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God of War

Originaltitel: Dang Kou Feng Yun__Herstellungsland: China, Hongkong__Erscheinungsjahr: 2017__Regie: Gordon Chan__Darsteller: Vincent Zhao, Sammo Hung, Wan Qian, Wang Ban, Wu Yue, Yasuaki Kurata, Jiang Luxia, Timmy Hung, Keisuke Koide u.a.
God of War DVD Cover

In “God of War” rasseln die Chinesen mit japanischen Piraten aneinander.

Direkt vorweg: Bei „God of War“ handelt es sich trotz des Titels nicht um eine Verfilmung des Playstation-Superhits rund um Kratos und dessen blutige Rachefeldzüge. Stattdessen haben wir es mit einem chinesischen Actionfilm mit einer Story aus der Zeit der Ming-Dynastie zu tun, in dem es vor allem die Action-Choreographen so richtig krachen lassen!

Erzählt wird eine Geschichte um japanische Piraten, die zu ebenjener Zeit in großer Zahl in China einfallen und das Land in Tod und Chaos stürzen. Die chinesischen Soldaten werden der Bedrohung nicht Herr, auch weil es sich bei den vermeintlich planlos wütenden Piraten nicht nur um plünderndes Lumpenpack handelt. Vielmehr sind deren Anführer strategische Genies der japanischen Armee, deren Ziel es ist, mit diesen ersten Vorstößen eine vollständige Eroberung Chinas durch die Japaner in die Wege zu leiten.

Dem umsichtig agierenden chinesischen General Qi Jiguang gelingen als erstem große Erfolge gegen die Piraten, weshalb er auch abgestellt wird, die Bedrohung vollends abzuwenden. Dazu baut er eine neue Armee auf, für die er neuartige Waffen und ebensolche Strategien entwickelt. Doch der schlau agierende Feind verstärkt seine Linie mit immer neuen Truppen und stellt Qi Jiguang vor immer neue Herausforderungen.

Schaut in den derben “God of War” mit Sammo Hung hinein

„God of War“ beginnt mit einer heftigen Actionszene, in der die von Sammo Hungs General geführten chinesischen Truppen gegen die Piraten anrennen und von denen dank taktischer Vorteile unangespitzt in den Boden gerammt werden. Es setzt blutige Durchschüsse, Köpfe werden abgeschlagen, Kugeln pfeifen den Chinesen um die Köpfe, ständig explodiert etwas und die chinesischen Soldaten ersaufen förmlich in ihrem eigenen Blut. Die chaotische Szene mit teils wütendem Hack & Slay und entsprechendem Blutgespritze gemahnt in ihrer Intensität durchaus ein wenig an den krassen Einstieg von „Der Soldat James Ryan“.

Danach denkt „God of War“ gar nicht großartig daran, einen Gang herunterzuschalten. Denn nun wird die Figur des Generals Qi Jiguang installiert, der sogleich in weitere Schlachten mit den Piraten zieht. Dabei bekommt man als Zuschauer auch viel von dem hochinteressanten taktischen Geplänkel der Gegner mit.

God of War Chinesen gegen Piraten

Qi Jiguang muss sich mit allerhand japanischem Budenzauber herumärgern.

Erst wenn Qi Jiguang seine neue Armee aufzubauen gedenkt, schaltet „God of War“ in einen ruhigeren Erzählmodus. Mehr und mehr brechen sich nun auch Szenen abseits der Schlachtfelder Bahn. Einige davon sind extrem spannend – wie das politische Gezerre im Hintergrund auf Seiten der Chinesen –, andere wollen nicht so recht funktionieren – hier sei vor allem das seltsame Hin und Her zwischen Qi Jiguang und seiner Frau hervorgehoben. Die von dem Film beabsichtigte Involvierung des Zuschauers mit mehr Charakteren als nur Qi Jiguang will trotz niedrigerer Pace leider nie so recht gelingen.

God of War mit Yasuaki Kurata

Yasuaki Kurata führt als japanischer Superstratege die Japaner an.

Infolgedessen bleibt man bei „God of War“ immer ein wenig außen vor. Selbst wenn der Film in seinen Showdown einbiegt, zwei fette Schlachten parallel montiert und in einen endgeilen Schlussfight zwischen dem Anführer der Japaner und Qi Jiguang mündet, ist man von dem brutalen Hack & Slay und der kompromisslosen Actionchoreographie durchaus geflasht, die „Heldentode“ allerdings berühren einen so gut wie gar nicht.

