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Godzilla vs. Mechagodzilla II

Originaltitel: Gojira vs. Mekagojira__Herstellungsland: Japan__Erscheinungsjahr: 1993__Regie: Takao Okawara__Darsteller: Masahiro Takashima, Ryoko Sano, Megumi Odaka, Yûsuke Kawazu, Kenji Sahara, Akira Nakao, Kôichi Ueda, Leo Meneghetti, Daijiro Harada, Tadao Takashima u.a.
Godzilla vs. Mechagodzilla II

Der große Grüne gegen die neue Superwaffe der Menschen: “Godzilla vs. Mechagodzilla II”

Da zum einen Original-Schöpfer Ishiro Honda 1993 verstorben war, zum anderen bereits ein US-Remake des Erstlings angekündigt war, sollte „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ eigentlich der Abschlussfilm des zweiten „Godzilla“-Zyklus, der Heisei-Ära, werden. Doch als sich die US-Version verzögerte, folgten doch noch zwei weitere Sequels.

Der Titel „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ bedeutet übrigens nicht, dass der hier ein direktes Sequel ist, sondern dass es um eine zweite Version von Mechagodzilla geht. Dieses Mal stammt der Metalkoloss nicht aus dem All, sondern wurde aus Resten von Mecha-Ghidorah von den Menschen gebaut, um eine Waffe gegen Godzilla in der Hinterhand zu haben. Zu diesem Zweck wurde auch die G-Force von den Vereinten Nationen gegründet, in der Wissenschaftler, Soldaten, Piloten und Telepathen zusammenarbeiten. Die Idee vom Riesenroboter-Einsatz gegen Kaiju-Gegner sollte rund 20 Jahre später von Guillermo del Toro als „Pacific Rim“ in der Hollywood-Version erscheinen.

Im Gegensatz zu manch anderem Film der Reihe glänzt Godzilla hier auch nicht mit allzu langer Abwesenheit. Eine Forschergruppe findet auf der Insel Adona nämlich das Riesenei eines Pteranodon und sackt es ein, was zwei Kaiju auf den Plan ruft: Einerseits Rodan, der das Ei bewacht und selbst aus einem solchen schlüpfte, und Godzilla, der seine Brut kuckucksartig im Nest des Pteranodon platzierte und nun ösig wird. Allerdings kloppen sich die beiden Kaiju erst einmal miteinander, was den Menschen Zeit zur Flucht mit dem Ei lässt.

In Tokio schlüpft ein Baby-Godzilla aus dem Ei, zu dessen Fähigkeiten allerdings auch gehört telepathisch nach dem großen Grünen zu rufen. Der stapft auf der Suche nach dem Nachwuchs Richtung Tokio, was den Einsatz von Mechagodzilla bedeutet…

Godzilla vs. Mechagodzilla II

Riesenechse Godzilla und Kampfroboter Mechagodzilla prügeln sich gleich mehrfach in dem Film

„Godzilla vs. Mechagodzilla II“ macht vieles besser als andere Filme der Reihe: Godzilla taucht in regelmäßigen Abständen und gut verteilt über den Film auf, während von Anfang an klar ist, dass alle menschlichen Figuren eigentlich nur seinetwegen da sind, aber man sich gleichzeitig nur auf wenige davon konzentriert. Kazuma Aoki (Masahiro Takashimi) ist ein Tüftler und Kampfpilot, der bei der G-Force entscheidende Impulse gibt. Azusa Gojo (Ryoko Sano) ist nicht nur sein Love Interest, sondern auch jene Wissenschaftlerin, die den knuffigen, etwas deutlich nach Plastikkreatur aussehen Godzilla-Nachwuchs betreut. Telepathin Miki Saegusa (Megumi Odaka) gehört nicht nur zum Pilotenteam von Mechagodzilla, sondern nutzt ihre Fähigkeiten dazu noch handlungsrelevant, gerade im Showdown des Films. Da ist es nicht ganz so schlimm, dass die menschlichen Figuren auch hier in den Bereich relativ stereotyper Genrestandards fallen, auch wenn „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ in der Mitte dann doch kurz durchhängt, wenn es viele Menschen, aber keine Monster zu sehen gibt. Die Hauptdarsteller Masahiro Takashimi („Kingdom“), Ryoko Sano („Saito Dosan: Rage of Power“) und Megumi Odaka („Godzilla – Der Urgigant“) machen dabei einen brauchbaren Job, aber man erkennt klar, dass sie dem Film und seinem Drehbuch weitestgehend egal sind.

