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Fingerprints

Originaltitel: Fingerprints__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Harry Basil__Darsteller: Leah Pipes, Kristin Cavallari, Josh Henderson, Andrew Lawrence, Lou Diamond Phillips, Sally Kirkland, Geoffrey Lewis, Justine Basil, Morgan Brown u.a.
Dark Phenomena

Lou Diamond Phillips gibt den Vertrauenslehrer in “Fingerprints” aka “Dark Phenomena”

Melanie wäre vor einigen Jahren wie ihr damaliger Freund beinahe an einer Überdosis Heroin verendet. Ihren Entzug hat sie inzwischen erfolgreich hinter sich gebracht und darf nun endlich wieder zu ihrer Familie. Diese ist derweil in eine texanische Kleinstadt namens Emerald umgezogen. Ein piefiges kleines Städtchen, das nur eine interessante Geschichte zu erzählen hat: 1957 kam es hier nämlich zu einem grausamen Unfall, bei dem ein Zug einen Schulbus voller Kinder rammte und alle Insassen starben. Seitdem sollen die Geister der Kinder Fahrzeuge, die in der Nähe der Gleise abgestellt werden, auf die sichere Seite des Bahndammes schieben…

Freilich glaubt Melanie ihrer Schwester kein Wort, als diese ihr die Geschichte erzählt, und bringt lieber all ihre Energie auf, um sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben. Doch nach einer Party fahren ein paar neue Freunde mit Melanie an den Bahndamm und machen die Probe aufs Exempel. Zwar passiert mit dem Auto nichts, doch Melanie sieht ein kleines Mädchen auf den Gleisen und kann sich fortan von dem Bahndamm nicht mehr so richtig trennen. Sie spürt, dass etwas nicht stimmt und dass ihr das kleine Mädchen etwas zu sagen versuchte. Doch bis auf Melanie sieht niemand dieses Kind. Und Melanie sollte mit ihren Nachforschungen schnell zu Potte kommen, denn plötzlich beginnt ein finsterer Killer sein Unwesen zu treiben…

„Fingerprints“ aka „Dark Phenomena“ wirkt zu Beginn einfach nur hilflos. Mit ungelenkem Gestus macht er die Klischee-Kiste des Horrorfilms auf und schickt den Zuschauer durch die Langeweilehölle. Schwach gezeichnete Figuren, welche von teils miesen Darstellern gespielt werden, sagen solchen unfassbaren, obendrein mies synchronisierten Schwachsinn auf, dass es einen als Zuschauer einfach nur vor den folgenden Minuten graust. Zudem bekommt man schnell den Eindruck, dass der Film mit seiner eigenen Geschichte um die Geisterkinder einfach nichts anzufangen vermag. Als dann plötzlich auch noch der Killer auftaucht und den Film unvermutet in Richtung Slasher schiebt, wirkt das, als habe „Fingerprints“ sich selbst aufgegeben…

Doch nach über einer Stunde Laufzeit bekommt diese Wirrnis plötzlich Sinn eingehaucht! Auf einmal passen der vermummte Killer und die Geisterkinder tatsächlich zusammen und ist man fast geneigt, zuzugeben, dass das bisher Gesehene durch sein abschließendes Drittel wirklich aufgewertet wird. Doch obwohl der Film nun weitaus runder läuft, schafft er es nicht, seine Vorhersehbarkeit und seine Klischeehaftigkeit abzuschütteln. Am Ende ist er nur noch ein gewöhnlicher Slasher mit einem overactenden Killer und einem Motiv für dessen Taten, das einem die Haare zu Berge stehen lässt und nicht in der Lage ist, diverse aufgerissene Logiklöcher wieder zu schließen.

Der Killer agiert im Übrigen in einem historischen Schaffner-Kostüm und bringt einige unvermutete Härten ins Spiel. Er durchbohrt seine Opfer mit Eisenstangen, näht ihnen den Mund zu oder traktiert sie durchaus sehr blutig mit einem Rasiermesser. Leider platzen seine Auftritte immer vollkommen unvermutet in den Film und sind schneller vorbei, als sie angefangen haben, weshalb auch nie Spannung oder eine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut werden kann. Auch aus den Geisterkindern kann „Fingerprints“ nicht viel machen. Es gibt ein oder zwei creepy Momente, doch auch diese reichen nicht aus, um dem Film ein paar echte Spannungsspitzen zu verschaffen. Die Darstellerriege wirkt vor allem im Bereich der Teeniedarsteller arg tumb, zeigt aber zumindest auch mal ein Paar Hupen. Dafür ist die Heldin trotz ihrer angeblichen Drogenvergangenheit unfassbar brav und langweilig gezeichnet und zeigt natürlich nicht ihre Hupen. Der absolute Abschuss allerdings sind die Darsteller der Eltern von Melanie und dabei vor allem die Mutter. So unfassbar schlechtes Schauspiel habe ich selten gesehen. Allerdings ist die ganze Anlage der Figur eine einzige Katastrophe, weshalb die Schuld wohl eher beim Drehbuchschreiber gesucht werden muss.

Mit Sally Kirkland („Karate Tiger IV“) und Geoffrey Lewis („Geballte Ladung“) haben sich sogar ein paar abgehalfterte „Altstars“ in den Film verirrt und als Vertrauenslehrer von Melanie darf auch Lou Diamond Phillips („Extreme Justice“) mal vorbeischauen und einige recht bedeutungslose, aber immerhin solide abgespulte Auftritte hinlegen.

Am Ende bleibt ein Horrorfilm ohne echten Horror. Vor allem die ersten knapp 70 Minuten erweisen sich als echte Qual für den Zuschauer, so dass wohl so mancher kaum mitbekommen wird, dass der Film am Ende durchaus noch die Kurve bekommt und etwas souveräner endet als er begonnen hat. Die Dialoge jedoch bleiben durchweg mies, die Inszenierung bieder, die Musik endöde, die Darsteller schwach und Spannung verirrt sich ohnehin niemals in den Film. Im Endeffekt dürfte der Film also vor allem Lou-Diamond-Phillips-Fans ansprechen, der seine Sache durchaus gut macht. Der Rest könnte sich den Film ja mittels Schnellvorlauf bis zum finalen Abschnitt „schönspulen“.

3 von 10

Die deutsche DVD erschien unter dem Originaltitel „Fingerprints“ von epix. Als „Dark Phenomena“ wurde der Film kurz darauf von Pasadena Pictures/Infopictures neu aufgelegt. Der Film ist jeweils mit einer FSK 16 Freigabe versehen und in dieser Form ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Pasadena Pictures/Infopictures__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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