In Sachen Action gibt es derweil keinerlei Gründe zur Beanstandung. Zahlreich über den Film verteilt hält sie das Tempo von „God of War“ immer auf einem erklecklichen Niveau. Die Choreographien haben ordentlich Druck. Der Blutzoll ist enorm. Auch der reine Aufwand in Sachen Personal mehr als beeindruckend. Die taktischen Spielereien lassen die Action nicht zu gleichförmig wirken. Passt!

Was mal wieder nicht passt, sind die spärlich gesetzten, aber leider immer auffälligen CGIs in der Action. Das Blut spritzt zu künstlich. Explosionseffekte ploppen gefühlt auf einer anderen Bildebene auf. Gegen Ende aufkommende Feuereffekte stammen sichtlich aus der Konserve. Man fragt sich wirklich, warum die chinesische Filmfabrik so begeistert auf CGIs setzt, sie aber nicht weiter entwickelt. Um die Feuereffekte gegen Ende mehr wirken zu lassen, fabrizieren die Macher auch einen schlimmen Anschlussfehler, in dem mal wieder innerhalb einer Szene von einem Schnitt auf den anderen aus Tag Nacht wird. Spätestens hier ist dann auch der Moment erreicht, wo man durchaus komplett aus dem Film gerissen wird.

Den Schauspielern kann man derweil keinerlei Vorhaltungen machen. Vor allem Vincent Zhao („Wu Ji – Die Meister des Schwertes“) mach als General Qi Jiguang einen absolut formidablen Job und zeichnet seine Figur sowohl sympathisch als auch enorm charismatisch. Regina Wan leidet als seine Ehefrau Madam Qi unter einigen seltsamen Drehbuch-Entscheidungen, ist aber eine echte Wohltat für die Augen. Sammo Hung („Shanghai Police“) ist als Yu Dayou nur in den Anfangsminuten dabei, hat einen Top-Stock-Fight mit Vincent Zhao und verschwindet dann leider etwas frühzeitig aus dem Film. Als Anführer der Japaner ist Yasuaki Kurata („Manhunt“) ein ebenbürtiger Gegenpol zu Vincent Zhaos Helden.

God of War mit Regina Wan

Regina Wan darf ebenfalls ins Schlachtengetümmel eingreifen.

Optisch überrascht Regisseur Gordon Chan zunächst mit farbsatten Bildern. Im weiteren Verlauf von „God of War“ nimmt er diese Farbigkeit vor allem auf den Schlachtfeldern deutlich zurück. Setzt hier mehr auf eine realistischere Note. Abseits der Action bleibt er aber erstaunlich farbsatt und erschafft Bilder, die dem Auge schmeicheln. Die detailverliebte Ausstattung sorgt für einen noch wertigeren Gesamteindruck. Nur der Score von Shigeru Umebayashi („The Grandmaster“) klingt ausgerechnet in der Action immer mal wieder seltsam eintönig, während abseits der Action ein paar hübsche Themen erklingen.

“God of War” ist ein brutales Schlachtengemälde mit starker Action

Was am Ende bleibt, ist ein in seiner Action wahrlich begeisternder Historienschinken. Über den gesamten Film hinweg reiht Gordon Chan eine Schlacht an die nächste und erlaubt auch vielfältige Einblicke in die Taktiken der beteiligten Gegner. All das mündet in einen wahrlich fetten Showdown, in dem sich die Opponenten eine geschlagene halbe Stunde an mehreren Schauplätzen ordentlich Saures geben. Die Choreographie ist dabei vollkommen auf Effizienz ausgelegt. Wirework hat in dem teils brachialen Hack & Slay keinerlei Platz.

Doch so richtig mitreißen will einen das blutige Treiben nicht. Zu blass bleiben viele Figuren. Zu unklar ist deren Motivation. Selbst die Japaner werden beinahe schon zu ausgewogen gezeichnet, um sie in ihrer Funktion als Bösewichter richtig hassen zu können. Das Ergebnis ist optisch opulente, stark ausgestattete Historien-Action, bei der mehr drin war, die aber Actionfans verdammt gut munden sollte.

7 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray von „God of War“ erscheint am 19. Juli 2018 von Eurovideo und ist mit einer wohlverdienten FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Zur Entstehung des Filmes erfährt man leider nichts, da bis auf Trailer keinerlei Extras zum Film enthalten sind.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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