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Hammer House of Horror

Originaltitel: Hammer House of Horror__Herstellungsland: Großbritannien__Erscheinungsjahr: 1980__Regie: Peter Sasdy, Tom Clegg, Alan Gibson, Don Leaver, Francis Megahy, Don Sharp, Robert Young__Darsteller: Nicholas Ball, Anna Calder-Marshall, Christopher Cazenove, Peter Cushing, Denholm Elliott, Jon Finch, Julia Foster, Barbara Kellerman, Leigh Lawson, Ray Lonnen, Peter McEnery, Kathryn Leigh Scott, Anthony Valentine, Gary Bond, Angela Bruce, Brian Cox u.a.

Die tödlichen Bienen

Hammer House of Horror Cover

Das Cover zu “Hammer House of Horror”

1980 befand sich die Mode in einem Prozess der Neuformierung. Große Unterschiede zu den späten 70er Jahren ließen sich zwar noch nicht finden; Küchen waren noch mit Tapeten in Orange, Linoleumgrün und Ockergelb verziert, Männer trugen Schnäuzer zu ihrem Preppie-Look und Frauen so ziemlich alles, was die Fantasie hergab. Futuristische Blockformen und aus Sportkleidung übernommene Linien-Designs, die sich auch in Architektur und Automobilbau widerspiegelten, verrieten jedoch, dass der Blick vollständig auf die Zukunft gerichtet war.

Das traditionsreiche britische Filmproduktionsstudio Hammer passte in einen solchen Zeitgeist längst nicht mehr hinein. Die Hochphase um den Aufstieg des Gothic-Horrors, der auch heute noch stellvertretend für den klangvollen Namen „Hammer“ steht, war passé und der Untergang praktisch schon besiegelt. Sex und Gewalt waren als Joker ohnehin bereits längst aufgebraucht. Halbnackte Frauen, die sich in den Krallen eines pelzigen Ungeheuers ihrer Ohnmacht ergeben, wurden zur alt(backen)en Vergangenheitsform. So nahm die Anzahl der gedrehten Filme nach den produktionswütigen 50ern und 60ern stark ab und es wurde experimentiert mit modernen Einflüssen; „Straight On Till Morning“ beispielsweise setzte auf die Stimmung der Filme Pete Walkers, der kurz darauf das britische Exploitation-Kino reformieren sollte, Horst Janson spielte den progressiven Vampirjäger „Captain Kronos“ und Dracula, die größte Ikone Hammers, geiferte in „Dracula jagt Mini-Mädchen“ nach Miniröcken statt Kleidertrachten. In der zweiten Hälfte der 70er passierte fast gar nichts mehr; „The Lady Vanishes“, das 79er-Remake des gleichnamigen Hitchcock-Streifens von 1938, setzte einen einsamen Schlusspunkt und sollte bis zur Hammer-Neugründung 2008 die letzte Filmproduktion aus dem britischen Herrenhaus bleiben.

Nichtsdestotrotz entstand zu Beginn des neuen Jahrzehnts noch eine dreizehnteilige Anthologie-Serie für das Fernsehen. „Hammer House of Horror“, ein Titel wie eine schaurige Umarmung, wie ein dreifacher Stempel mit dem charakteristischen „H“-Siegel. Da muss man doch zwangsläufig davon ausgehen, dass hier noch einmal eine Rekapitulation der besten Jahre stattfinden soll. Roger Webbs wehklagende Titelmelodie aus dem Vorspann drückt untröstliche Trauer aus, dann aber auch überschäumende Euphorie in Erwartung auf das Kommende. Sie sagt: Wir wissen, dass unsere Zeit vorbei ist. Aber im Hintergrund, halb verborgen im Nebel, da setzen sich die Zinnen der Burgmauer als Konturen vor der Nacht ab. Eine Gestalt erscheint vor dem hell erleuchteten Fenster und verspricht im Inneren des Schlosses ein farbenfrohes Gruselkabinett, das noch ein letztes Mal für uns seine Pforten öffnet.

Während in der populären amerikanischen Mystery-Reihe „Twilight Zone“ deren Erfinder Rod Serling als redseliger Host durch die Folgen führte, ist es hier einfach die unentwegte Präsenz alter Gebäude, die sich als roter Faden durch die Staffel zieht. Sämtliche Episoden sind zwar konsequent in der Gegenwart des Jahres 1980 angesiedelt; wir bekommen also kastenförmige Autos, Dauerwellen und Rotzbremsen ohne Ende zu sehen. Doch die englischen Wiesen, auf denen sich Häuser vergangener Jahrhunderte in allen Größen und Formen erstrecken, zeugen von der unzerstörbaren Präsenz des Alten, das auch in der aufregenden Zeit des entstehenden Techno-Futurismus seine Position hält.

