Sinn. Zudem beginnen einige der zu Jack Murphy stoßenden Mitstreiter reichlich schnell zu nerven.

Wo der Film abliefert, ist die Action. Die ist roh und grobschlächtig und besteht überwiegend aus Geballer. Dieses gerät ziemlich drastisch, deuten die durchgehend blutig aufplatzenden Bloodpacks doch an, dass in die Opfer gewaltige Löcher gerissen werden. „Fighting Warrios“ ist kein Kind von Traurigkeit und kennt weder für Gut noch Böse Pardon. Entsprechend konsequent dürfen beide Seiten auch abräumen.

Große choreographische Glanzpunkte werden dabei aber nicht gesetzt. Das meiste Geballer ist plumpes Schnitt-Gegenschnitt-Gemetzel. Auch kleinere Keilereien wirken nicht, als hätte sich da im Vorfeld jemand groß einen Kopf drüber gemacht. Schade ist auch, dass das atmosphärisch stimmige, düstere Setting der runtergerockten Fabrik, bei der man sich schon sehr schwer tut, zu glauben, dass hier noch irgendwas produziert wird, nicht richtig zerstört wird. Allgemein dürfen im ganzen Film leider nur ein Auto und ein Menschlein in Flammen aufgehen.

In optischer Hinsicht dominieren finstere Szenarios den Film, was gut zum grundsätzlich angeschlagenen, düsteren Ton des Filmes passt. Das Setting fetzt, die Ausstattung ist zweckmäßig und die Rocker sehen in ihren Kluften durchaus witzig aus. Die Filmmusik gibt sich vor allem zu Beginn angenehm düster elektronisch, verliert im weiteren Verlauf aber an Impact.

Als Jack Murphy macht Gregory Scott Cummins („Action USA“) einen absolut grundsoliden Job. Zwar ist es erstaunlich, wie waffentechnisch versiert sein Fabrikchef agiert, dennoch wird er nie zum alles könnenden Superhelden umgedichtet und bleibt angenehm normal. Als sprichwörtlich großer Antipode läuft Robert Z’Dar („Enter the Blood Ring“) auf, der in einigen Szenen angenehm fies sein darf, aber weitgehend verschenkt wirkt. Christine Lunde („Open Fire“) leistet einigermaßen sexy rüberkommende Love-Interest-Dienste.

„Fighting Warriors“ könnte B-Actionfans gut runtergehen

Der reichlich dummbrotig und klischeeverseucht startende B-Actioner hält im weiteren Verlauf ein paar durchaus clevere Storyentwicklungen bereit, die man „Fighting Warriors“ so nicht zwingend zugetraut hätte. Das macht den Film nicht spannender oder intelligenter, aber es hält die zahlreich aufkommende Action gut zusammen und sorgt für einen netten roten Faden.

In der Action ist für einen hohen Bodycount gesorgt und die Bloodpacks dürfen prächtig vor sich hin platzen. Leider fehlt es der Action an aufwändigen Momenten und Szenen, die irgendwie in Erinnerung bleiben würden. Selbst das Abräumen der finalen Obermotze mag nicht wirklich aus dem Wust an bis dato präsentiertem Geballer herausragen. Was am Ende bleibt, ist ein nicht ununterhaltsames Spiel aus Licht und Schatten, dem B-Actionfans aber durchaus mal eine Chance geben sollten.

5 von 10

Die deutsche DVD zum Film kommt von Spirit Media und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Spirit Media__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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