Auch die Handlungslogik ist etwas zweifelhaft, etwa wenn sich Rodan (der in einigen Synchronfassung Radon genannt wird) und Godzilla erst um das Ei kloppen, das Junge dann aber später als Tag Team beschützen, oder wenn man Godzilla eigentlich erst mit zwei Vehikeln in die Zange nehmen will, diese dann aber doch lieber zu Super-Mechagodzilla fusionieren lässt und damit entgegen des ursprünglichen Plans Erfolg hat. Andrerseits: Um Dinge wie Figuren oder großartig nachvollziehbare Handlungen ging und geht es in den seltensten Godzilla-Filmen.

Godzilla vs. Mechagodzilla II

Azusa Gojo (Ryoko Sano) kümmert sich um Baby-Godzilla

Regisseur Takao Okawara („Godzilla – Kampf der Saurier-Mutanten“) tritt auch – abgesehen von dem erwähnten Hänger – ganz gut aufs Gas und kann mit einer düsteren Inszenierung punkten. Es gibt nur wenige Witzeleien, stattdessen werden die Kaiju als Bedrohung in Szene gesetzt. Godzilla guckt grimmig und nicht wie ein riesiges Kuscheltier, der Showdown findet bei Nacht statt und auf großen Fantasy-Mumbojumbo wird verzichtet, auch wenn man anstelle singender Feen einen Kinderchor ertragen muss. Hinzu kommt ein angemessen pompöser Score von Akira Ifukube („Godzilla vs. Destoroyah“), der dem Geschehen einen epischeren Touch gibt, sodass der Film auch die Message transportiert, dass es hier um das Schicksal der Welt bzw. Japans geht, dass diese nicht einfach nur als Spielfeld für das Sparring von ein paar Kaiju dient.

Auch die liebevollen Miniatur- und Suitmation-Effekte sind stimmig gestaltet, lassen Mechagodzilla etwa nicht wie ein überdimensioniertes Spielzeug, sondern tatsächlich wie eine High-Tech-Waffe wirken. Im Vergleich zu Hollywoodspektakeln aus der Zeit wirken die Tricks leicht antiquiert, aber sie sind immer noch charmant und trotzdem überzeugend. Dazu deckt die Actionpalette eigentlich quasi alles ab, was das Herz der Monsterfans begehrt: Die Kaiju kloppen sich erst untereinander, später werden Städte zerstört, eine Ladung an Panzern und Strahlenwaffen wird vom Militär aufgeboten, aber natürlich ebenfalls formschön von Godzilla eingeäschert. Und dann sind dann die Kämpfe gegen Mechagodzilla, die von den Kaiju erst allein, gegen Ende im Team bestritten werden. Da leiden natürlich Strommasten, Footballstadien und andere Umgebungsbauten, es kommen Spezialfähigkeiten und technische Gadgets zum Einsatz, sodass der Film in seinen großen Actionszenen überzeugt, vor allem im ausufernden Showdown, der einen saftigen Höhepunkt abgibt.

So ist „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ ein geradliniger, actionreicher Vertreter der Reihe, der wenig neue Impulse gibt und vor allem auf seine zahlreichen Gefechte setzt, aber die haben Schmackes und Variantenreichtum zu bieten. Dass der Film durchhängt, sobald die uninteressanten menschlichen Figuren in der Filmmitte etwas mehr Screentime bekommen, muss man freilich verschmerzen können, aber da gibt es Schlimmeres in der Reihe.

Abgesehen von einigen TV-Ausstrahlungen war „Godzilla vs. Mechagodzilla II“ in Deutschland schon immer ungekürzt ab 12 Jahren erhältlich. Die erste DVD-Auflage kam von Marketing Film, alle weiteren sowie die Blu-Ray-Veröffentlichungen von Splendid. Auf allen Medien gibt es Trailer als Bonus, die Marketing-DVD hat zusätzlich eine Making Of zur Musik, eine Sildeshow und Texttafeln an Bord.

© Nils Bothmann (McClane)

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