Wohl keine der Folgen folgt diesem Konzept zielstrebiger als „The House That Bled To Death“ (Ep. 5), das auf die alte Schauermär vom personifizierten Bösen in Form eines Hauses setzt, welches atmet und blutet wie ein organischer Körper. „The Amityville Horror“ kam erst im Jahr zuvor in die Kinos und hat auf den Autoren der Geschichte vermutlich einen gewissen Eindruck hinterlassen. Die Standbilder eines blutbesudelten Kindergeburtstags sorgten international für Raunen, sie sind der Höhepunkt der üblen Manifestationen, mit denen eine junge Familie beim Bezug des neuen Eigentums konfrontiert wird. Aber auch weitere Geschichten aus der Sammlung setzen große Stücke auf die Gebäude, in denen sie spielen: Bereits in „Witching Time“ (Ep. 1) taucht eine im Mittelalter gelynchte Hexe viele Jahrhunderte später in ihrem Geburtshaus wieder auf und trifft dort auf den neuen Besitzer, einen Musik produzierenden Workaholic; in „Rude Awakening“ (Ep. 3) zieht es einen Geschäftsmann per Traum-Zeitschleife immer wieder in ein bestimmtes Anwesen; in „The Silent Scream“ (Ep. 7) werden wilde Theorien zum Thema Gefangenschaft in vier Wänden aufgestellt.

Werft einen Blick durchs Fenster ins “Hammer House of Horror”

Trotz der übergreifenden Motive handelt es sich aber um eine Anthologie, der es vor allem darum geht, ein breites Repertoire an Themen und Umsetzungen zu demonstrieren. Hammer war ja nun nie völlig auf gothischen Horror spezialisiert; auch Thriller, Dramen und Komödien gehörten zum Repertoire. Mit dem Zusatz „Horror“ im Titel ist zwar ausgeschlossen, dass wir uns plötzlich in einer RomCom wiederfinden, doch kaum ein Genre, das hat die Filmgeschichte inzwischen bewiesen, ist so vielfältig wie der Horrorfilm. Demzufolge beschränkt sich das Arsenal keineswegs auf das Phantastische. Es gibt Serienkiller zu bestaunen und kleine Gesellschaften oder sektenartige Gruppen, die schreckliche Geheimnisse verbergen; es gibt Whodunits ebenso wie Geschichten, die dem Täter permanent folgen. Konkrete Gefahren dominieren in der einen Folge, während in der anderen nebulöse Andeutungen zu grauenvollen Vorahnungen führen; klassische und bewährte Erzählformen wechseln sich ab mit experimentellen Ansätzen. In einem besonders stimmungsvollen Beitrag erlebt auch das klassische Gruselkino ein Revival.

Abwechslung ist ohne jeden Zweifel gegeben. Mit ihr schwankt natürlich auch die Qualität, die sich hier vor allem daran festmachen lässt, ob es dem Drehbuch gelingt, eine konstante Spannungskurve zu halten oder ob sie zwischenzeitlich auch mal absackt. „Charlie Boy“ (Ep. 6) etwa vertraut auf das Prinzip der Dezimation (wenn die Verfluchten dem afrikanischen Voodoo wie Dominosteine in Reih und Glied zum Opfer fallen), lässt sich im Mittelteil aber gehen und gestaltet die Ermittlungen relativ ermüdend. Etwas anstrengend ist bisweilen auch „Carpathian Eagle“ (Ep. 9; mit Gastauftritt des jungen Pierce Brosnan), weil die Kamera das Gesicht der Täterin einerseits umständlich verbirgt, andererseits aber nie einen Hehl daraus macht, um wen es sich handelt. Es wird um so schwieriger, die Spannung aufrecht zu erhalten, als klar wird, dass im Grunde jede Folge den gleichen Ausgang nimmt; wenn das Böse schon nicht auf ganzer Linie gewinnt, so schickt es das Gute (oder Unschuldige) doch zumindest vorher noch zum Teufel.

