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Fractured

Originaltitel: Fractured__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Adam Gierasch__Darsteller: Callum Blue, Vinnie Jones, Ashlynn Yennie, Nicole LaLiberte, Jon Eyez, Eric F. Adams, Steve DeMartino, Lily Virginia Filson, Brent Henry, Jeanine Hill u.a.
Fractured

Vinnie Jones gibt überzeugend den finsteren Bad Ass in “Fractured”.

Erst vor kurzem ist Dylan aus einem Koma erwacht und hat keine Ahnung, wer er eigentlich ist. Er ist gezwungen, sich ein vollkommen neues Leben aufzubauen, immer in der Hoffnung, dass die Amnesie irgendwann von ihm abfällt. Just als in seinem neuen Leben alles genial läuft, er einen ihn erfüllenden Job gefunden und eine scharfe Freundin aufgerissen hat, wird er von äußerst lebendigen und vor allem blutigen Träumen geplagt. Und es wird noch seltsamer. Denn vermehrt wacht er nach diesen Episoden an Orten auf, die nichts mit den Örtlichkeiten zu tun haben, wo ihn die Träume übermannten…

Eines Tages erspäht er in einem Zeitungsbericht über einen Mord in New Orleans ein Schild, das ihm äußerst vertraut vorkommt. Er spürt, dass diese Entdeckung etwas mit seinem früheren Leben zu tun haben muss. Kurzentschlossen reist er nach New Orleans und gerät hier immer und immer wieder mit Leuten aneinander, die ihn allesamt zu kennen scheinen.

Zudem fällt immer wieder ein Name, mit dem Dylan früher zusammengearbeitet haben soll: Quincy. Ein ruchloser Gangster, verstrickt in die schlimmsten Verbrechen überhaupt. Was hat Dylan mit diesem Typ zu schaffen gehabt?

„Fractured“ ist mal ein richtiger Nachtmahr. Die wenigen Tageslichtszenen kann man allesamt an einer Hand abzählen. Ansonsten dominieren düstere Bilder und eine ebensolche Atmosphäre. Was vor allem zu Beginn der Spannungskurve des Streifens sehr entgegenkommt. Denn Regisseur Adam Gierasch („Autopsy“) kommt extrem schnell auf den Punkt und stürzt seine Hauptfigur Dylan flott in ihre ersten Albträume.

Diese Albtraumszenarien funktionieren verdammt gut und haben einen angenehm verstörenden Grundton. Hierbei suhlt sich „Fractured“ förmlich in Nacktheit, Gore und übergroßen Blutmengen – der Film hat in diesen Szenen sogar fast etwas Orgiastisches/Zelebrierendes. Zudem leitet Gierasch sie zumeist mit perfekt platzierten Jump Scares ein, die einen auf dem heimischen Sofa ordentlich herumreißen. Gemeinsam mit der Hauptfigur ist der Zuschauer schnell angefixt und will mehr wissen.

Doch mit der Ankunft in New Orleans weicht dieses Interesse. Spätestens wenn man erfährt, in welchen Geschäften Quincy drin hängt, machen die Träume Dylans viel zu viel Sinn und man kann sich die Hintergründe zu einfach zusammenreimen. Zudem lanciert Gierasch auch keine Schockmomente mehr, fährt die Jump Scares zurück und macht mehr auf Film-Noir-Detektivgeschichte denn auf Horror. Da man Dylan in diesen Momenten aber immer weit voraus ist, geht die Spannung hier deutlich nach unten. Zudem wirkt „Fractured“ auf einmal ziemlich geschwätzig.

Zwar bemüht Gierasch noch eine fantastisch angehauchte Komponente, um das Storykonstrukt nicht zu simpel aufzulösen, doch auch diese Einlagen bleiben eher Randnotiz und helfen der Spannung kaum auf die Sprünge. Die zieht erst im netten Showdown noch einmal an, wenn der Blutzoll ordentlich nach oben geht und Vergangenheit und Gegenwart miteinander kollidieren.

Getragen wird „Fractured“ von der tadellosen Leistung von Callum Blue („Colombiana“), der den verschiedensten Gemütszuständen seiner Figur überzeugend Leben einhaucht, sowohl als arroganter Schnösel als auch als verunsicherter kleiner Wicht überzeugt und äußerst freizügig durch die Szenen springt. Spätestens wenn seine Figur von einer Hure anal befriedigt wird, hat man das Gefühl, sich nach dem Film erst einmal gründlich waschen zu müssen. Flankiert wird Blue von Ashlynn Yennie („The Scribbler“), die fast all ihre Auftritte nackt bestreitet, und Nicole LaLiberte („Girls against Boys“), mit der der Film aber nicht viel anzufangen können scheint.

Als Quincy darf Vinnie Jones („What the Fuck heißt Redirected“) mal wieder das große Arschloch geben, überzeugt aber mit stoischem, angenehm zurückhaltendem Spiel und wirkt in einigen Momenten extrem bedrohlich. In einer Szene darf er gar eine junge Dame skalpieren, was äußerst barbarisch rüberkommt und vom Regisseur auch voll ausgekostet wird.

Allgemein ist „Fractured“ kein Kind von Traurigkeit. Die Traumepisoden Dylans haben schon ordentlich Pfeffer im Arsch, doch auch sonst setzt der Film immer mal wieder kleine Gewaltspitzen, die zum einen ordentlich umgesetzt worden und zum anderen ziemlich rüde daherkommen. Das passt freilich insgesamt sehr gut zu diesem finsteren, ansprechend in Szene gesetzten, kleinen Film-Noir-Horror-Film, der in seinem ersten Drittel seine größten Stärken hat und dann leider peu a peu abbaut. Die stark agierenden Antipoden Vinnie Jones und Callum Blue trifft hieran allerdings keine Schuld.

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bisher nichts bekannt. Als Code 2 DVD findet man den Film auf der Insel von dem Label Warwick Films. Mit einer Freigabe ab 18 wirkt diese ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label der britischen VÖ: Warwick Films__Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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