Spannender geraten da schon die Episoden, die eher unkonventionell arrangiert sind. „Rude Awakening“ dürfte ein Fest für jeden sein, der etwas mit surrealen, aus der verschwommenen Sicht der Hauptfigur erlebten Geschichten anfangen kann. Es handelt sich außerdem um eine der witzigsten Folgen, dank des spritzigen Zusammenspiels zwischen Denholm Elliott und Lucy Gutteridge, die seine Sekretärin Lolly herrlich naiv spielt. Auch bei der visuellen Gestaltung sticht Peter Sasdys Arbeit aus der weichgezeichneten TV-Optik heraus, besonders die Szenen auf dem Dach erinnerten eher an die Hitchcock-Streifen der 60er Jahre als an eine TV-Serie der 80er, würde das viereckige Vollbildformat die Illusion nicht zerstören. „The Silent Scream“ hingegen dürfte auf den am besten ausgearbeiteten Plot der gesamten Staffel zurückgreifen, ferner natürlich mit Peter Cushing auf den prominentesten Namen im gesamten Cast. Abgesehen von einer Menge wilder Tiere hat dieses Kernstück der Serie vor allem eine spannende wissenschaftliche Prämisse zu bieten… und natürlich Mad Scientism in seiner niederträchtigsten Form. Und dann wäre da noch „The Two Faces Of Evil“. Es ist unter dem Strich vielleicht die beste Folge von allen, weil sie auf eine wahnsinnig spannende Mystery-Prämisse zurückgreifen kann, hervorragende Darsteller in ihren Reihen hat (allen voran Gary Raymond, der von mitleid- bis furchterregend das komplette Programm auf dem Kasten hat) und in einer so ungewöhnlichen Art und Weise die Handlung vorantreibt, dass man fast davon sprechen muss, dass die Macher ihrer Zeit voraus waren (noch dieses Jahr ist immerhin Jordan Peeles „Wir“ mit einer ähnlichen Idee als innovativ gelobt worden). Auch die Regieleistung ist hier zu hervorzuheben, insbesondere, da die Regiearbeit über die gesamte Staffel verteilt eher zweckmäßig bzw. handwerklich ausfällt.

Beim Eintritt in das „Hammer House Of Horror“ sorgen heutige Sehgewohnheiten vielleicht dafür, dass man sich von der eher biederen TV-Inszenierung erst einmal abgeturnt fühlt. Dieses Gefühl vergeht aber so schnell wie der Miniatur-Effekt eines kleinen Fernsehers, wenn man einen größeren Bildschirm gewohnt ist. Die dreizehn Episoden dieser alleinstehenden Staffel haben ihre drögen Momente, glänzen aber mit höchst abwechslungsreichen Geschichten, unter denen wohl jeder Zuschauer ohne Probleme seinen Favoriten finden dürfte. Den Hammer-Studios gelingt es in den letzten Zügen noch einmal, einen Querschnitt der eigenen Qualitäten zu liefern und diesen organisch in die Gegenwart einzubetten. Selbst heute, fast 40 Jahre später, bietet sie noch ein stimmungsvolles Programm für gemütliche Abende auf der Couch – am besten bei Vollmond.

Knappe:
7 von 10

Informationen zur Veröffentlichung von “Hammer House of Horror”

Die tödlichen Bienen

Hammer House of Horror Mediabook

Das Mediabook zu “Hammer House of Horror”

Im Jahr 2006 erfreute uns Koch Media mit der deutschen Erstveröffentlichung. Das graue Digipak mit dem silbernen Titel-Aufdruck enthielt alle 13 Folgen auf vier DVDs, dazu ein 24-seitiges Begleitheft. Extras waren abgesehen von einer Bildergalerie keine enthalten.

Wer das längst ausverkaufte Set verpasst hat oder einfach upgraden möchte, sollte sich die Nr. 22 der „Limited Collector’s Edition“ von Wicked-Vision mal genauer ansehen. Erstmals erhält eine Serie Einzug in die Kollektion. Sie reiht sich aber aus verschiedenen Gründen relativ nahtlos ins Programm ein. Erstens passt Hammer-Material grundsätzlich immer und überall. Zweitens handelt es sich um eine alleinstehende, abgeschlossene Staffel, die sich sauber mit einer einzelnen Veröffentlichung abhandeln lässt. Es folgte zwar später noch „Hammer House Of Mystery And Suspense“, dabei handelt es sich aber um einen eigenständigen Ableger mit anderen Schwerpunkten.

Pidax sorgte übrigens bereits 2015 für eine remasterte Neuauflage. Da der Verlag auch auf der Rückseite der vorliegenden Veröffentlichung abgedruckt ist, kann man wohl von einer Kooperation ausgehen. Trotzdem handelt es sich hier nicht um ein Repack, sondern ein weiteres technisches Update: Erstmals erscheint die Serie nämlich auf Blu-ray.

Man sollte meinen, dass sich aus dem Bild einer Fernsehproduktion von 1980 nicht allzu viel herausholen lässt, dürften die Ansprüche an hohe technische Qualität doch schon seitens der Produktion nicht allzu hoch gewesen sein. Das Bild der Koch-DVD war nicht schlecht, litt aber an den typischen Mängeln dieser Art von Filmmaterial; insbesondere die weichen Ränder und Konturen verrieten die Herkunft. Um so erstaunlicher, was die High-Definition-Präsentation noch herauszuholen vermag. Verteilt sind die 13 Episoden und das reichhaltige Bonusmaterial über insgesamt drei Discs. Das bedeutet eine Belastung von mindestens fünf Stunden pro Scheibe. Demzufolge handelt es sich bei allen drei Scheiben um Double-Layer. Die zur Verfügung stehende Speicherkapazität wird offenbar hervorragend genutzt, denn das Bild ist gemessen an den Umständen von brillanter Qualität. Die typischen Eigenarten einer so alten TV-Produktion sind natürlich weiter gegeben, aber der Gewinn an Schärfe und Klarheit ist beachtlich ausgefallen, mehr jedenfalls als man hätte erwarten können. Selbstverständlich liegen die Episoden im Vollbildformat vor; sofern man also nicht mit einem 20 Jahre alten Röhrenfernseher unterwegs ist, wird man naturgemäß links und rechts schwarze Balken wahrnehmen. Einzig bei der Folge „Der Wächter des Höllenschlunds“ hat man die Wahl, denn hier gibt es neben der regulären 4:3-Version im Bonusmaterial zusätzlich noch eine Widescreen-Fassung (wenn ich mich recht erinnere, im Format 1,66:1), bei der man in Sachen Bildqualität keine Einbußen hinnehmen muss.

Der Ton bekommt entsprechend des neuen Mediums ein Upgrade auf das Format DTS-HD Master Audio im 2.0 Mono-Format. Die deutsche Fassung scheint wesentlich später als die Serie entstanden zu sein, wenn man nach dem Klang und dem Auftreten der Synchronsprecher geht; Pierce Brosnan beispielsweise wird bereits von seinem Stammsprecher Frank Glaubrecht mit der typisch-knarzigen Färbung der Bond- und Post-Bond-Filme gesprochen. Neu dabei für O-Ton-Fans ist die englische 5.1-Spur, die es weder bei Koch noch bei Pidax gab.

An Extras findet man auf der ersten Disc zunächst die Einblender für die Werbepausen, womit die immer etwa 55-minütigen Folgen im Fernsehen vermutlich auf eine volle Stunde Laufzeit gebracht wurden (5 Minuten Werbung auf eine Stunde? Traumhafte Zustände aus heutiger Perspektive…). Ferner gibt es zu „Alptraum ohne Ende“ noch tonloses Archivmaterial in Form von Outtakes. Es handelt sich hier nicht etwa um gelöschte Szenen, sondern um alternative Takes zu denen, die es auch in die finale Schnittfassung geschafft haben.

Während die zweite Discs keine Extras aufweist, finden wir den größten Brocken auf Disc 3. Hier tummeln sich nur drei reguläre Episoden, dafür ist aber nicht nur die eingangs genannte Widescreen-Fassung hinterlegt, sondern auch eine 16-minütige Bildergalerie mit fast 200 Bildern sowie Scans des Presseheftes und der Skripte. Das eigentliche Highlight jedoch hat noch einmal einen Extra-Absatz verdient.

Flesh and Blood - The Hammer Heritage of Horror

Das Titelbild von “Flesh and Blood – The Hammer Heritage of Horror”

Flesh And Blood – The Hammer Heritage of Horror“ ist eine (in dieser erweiterten Fassung zweieinhalbstündige) Retrospektive auf das einflussreiche Erbe des britischen Studios, das 1935 seinen ersten Film produzierte (eine Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Komödie!). Mit Blick auf das Entstehungsjahr handelt es sich sozusagen um eine späte Grabrede, die sehr ausführlich des Verstorbenen gedenkt, Bilder und Videos von ihm teilt und allerlei Weggefährten dazu einlädt, an der feierlichen Veranstaltung teilzunehmen. Es ist insofern eine ganz besondere Dokumentation, als dass sowohl Peter Cushing als auch Christopher Lee (Rasputin – Der wahnsinnige Mönch) als Erzähler gewonnen werden konnten. Für Erstgenannten war es das finale Engagement, erlag er doch nur drei Monate nach den Aufnahmen, im Sommer des Jahres 1994, seinem Krebs.

Weil es diese beiden Legenden sind, die selbst durch die Geschichte führen, bekommt die Dokumentation einen angenehm persönlichen Anstrich. Ted Newsom arrangiert als Autor und Regisseur eine ausholende und mit vielen Informationen angereicherte Reise zu den Anfängen Hammers und weist hier auf die stilistische Bandbreite hin, die bei dem öffentlichen Fokus auf die Horrorfilme gerne übersehen wird. Dass es jedoch gerade die Horrorfilme sind, an denen das Publikum interessiert ist, verengt sich der Fokus zunehmend auf die Blütephase – und zeigt damit im Grunde genau das, was man sehen möchte. Ob Dracula oder Captain Clegg, ob Sherlock Holmes oder Frankenstein, der Schneemensch oder die Mumie – unter Garantie wird man im Anschluss eine nicht zu bändigende Lust verspüren, den Abend mit einem Best-Of der spektakulärsten Monster zu beenden.

Natürlich verliert der Ton dadurch einen Hauch an Seriosität und journalistischer Neutralität, aber wenn Leute wie Joe Dante, Ray Harryhausen, Caroline Munro (Vampyres), Jimmy Sangster oder Raquel Welch ihre Erfahrungen und Einschätzungen zum Besten geben, unterstützt von diesen wunderbar abwechslungsreichen Filmausschnitten (oder Fantasieausflügen) in kräftigem Technicolor, dann ist das mindestens genauso nahrhaft wie das Wissen, das zutage tritt, wenn man einen analytischen Ansatz verfolgt. Dass es um primitive Antriebe geht, verrät ja schließlich schon der Titel.

Als Appetizer für die Zusammenstellung eines eigenen Videoabends voller angelaufener britischer Horrorschinken empfiehlt sich „Flesh And Blood“ jedenfalls auch nach einem Vierteljahrhundert noch. Wir kommen also zu dem Schluss: Schon die Extras alleine sind das Geld wert.

Verpackt ist das Ganze übrigens wie immer: Das Hochglanz-Mediabook mit Deckblatt gibt wieder ein wahres Schmuckstück im Regal ab. Besonders schön: Nach anfänglicher Überlegung, einfach das schlichte, schwarz-rote Kontrast-Cover zu verwenden, das auch einige internationale Heimkinoveröffentlichungen nutzen, hat man nun doch ein neues anfertigen lassen – und das dürfte wohl weltweit das schönste von allen sein. Das Darsteller-Panorama im Lila-Orange des Zwielichts und dazu der scharfe Kontrast zu den Konturen des Hammer-Schlosses, das schon im Dunkeln verschwindet; im Vordergrund der symbolische Grabstein mit dem „H“… fast schon zu schade um das Bild, dass man noch den Titel und einen Slogan darüber legen musste. Die Discs und Innenwände sind im typisch beigen Look gehalten, den Wicked-Vision oft als Designelement mit hohem Wiedererkennungswert verwenden, ebenso wie die Seiten des Booklets, das noch einmal bunte, wilde Motive aus den Archiven nutzt. Im Inneren warten Episodenübersichten mit Ausstrahlungs- und Besetzungsdaten, Inhaltsangaben und Kurzkritiken, dazu ein kurzer Essay von Uwe Huber. Die Texte sind nicht neu verfasst, sondern waren bereits in der Koch-Version zu finden. Einzelne Screenshots lockern das Layout noch auf.

Bildergalerie von “Hammer House of Horror”

Hammer House Of Horror

Diese Kinder fressen einem nicht nur die Haare vom Kopf.

Hammer House Of Horror

from the Great Book of British Smiles.

Hammer House Of Horror

“Ohhh… mein Kopf fühlt sich an wie versteinert.”

Hammer House Of Horror

Georgie aus “ES” ist erwachsen geworden.

Hammer House Of Horror

Doof. Da geht man schon extra ins Haus und entkommt dem Sturm trotzdem nicht.

Hammer House Of Horror

Kein Scherz: Das ist nur das zweithässlichste Bett, das man in dieser Serie zu sehen bekommt.

Hammer House Of Horror

Wie immer die Hauptattraktion: Peter Cushing als Inhaber einer ungewöhnlichen Tierhandlung.

Hammer House Of Horror

Was gibt’s denn heute Feines?

Hammer House Of Horror

Bei Hammer gehen langsam die Lichter aus.

Sascha Ganser (Vince)

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Wicked Vision__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja (seit 2018 von Wicked-Vision) / Ja (seit 2006 von Koch Media bzw. 2015 von Pidax)

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